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25.04.1986 - 

Mit Hochleistungs-ICs, made in Germany:

Sierra auf Megachips umgestellt

STUTTGART/MÜNCHEN (ujf) - Völlig überraschend hat IBM am 18. April verkündet, daß die Halbleiterfabrik Böblingen, die zum Werk Sindelfingen gehört, ab sofort 1-Megabit-Chips in Serie fertigt.

Parallel dazu ist die Megachip-Produktion im Werk Burlington in den USA angelaufen. Noch mehr Erstaunen als die Nachricht über die Chipherstellung als solche (spekulative Fragen danach waren noch zwei Tage vorher auf der Bilanzpressekonferenz mit hartnäckigem Schweigen beantwortet worden) rief die IBM-Aussage hervor, daß die derzeit ausgelieferten 3090-Rechner schon mit diesen neuen Halbleiterspeichern ausgestattet sind.

Bei den Megachips handelt es sich nach Aussage von IBM-Pressesprecher Hermann Josef Winter um eine Sindelfinger Eigenentwicklung, bei der Fertigungs-Know-how von mittelständischen europäischen Firmen genutzt worden sei. Eine Beteiligung japanischer Firmen in irgendeiner Form - etwa wie bei der Kooperation zwischen Siemens und Toshiba - stritt Winter ab. Auf den Speichermarkt wird sich der Fertigungsbeginn bei IBM allerdings kaum auswirken, da zunächst nur für den Eigenbedarf produziert wird.

Aus dem 1-Megabit-Chip baut IBM den Hauptspeicher der 3090-Modelle auf - bis auf die ersten 32 MB. Sie basieren auch weiterhin auf dem 64-Kilobit-Chip. Bemerkenswert an dem neuen Chip finden Branchenkenner, daß er offensichtlich schnell genug ist, um als Speicherbaustein eingesetzt zu werden. Bisher seien neue Entwicklungen der IBM immer so langsam gewesen, daß sie entweder nur in kleinen Maschinen oder an zeitunkritischen Stellen einsetzbar gewesen seien. Der 288-Kilobit-Chip beispielsweise wird ausschließlich zum Aufbau des Erweiterungsspeichers der 3090 verwendet.

Das Megabit-Produkt ist in einer Aluminium-Metal-Gate-MOS-Technik ausgeführt, von der Fachleute behaupten, daß sie nur von IBM beherrscht würde. Zum erstenmal hat IBM auch nicht ausgeschlossen, den neuen Chip eventuell auf dem freien Markt anzubieten.

Fertigung in Sindelfingen

Der Speicherbaustein nimmt 500 Milliwatt Leistung im aktiven, 50 Milliwatt im Stand-by-Betrieb auf. 16 dieser Chips können mit Hilfe der SMD-Technik (Surface Mounted Device) auf eine Platine aufgebracht werden. 18 Boards sind notwendig um eine 32-MB-Speichererweiterung aufzubauen. Für den europäischen Markt fertigt IBM den Chip in Sindelfingen.

Der Toshiba-Konzern ist IBM schon einige Monate voraus: Seit November laufen nach Angaben eines Firmensprechers im japanischen Stammwerk bereits 1-Megabit-Chips vom Band. Die Monatsproduktion wird mit derzeit einer Million Stück angegeben. Siemens will mit der Serienherstellung in Regensburg Anfang 1987 soweit sein.