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08.03.1985 - 

Bei französischer Staatsaktion auf dem Schulcomputermarkt:

Sinclair drängt ins DV-Rampenlicht

PARIS (lo) - Einen Fuß zwischen Tür und Angel in der französischen Schule bekommen möchte der englische Mikrocomputerhersteller Sir Clive Sinclair. Diesen Wunsch adressierte er in einem Schreiben an den Premierminister Laurent Fabius. Anlaß ist die Großaktion "Computer für die Ausbildung" des Nachbarlandes.

Der Boß des englischen Mikrocomputerunternehmens hat jedoch nicht allein die Hand auf der Klinke der Schultür. Renommierte Mitbewerber wie IBM oder Apple stehen bereits schon Schlange, um ebenfalls bei dem Bildungsspektakel dabeisein zu können. Der Einsatz lohnt sich: 120 000 Computer einschließlich Peripherie in öffentlichen Erziehungsstätten sowie in dazu eigens geschaffenen Zentren sollen im September zu Beginn des neuen Schuljahrs Frankreichs Nachwuchs zur Verfügung stehen.

Neben dem Ausbildungssektor will der rührige Mikro-Adlige auch engeren Kontakt zur europäischen Ausbildungskommission (EEC) knüpfen, um über diese Einrichtung den Weg für andere europäische Unternehmen in den französischen Schulcomputermarkt zu öffnen.

Bislang zeigte die französische Regierung allerdings einer solchen Annäherung die kalte Schulter und bevorzugt die öffentliche Industrie: Den Hauptteil an Aufträgen für das Schulprogramm erhalten Bull und Thomson, ließen offizielle Stellen verlauten.

Sinclair war bisher in Frankreich nicht untätig gewesen und konnte sich seinen Marktanteil sichern. Mit Softwareentwicklungen für den Unterricht bahnte er sich einen Weg ins französische Klassenzimmer; das Gebiet der Erwachsenenbildung verhalf zu regem Umsatz von Mikrorechnern. Derzeit laufen zudem Gespräche über eine Produktion von Computern zusammen mit einem französischen Partner.

Allerdings könnten noch ausstehende offizielle Entscheidungen aus Paris Sinclair einen Strich durch die Rechnung machen. Unterverträge, etwa mit der Telekommunikationsgruppe CIT-Alcatel, würden dann den englischen Mikro-Maxi zum Umdenken zwingen - wie auch die Möglichkeit der französischen Regierung, auf bereits vorhandene Herstellungsorte zurückzugreifen.