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02.11.1984 - 

Modeterminologie für DV-Novizen

Silizium-Tanga

Mini ist toll! Werfen Sie diese Behauptung einfach mal mitten in eine Diskussionsrunde. Man wird Ihnen begeistert zustimmen, entrüstet ablehnen oder kritisch Für und Wider abwägen - je nach Alter und Geschlecht. Wenn jedoch ein Teilnehmer dieser Runde sorgenvoll die Stirn runzelt und murmelt, nur der Supermini hätte noch Zukunft, so können Sie sicher sein, einen Vertreter der Zunft der Computerleute enttarnt zu haben. Er denkt nämlich keineswegs an besonders aufregende Kleidungsstücke, sondern an profane Blechkisten mit textilfreiem Innenleben. Hier nun der Versuch, die neue Bedeutung der von dieser Branche schändlich mißbrauchten Begriffe aufzuklären und damit die entscheidenden Unterschiede zwischen aufregenden Kleidungsstücken und Siliziumplättchen darzustellen.

Mini heißt klein oder wenig oder knapp. Bei einem Rock ist das Ergebnis offensichtlich und meistens ein Anlaß zur Freude. Ein Minicomputer kann jedoch genausoviel Quadratmeter belegen wie sein großer Bruder, der sogenannte Universalcomputer, und dennoch ein Mini bleiben. Bei ihm hat Mini eine ganz andere Bedeutung erhalten: Sie betrifft den Wortschatz, also die Intelligenz des Computers.

Wenn ein Computer eine Aufgabe ausführen soll, muß sie ihm in Form von Anweisungen und Befehlen beschrieben werden. Nehmen wir . Ist er intelligent, so genügt ihm die Anweisung, bügelfreie Hemden zu waschen. Einem etwas dümmeren Computer müssen Sie sagen, daß die Temperatur nicht über 30 Grad liegen darf und das Schleudern unterbleiben muß. Einem ganz dummen Computer müssen Sie jeden Handgriff beschreiben: Wasser auf, Wasser zu, Heizung an, Heizung aus, drehen . . .

Der intelligente Universalcomputer muß nun, um jede Wäsche waschen zu können, für jede Textilart das entsprechende Kommando verstehen, also "Wasche Bettbezüge" oder "Wasche Socken". Deshalb sind Universalcomputer die Intelligenzbestien unter den Rechnern. Sie erreichen zwar nicht gerade den Durchschnittswortschatz eines Amerikaners (600 Worte), aber rund 260 verschiedene Anweisungen verstehen sie direkt und können sie auch ausführen.

Für eine jede Anweisung befindet sich nun im Gehirn des Computers eine detaillierte Beschreibung aller Einzelmaßnahmen, die zur Ausführung des Auftrags benötigt werden. Desto mehr Anweisungen dieser Computer direkt versteht, um so mehr einzelne Beschreibungen sind in ihm enthalten; und um so länger dauert es, bis der Computer die benötigte Beschreibung gefunden und verstanden hat.

Minis - einfältig, aber schnell

Minicomputer wurden ursprünglich für die Produktionssteuerung entwickelt. Die Aufgaben waren nicht sehr vielfältig, mußten aber sehr schnell ausgeführt werden, damit das zu bohrende Loch nicht an der falschen Stelle saß. So erhielten die Minicomputer einen begrenzten Wortschatz; und den konnten sie sehr schnell ausführen, weil sie nicht soviel nachdenken mußten um den Sinn zu verstehen. In Zahlen: Minicomputer beherrschen rund 130 verschiedene Anweisungen.

Erinnern wir uns an den wäschewaschenden Computer: Die Waschprogramme unterscheiden sich durch Temperatur und Ablauf. Statt für jedes Gewebe eine eigene Anweisung zu verwenden, brauchen wir nur die Wassertemperatur zu verändern, um mit den sonst gleichen Anweisungen unterschiedliche Waschprogramme ablaufen zu lassen.

