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26.10.1984

Sieverts: Hersteller kümmern sich noch zuwenig um Wärmeabgabe der Bildschirme: Neue Bürogestaltung als Folge der DV-Techniken

Innerhalb der vergangenen 20 Jahre haben sich die Büroräume ständig geändert. Anfang der 60er Jahre kamen Großraumbüros auf, die die bis dahin allein vorhandenen "Zellenbüros" zu verdrängen begannen. Seit etwa zehn Jahren ist das Gruppenbüro auf dem Vormarsch. Dr. Ing. Ernst Sieverts, Architekt und Bürobauwissenschaftler, weist darauf hin, daß die Veränderungen in der Büroraumgestaltung unmittelbare Folgen gewandelter Kommunikationstechniken sind. Diese Entwicklung wird auf der jetzt beginnenden Orgatechnik in ihren Auswirkungen auf die Zukunft besonders deutlich ablesbar sein.

Sieverts sieht diese neue Entwicklung vor allem in folgenden Bereichen:

- Verkabelungsnotwendigkeiten

- Beleuchtung

- Raumklima

- Gruppenbüros.

Prognosen gehen dahin, daß 1990 etwa ein Drittel bis die Hälfte aller Büroarbeitsplätze mit Bildschirmen ausgerüstet sein werden. Diese Bildschirme müssen an die Verkabelungsnetze im Bürohaus angeschlossen werden können. Dazu sind Installationsdoppelböden oder Hohlraumböden notwendig, die im Fußbodenaufbau gestatten, die vielen notwendigen Kabel für Anschlüsse an mehrere Kommunikationssysteme zu verlegen. Vor allem müssen diese Anschlüsse ständig und mit geringem Aufwand wieder verändert werden können. Sieverts weist auf zuverlässige Untersuchungen hin, wonach jeder Arbeitsplatz im Laufe von vier Jahren aus organisatorischen Gründen einmal umbesetzt wird.

Umrüsten tut not

Die Beleuchtung der meisten vorhandenen Büroautomaten ist für Bildschirmarbeit ungeeignet, weil sie dafür nicht konzipiert wurde. Das bedeutet eine Umrüstungswelle in Altbauten und spezielle Entwurfsbemühungen bei Neubauten, um mit bildschirmtypischen Schwierigkeiten fertig zu werden.

So hat die Beleuchtungstechnik dafür zu sorgen, daß keine störenden Reflexblendungen der Beleuchtung au dem Bildschirm auftreten. Das ist allein mit Beleuchtungssystemen möglich, die bisher nur sehr selten angewendet wurden: mit voll oder vorwiegend indirekter Beleuchtung.

Mehr Kommunikation durch Gruppenraumbüros

Rücksichten auf die neuen Kommunikationstechniken hat die Büroraumgestaltung auch im Hinblick auf die Wärmeabgabe der Bildschirme zu nehmen. Sie erhöhen die Innenraumlufttemperatur. Deshalb müssen die Wärmelasten von Bildschirmen und Server-Einrichtungen so niedrig gehalten werden wie möglich. Das ist möglich - aber bisher kaum erklärtes Ziel der Hersteller.

Wichtigste Auswirkung neuer Kommunikationstechniken auf die Büroraumgestaltung ist jedoch in der weiten Ausbreitung einer neuen Büroraumart zu sehen, die unter der Mitwirkung von Dr. Sieverts entwickelt wurde: Gruppenraumbüros. Neue Kommunikationsstrukturen mit Bindung der Mitarbeiter an zentrale Informationssysteme erzeugen auch neue Raumgebilde. Ursache ist die besondere Bedeutung die der Begriff der Gruppenarbeit gewonnen hat. In ihr spricht die Kommunikation eine ganz vom bisherigen abweichende Rolle: Sie ist nicht mehr primär erforderlich zur Erledigung der Arbeitsaufgabe, sondern sekundäre Bindung besonderer Art weil alle Gruppenmitglieder parallel an ähnlichen Aufgaben arbeiten, sie gegenseitig vertreten und ergänzen können, darüber hinaus in der Gruppe ab soziale und Führungseinheit verbunden sind.

Die Größen solcher Gruppen sollte drei und zwölf Mitarbeitern mit einer besonderen Häufung bei Gruppen von sechs bis acht Mitarbeitern bewegen. Dem folgt das Gruppenraumkonzept. Gruppenbüros sind voll flexibel, das heißt, leicht organisatorischen Veränderungen anpaßbar. Sie haben nur so geringe Raumtiefen (bis etwa 7,5 Meter), daß sie mit normaler Heizung und Fensterlüftung auskommen können. Von der Belichtung her haben sie den Charakter von Tageslichträumen (anders als Großraumbüros, die typische Kunstlichträume sind). Das bringt erhebliche Energieeinsparungen im Betrieb mit sich.