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10.06.1988 - 

Neue Rechnerserie scheint sich zum Renner zu entwickeln - Anwender ordern fast blind:

Silverlake verbindet /36- und /38-Welt

MÜNCHEN (ch) - Schrägstrich-Anwender haben wieder eine Zukunft: Am 21. Juni wird IBM den Schleier lüften, der zur Zeit noch "Silverlake" umgibt, das Nachfolgemodell für die Rechnerlinien /36 und /38. Der Maschine liegt eine /38-ähnliche Architektur zugrunde. Programme für die /36 müssen neu kompiliert werden.

Software für bestehende /38-Installationen soll das Gerät auf Basis einer Emulation relativ problemlos verarbeiten. Die Konvertierung von Software für /36- und /38-Systeme werde über den Mikrocode gesteuert, teilte ein von IBM vorab in Kenntnis gesetzter potentieller Anwender mit. In der Praxis soll das bedeuten, der Rechner erkenne solche Applikationen und konvertiere sie "fast automatisch". Eine spätere Version der Systemsoftware wird dann IBMs System Application Architecture SAA unterstützen und leistungshungrigen Anwendern damit möglicherweise einen Migrationspfad zur 370-Architektur eröffnen.

Nach derzeit vorliegenden Informationen wird es zwei getrennte Produktlinien der Silverlake geben, die IBM-intern den Entwicklungsnamen "Olympia" trägt. Der kleinere Zweig der Produktfamilie besteht aus den Modellen B10 und B20. Den oberen Ast bilden die leistungsfähigeren Typen B30, B40, B50 und B60. Innerhalb der einzelnen Äste soll der Anwender seine Maschine aufrüsten können. Dagegen ist laut Aussage eines Insiders eine Migration zwischen den beiden Linien nicht möglich.

Die kleineren Silverlake/Olympia-Modelle B10 und B20 bedienen bis zu 40 Terminals, und zwar sowohl asynchrone ASCII-Terminals als auch 3270- oder 5250-Bildschirme. Die Hauptspeicherkapazität soll 4 beziehungsweise 8 Megabyte betragen.

Wie verlautet, ist die Maschine mit acht Kommunikationsleitungen mit Übertragungskapazitäten von je 64 Kilobit je Sekunde ausgestattet. Außerdem lasse sich eine Steuerkarte für Token-Ring-LANs integrieren und somit eine Anbindung für PC-Netze schaffen.

Die Modellreihe B30 bis B60 unterstützt dagegen bis zu 640 Arbeitsplätze und greift auf maximal 64 MB Hauptspeicher zu. Verschiedene Quellen sprechen von 96 M13 Arbeitsspeicherkapazität und damit der doppelten Speichergröße einer /38 in der größten Ausbaustufe. Die Maschine verwaltet bis zu 54 GB an Plattenspeicher. Neben 32 Kommunikationsleitungen wartet Olympia mit der Möglichkeit zur Installation von drei LAN-Karten auf.

Die Palette der unterstützten Peripherie umfaßt 3370-Platten sowie - zu einem späteren Zeitpunkt - eine Reihe schnellerer Laufwerke der 933X-Familie. Nicht anschließen lassen sich dagegen der in /36-Anwenderkreisen populäre Drucker 3262 und, unter Release 1.1 der Systemsoftware, die Bandlaufwerke 3411, 3430 und 3422.

Dieses Release soll auch die Sprachen RPG III, Cobol, PL/1, Fortran, Pascal und Basic unterstützen. Hinsichtlich der Unterstützung von RPG besteht allerdings eine Unklarheit: Es ist nicht sicher, in welchem Umfang die Sprache auch von SAA unterstützt wird. Die Rede ist von zwei RPG-Versionen: eine mit dem gesamten Funktionsumfang und eine mit reduzierter Funktionalität, die aber SAA-kompatibel sein soll.

Die offizielle Ankündigung der Maschinen ist für den 21. Juni geplant, die ersten Customer-Shipments sollen schon etwa vier Wochen später stattfinden. Zuerst werden die großen Modelle zur Verfügung stehen, die kleineren werden dann sukzessive folgen. Das Preis/ Leistungs-Verhältnis soll um etwa 20 Prozent besser sein als bei den abgelösten Maschinen.

Konkreteres wurde jedoch hinsichtlich der Preise bisher noch nicht bekannt. Nichtsdestoweniger hat bereits ein Run auf die Maschinen eingesetzt: Wie aus Insiderkreisen verlautete, liegen jetzt schon Bestellungen en masse für die neue Rechnerlinie vor. Allein von Anwendern im Münchener Raum sollen bereits 1200 Exemplare geordert worden sein. Das bringt aber auch Probleme mit sich: Schon die Bestellungen aus Europa reichten aus, IBMs Produktion auf ein Jahr auszulasten, rechnete ein Experte vor.