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18.01.1980 - 

Planungsperspektiven der GMD für die 80er Jahre:

Simulation, Kommunikation und Wirkungsforschung

St. AUGUSTIN (pi) - Einen offiziellen Informationsbesuch hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung und Technologie, Erwin Stahl, am 18. Dezember 1979 der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD) abgestattet. Anläßlich dieses Besuches führten Vorstand und Wissenschaftler der GMD Ergebnisse aus ihren laufenden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten vor und ordneten diese ein in die Planungsperspektiven und Forschungsprogramme der GMD für die achtziger Jahre.

Mit dem Programm "Planungsmodelle für öffentliche Aufgaben" setzt sich die GMD im Rahmen ihrer Langfristplanung das Ziel, mathematische und computergestützte Planungsmodelle in Regierung und Verwaltung zu verbreiten, sie methodisch und DV-technisch zu verbessern und die Grenzen und Wirkungen solcher Modelle transparent zu machen. Illustriert wurden diese Arbeiten durch die Vorführung eines Planungsmodells für das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), das die GMD für das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft entwickelt hat. Mit diesem Modell können die finanziellen und sozialen Wirkungen von Änderungen der BAföG-Vorschriften simuliert werden. Das Modellbanksystem (MBS) gestattet, die Entwicklung und den Betrieb von Planungsmodellen erheblich bequemer und billiger zu gestalten; dieses Softwaresystem wurde am Beispiel eines Bevölkerungsprognosemodells und der gegenläufigen Entwicklung von Erwerbstätigenpotentialen einerseits und Rentnerzahlen andererseits diskutiert. Die sich aus diesen Vorführungen ergebende Diskussion mit dem Staatssekretär zeigte, wie hilfreich computerunterstützte Planungsmodelle zur Analyse politisch bedeutsamer Fragen sind.

Mit ihrem Programm "Textkommunikation" will die GMD für die Hauptzielgruppe ihrer Arbeit, die öffentliche Verwaltung, Konzepte für zukünftige Kommunikationssysteme entwickeln. Zur empirischen Abstützung ihrer theoretischen Arbeiten soll in der GMD ein für den Behördenbereich beispielhaftes Textkommunikationssystem aufgebaut werden. Als dessen Vorläufer kann das in der GMD entwickelte Computerkonferenzsystem Komex dienen, von dessen Leistungsfähigkeit sich der Staatssekretär bei der Demonstration überzeugen konnte. Komex stellt einen Schritt in die Richtung auf das "Büro der Zukunft" dar, in dem es sowohl typische Konferenzdienste, zum Beispiel das Austauschen von Nachrichten zwischen Konferenzteilnehmern, als auch klassische Bürofunktionen wie Ablage von Post, Wiedervorlage, Führen eines Terminkalenders in sich vereinigt.

Im dritten Programmpunkt stellte die GMD dem Staatssekretär ihre bisherigen und geplanten Arbeiten auf dem Gebiet der "Wirkungsforschung" vor. (Erforschung der Auswirkungen des Einsatzes neuer Informationstechnologien.) Es herrscht zwar mittlerweile Einigkeit darüber, daß der Wirkungsforschung zunehmende Bedeutung für eine erfolgreiche Bewältigung unserer Zukunftsprobleme zukommt, daß das vorhandene Wissen auf diesem Gebiet gegenwärtig noch äußerst begrenzt ist und einschlägige Forschungsvorhaben zur Zeit noch gravierende Lücken aufweisen. Es ist deshalb ein Anliegen der GMD, im Rahmen ihrer allgemeinen Aufgabenstellung "Informationstechnologie für Organisationen im öffentlichen Bereich" diese Lücken in der Forschungslandschaft aufzuspüren und durch ihre eigene Forschung zu schließen. Im Mittelpunkt der Arbeit der zur Zeit im Aufbau befindlichen Forschungsgruppe werden dabei drei Aufgabenschwerpunkte stehen. Die Analyse der bereits feststellbaren Auswirkungen neuer Informationstechnologie (technikabschätzende Wirkungsforschung), die vorausschauende Analyse und die Möglichkeit der Steuerung bei der Entwicklung neuer Techniken (technikgestaltende Wirkungsforschung) und die Identifikation von sozialen Problemfeldern, zu deren Lösung neu zu entwickelnde Informationstechnologien beitragen könnten (technikanstoßende Wirkungsforschung).

Staatssekretär Stahl bezeichnete in einer Zusammenfassung zum Abschluß seines Besuches die Arbeit der GMD als vorbildlich. Er wies insbesondere auf die große Bedeutung des Arbeitsgebietes Wirkungsforschung der GMD hin. Zur weiteren Vertiefung der während der Präsentation angesprochenen Fragen sei er an einem weiteren Besuch in der GMD sehr interessiert, erklärte Stahl. Darüber hinaus regte er einen Besuch von Mitgliedern des Bundestagsausschusses für Forschung und Technologie in der GMD an.