Der Minicomputer muß also nicht im Detail beschrieben haben, wie das Waschprogramm für Oberhemden, Unterhosen, Seidentücher oder Leinwandsäcke aussieht. Er kennt die Funktionen Wasser warm machen, waschen, schleudern und pumpen, denn in sie laßt sich jedes Waschprogramm zerlegen.

So wie sich die zehn Gebote auf einer Seite darstellen lassen, braucht auch die Beschreibung dieser wenigen Befehle weniger Raum. So bestanden Minicomputer aus weniger Teilen und wurden damit nicht nur schneller, sondern auch billiger. Natürlich verstanden sie damit einige komplizierte Anweisungen nicht mehr. Sie mußten in Folgen einfacher, klarer Befehle zerlegt werden, die der Mini nacheinander abarbeiten konnte. Sollte also ein Mini die Aufgaben eines Universalcomputers übernehmen, so wurden manche Programme - die Folge der Anweisungen - größer; und auch die Bearbeitung dauerte etwas länger.

Die wenigen Anweisungen, die der Mini jedoch direkt verstand, konnte er ohne langes Nachdenken sehr schnell ausführen. Zum Vergleich: Ein Mini braucht zur Ausführung eines sehr einfachen Kommandos etwa nur ein Zehntel der Zeit, die bei einem Universalcomputer erforderlich ist.

Wenn ein Mini Kaffee kocht

Nehmen wir ein anderes Beispiel, bei dem beide Computertypen die gleiche Aufgabe ausführen sollen. Dem Universalcomputer genügt der Auftrag

1. Koche um acht Uhr sechs Tassen Kaffee

Die einzelnen Arbeitsschritte stehen im Handbuch des Computers zur Befehlsausführung - fest als technische Verdrahtung, als Kleingedrucktes im Mikrocode oder als Erläuterung im Betriebssystem. Dem Mini müssen wir die gestellte Aufgabe ausführlich beschreiben:

1. Beobachte die Uhr, bis der große Zeiger auf 12 und der kleine Zeiger auf 8 steht.

2. Nimm die leere Kanne und fülle sie mit sechs Tassen Wasser

3. Gieße das Wasser in die ausgeschaltete Maschine

4. Leg einen neuen Filter ein und schütte sechs Löffel Kaffee hinein

5. Setze den Filter unter den Wasserauslauf und die leere Kanne

6. Schalte die Kaffeemaschine ein

Wir wollen jetzt keinen Kaffee, sondern lieber Tee, muß der Universalcomputer eine komplette neue Anweisung verstehen:

1. Koche um acht Uhr sechs Tassen Tee.

Beim Mini ersetzen wir lediglich die Teilanweisung Nr. 4 und befehlen statt Kaffee Tee zu nehmen. Die übrigen Anweisungen bleiben unverändert.

Die gesellschaftsfähigen Ameisen

So wie nun ein kostenbewußtes Unternehmen lieber Ameise zum Melken der Blattläuse einsetzt statt eines Wissenschaftlers mit Mikroskop, fanden die Minis bald ihren Weg in die sogenannte kommerzielle Datenverarbeitung. Die hier benötigten komplizierten Anweisungen zum Speichern und Wiederfinden wichtiger Informationen wurden ihnen im Detail erläutert. Ihre Geschwindigkeit war die Voraussetzung, viele gleichzeitig mit diesem Computer arbeitende Menschen fast ohne Verzögerung zu bedienen. So basieren fast alle modernen kommerziellen Kleinrechner auf Minicomputer.

Kehren wir zurück zu unserem Vergleich mit dem weiblichen Kleidungsstück: Der Universalcomputer ist der Allwetter-Hosenrock mit alternativen Knöpfen und Reißverschlüssen. Der Mini ist der breite Gürtel.

