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11.12.1974

Simulation und Optimierung mit Modellierungs-Systemen

MÜNCHEN - Unter dem zunehmenden Kostendruck wächst in den EDV-Abteilungen der Wunsch nach Rationalisierung der Rechenzentren und Verbesserung der Systemleistung. In der CW vom 27. November wurde bereits über Tuning-Software in Deutschland und die Funktionsweise von Hardware- und Software-Monitoren gesprochen. Neben diesen Meß- und Analysesystemen, die vor allem zur Performance-Verbesserung eingesetzt werden, gibt es Modellierungssysteme, wie zum Beispiel Scert CASE, ECSS und andere. - Bislang jedoch war derartigen Systemen in Deutschland kein großer Erfolg beschieden.

Welche Aufgabe erfüllt ein solches Modellierungssystem?

Man muß unterscheiden zwischen Systemen, die auf der Basis von Simulationsverfahren arbeiten, und solchen die mit analytischen Verfahren Partial-Modells bestehender Konfigurationselemente verwenden.

Scert ist ein Simulator, der mit einem Aufwand von 600 Mannjahren entwickelt wurde und schon seit 1962 auf dem Markt ist. Er gehört zu den sogenannten self-driven Simulatoren, die eine eigene Sprache haben und mit einer Faktorenbibliothek arbeiten.

Eine Faktorenbibliothek enthält die Leistungsdaten aller am Markt erhältlichen EDV-Systeme. Die Informationen werden durch Messung mit Monitoren (s. CW Nr. 4) und aus Ausgaben der Hersteller gewonnen. Scert verwendet einen Hardware/ Software-Monitor Dynaprobe/Dynapar. Die ermittelten Leistungsdaten werden im Modellierungssystem zur Simulation verwendet. Eine Zentraleinheit etwa wird mit zirka 800 Leistungsdaten beschrieben.

Die primäre Bedeutung von Modellierungssystemen liegt nicht in der Optimierung vorhandener Anlagen wie bei den Meß- und Analysesystemen. Ihre Anwendung liegt vor allem vor der Installation neuer Hardware im Sinne einer optimalen Auswahl und eines optimalen System-Designs. Die marktpolitische Bedeutung solcher Systeme könnte auch in Deutschland größer werden, wenn Großanwender ihren potentiellen Hardware-Lieferanten eine Scert-Analyse als zwingenden Bestandteil des Angebots vorschreiben würden. Das US-Behörden, die solche Analysen seit Jahren verlangt haben, sind dafür ein Beispiel. Die Aktualität der Faktorenbibliothek wird durch das US-Softwarehaus Comress gewährleistet. So waren beispielsweise die Leistungsdaten der Serie IBM 370 schon vor der Freigabe der Systeme gespeichert. Einer der bekanntesten Scert-Anwender in Deutschland ist VW. Hier gab es schon vor Jahren eigene Scert-Analytiker (wird fortgesetzt).