Mikrotechnologie - die Schere am Mini

Führen wir den Mini von seinen repräsentativen Aufgaben auf seine ursprüngliche Funktion - die Bedeckung von Blößen - zurück, kommen wir zum Tanga. Während wir hier jedoch gewisse Mindestgrößen bei der Wahrung des Anstands nicht unterschreiten können, ist bei der Verkleinerung von Computerbausteinen heute noch keine Grenze der Miniaturisierung abzusehen. Immer mehr einzelne Teile, Baugruppen und Elemente wurden auf einem einzigen Plättchen zusammengefaßt. Die Abmessungen liegen heute bereits bei einem Tausendstel Millimeter - einem Mikrometer. Diese - mechanische - Größenordnung gab der Technologie ihren Namen: Die Mikroelektronik sitzt heute in Ihrem Auto, Ihrer Waschmaschine oder Ihrem modernen Ersatz für Mensch-ärgere-Dich-nicht.

Und als es gelang, erstmalig alle Teilchen eines kompletten Rechners auf einem Plättchen zu vereinigen, gab man ihm die Bezeichnung "Mikroprozessor" und dem Computer in dem dieser Prozessor wirkte analog den Namen "Mikrocomputer" .

Gehen wir noch mal zurück zu den Stufen beim Weg vom Hosenrock zum Tanga: Der Minicomputer erhielt seinen Namen, weil sein Wissen mini war. Der Mikrocomputer heißt so, weil sein Mikroprozessor nur einen Bruchteil des sonst üblichen Raums beansprucht.

Stoff kontra Silizium

Eine Parallele gibt es zwischen Mikroprozessoren kannten nur ja, nein, holen, bringen und zählen. In unserem Waschprogramm müßte die Funktion "Wasser einlaufen lassen" zerlegt werden in "Hahn auf", "Füllmenge beachten" und "Hahn zu". Sie hatten also auch einen Mikro-Wortschatz. Heute gilt das alles nicht mehr. Ein Minicomputer kann mit einem Mikroprozessor arbeiten, der so klug ist wie ein Universalcomputer. Hier scheitert der Vergleich mit der Mode; und hier haben Sie auch einen entscheidenden Unterschied zwischen der Sprache der Technokraten und der Designer. Oder können Sie sich einen Allwetter-Tanga mit Knöpfen und Reißverschluß vorstellen.

Fassen wir noch mal zusammen. Ein Minicomputer ist ein Rechner, der zwar nicht viel versteht, aber schnell reagiert. Ein Mikrocomputer ist ein Rechner, der um einen miniaturisierten Prozessor, einen Mikroprozessor, herumgebaut wurde. Und wenn das besonders fein klingen soll schreiben Sie Micro statt Mikro.

Zur Vertiefung der Mißverständnisse: Mikrowellen heißen so, weil ihre Wellenlänge klein; mikro, ist. Ein Mikrowellenherd kann einen Mikroprozessor enthalten, der Sie warnt, wann das Frühstücksei zum Stein wird. Ihre Gemeinsamkeiten beschränken sich im Prinzip auf den Mond: Beide sind zivile Ergebnisse der Weltraumforschung.

Super und Hauptrahmen

Super ist teurer als Normal. Ist es auch besser; oder hat es seine Daseinsberechtigung nur wegen gewisser Unzulänglichkeiten seiner Verbraucher? Ein Superstar bekommt mehr Geld als ein Normalstar. Ist ein Supermini ein besonders schmaler Gürtel, kostet er nur mehr oder kompensiert er gewisse Unfähigkeiten seiner Anwender?

Wir hatten festgestellt, daß Minis - wir sprechen jetzt wieder von Computern - zweckentfremdet und als kleinere Universalrechner eingesetzt wurden. Dazu mußten sie einige Dinge hinzulernen. Dieser Typ verfügt zwar über die Geschwindigkeit des Normal-Minis, hat darüber hinaus jedoch bereits Ansätze der Intelligenz eines Universalrechners. Um das in den Worten des modernen Menschen darzustellen, erfanden die Markteting-Strategen den Begriff des Supermini. Das klang gut; und damit sich niemand unerlaubt mit diesen Federn schmückt, wurde von einem renommierten und gut bezahlten Institut genau definiert, was sich als Supermini bezeichnen darf.

Die Mikroleute wollten nicht zurückstehen. Sie mußten ausdrücken daß ihr Mikro eben nicht mehr Mikro ist. Supermikro, den Hirnen phantasieloser Technokraten entsprungen setzte sich nicht durch. Pfiffige Marketingleute wählten einen Begriff aus der Universalrechner-Sprache: Mainframe. Das heißt zwar nur Hauptrahmen, hat sich jedoch als Synonym für leistungsfähige Großrechner eingebürgert. Diese Wort kombinierte man mit Mikro; und heraus kam die Mikro-Mainframe - der Versuch, durch Wortschöpfungen Dimensionen darzustellen. Schon Historie ist, daß der so bezeichnete Mikrocomputer bereits nach wenigen Monaten von der Entwicklung überholt wurde.

Der Tanga zum Spielen

Erinnern wir uns: Mikrocomputer besagt nur, daß eine Kiste um einen Mikroprozessor herumgebaut wurde. Was man damit machen kann, bleibt zunächst Geheimnis.

Die Aufgabe eines Minirocks ist einfach zu definieren: Er soll auf interessante Weise den gesellschaftlichen Normen hinsichtlich Verhüllung exponierter Körperteile Genüge tun. Auf Deutsch: Er soll den Po bedecken. Möglichst nicht mehr.

Über die Aufgaben von Minicomputern sprachen wir schon. Bei Mikrocomputern ergeben sich völlig neue Aspekte; und die haben mit Geld zu tun. Die Verkleinerung brachte unter anderem auch preiswerte Herstellung mit sich. Man braucht weniger Blech; und wenn alle Teile schon auf einem Siliziumplättchen vereinigt sind, müssen sie nicht mühsam zusammengelötet werden. So rückte der Mikrocomputer in die Preisklasse eines Videorecorders.

Die geringen Abmessungen beeinträchtigen jedoch nicht die Potenz beim Zusammenzählen, vergleichen oder speichern und wiederfinden. Das prädestinierte sie als Spielpartner - erinnern Sie sich an Ihre glückliche Jugend und wie oft Sie bei Mühle, 66 oder Schafskopf verloren haben, weil Sie falsch gerechnet oder etwas vergessen haben. So entstand die Generation der Spiel-, Heim- und Hobbycomputer, die immer dann ihre Überlegenheit ausspielten, wenn gutes Gedächtnis gefragt war.

Privates und Persönliches

Wenn aber ein solcher Mikrocomputer gut Karten zählen kann - dann kann er auch die Portokasse führen. Und statt der Tabelle der Bundesliga könnte er auch eine Währungstabelle berechnen. So schleppten viele glückliche Spielcomputer-Besitzer ihr Wunderding ins Büro und präsentierten einer fassungslosen Umwelt, wie man mit Tastenknöpfen und Fernseher Bleistifte, Taschenrechner und Radiergummis überflüssig machen kann.

Manche Unternehmen merkten schnell, daß wertvolle Mitarbeiter wertvoller werden, wenn sie nicht radieren. Andere sind sich heute noch nicht sicher. Zur Überraschung der Hersteller dieser Geräte kamen plötzlich Bestellungen nicht vom Kaufhaus, sondern von der Einkaufsabteilung eines Konzerns. Mit Hobby hatte das nur am Rande zu tun, privat war es auch nicht. So standen die Hersteller auf dem falschen Fuß, als nach einer Bezeichnung für Geräte und Anwendung gesucht wurde. Mikrocomputer beschrieb die Technik und galt für alles, Kleincomputer war schon belegt, Tischrechner erinnerte an Rechenmaschine; und Homecomputer wurde der Anwendung nicht gerecht.

Die Diskussion wurde beendet, als der Branchenprimus beschloß, auch in diesem Gebiet Geld zu verdienen. Er legte fest, daß es sich hierbei um einen persönlichen Computer handelt. Das sagt nichts über die Anwendung, aber beschreibt das wesentlichste Merkmal: Dieser Computer steht seinem Inhaber persönlich exklusiv zur Verfügung. Und weil man in der "lnternationalen Business Machinen Welt" englisch redet, hieß das Ding kurzerhand PC - Personal Computer. Das hat weder mit Personalrat noch mit Küchenhilfe etwas zu tun, sondern ist das englische Wort für persönlich.

Ein PC ist also - unabhängig vom Hersteller - der Mikrocomputer, der einem arbeitenden Menschen persönlich zur Verfügung steht.

Wirtschaftsfaktor Rocklänge

Mikrocomputer und Jobkiller werden gerne in einem Atemzug genannt. Beziehen wir sie in unseren Vergleich mit ein: Ein Mini muß nicht billiger als ein Midi sein; und ein Tanga ist hinsichtlich der benötigten Stoffmenge vielfach teurer als ein T-Shirt. Anderseits ist nicht von der Hand zu weisen, daß die Midi-Mode ursprünglich zur Sanierung der notleidenden Textilindustie kreiert wurde.

Ob der Mikrocomputer als Jobkiller bezeichnet wird, hängt davon ab, ob der betreffende Gewinn oder Verlust erwartet. Gehen wir davon aus, daß ein Personal Computer an einem Arbeitsplatz nicht weniger, sondern zunächst mehr Arbeit verursacht - allerdings in der gleichen Zeit. Dabei sind es weniger herkömmliche Arbeiten, als vielmehr völlig neue Aufgabenstellung, die zuvor nicht vorstellbar waren.

Übersehen wir nicht, daß diese neue Art Spaß machen kann, weil sie viele spielerische Effekte enthält. Ausprobieren und durchspielen sind durchaus ernsthafte Vokabeln beim Arbeiten mit einem Computer. Ein Minirock soll auch nicht Ersatz für wetterfeste Beinkleider sein; und der praktische Nutzen eines Tangas ist zumindest umstritten.

Kein Zweifel sollte jedoch bestehen, daß Menschen, die nicht mehr können und wollen als ein Mikrocomputer - zählen, vergleichen, ablegen und wiederfinden -, es zukünftig schwerhaben werden, eine Entscheidung zu ihren Gunsten zu erreichen. Aber schließlich ist und bleibt der Mensch mehr als ein Mikro, ein Mini oder ein Mainframe. Der Mensch ist ein Informationsphänomen; und wir verdenken es den erfolglosen Versuchen der Computerbauer, das alles mit Silizium nachzubauen, daß der Unterschied klargestellt wurde.

Lassen Sie sich nicht beeindrucken, wenn jemand von den zwei Millionen Rechenoperationen schwärmt, die ein Mini in einer Sekunde ausführen kann. Hier wird nur Qualität durch Masse ersetzt. Setzen Sie zwei Millionen Erstkläßler an einen langen Tisch, lassen Sie jeden eins und eins zusammenzählen und das Ergebnis an seinen Nachbarn weiterreichen. Auch so erhalten Sie zwei Millionen Rechenoperationen pro Sekunde. Einstein hätte jedoch Schwierigkeiten, dieser Kette seine Theorien zu erklären.

Einstein und die Erstkläßler

Die Computerleute sind sehr stolz darauf, daß sie es geschafft haben die Erstkläßler so zu verkleinern, daß sie alle und ihr Tisch auf ein paar Quadratmillimeter Silizium passen. Klüger sind sie dadurch nicht geworden. Wenn lhre Nähmaschine mit dem eingebauten Mikrocomputer tolle Stickmuster produziert, so ist das dem tollen Menschen zu verdanken, der diese Muster entworfen und programmiert hat.

Beim Minirock und beim Tanga sind der Verkleinerung natürliche Grenzen gesetzt - wir sprachen schon davon. Beim Mikrocomputer gilt das (noch) nicht. Aber es dient lediglich dazu, noch mehr Erstkläßler auf noch weniger Raum zusammenzuquetschen. Hier macht's die Masse, Bleiben Sie Klasse; und benutzen Sie die Masse, um attraktiver zu werden. Womit wir beim Unterschied zwischen Mode und Technik angekommen wären.

Peter Steding ist Produkt Marketing Manager Small Systems bei der MAI Deutschland GmbH, Frankfurt