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13.07.1979

Sind EDV Verträge fairer geworden?

Sind die Verträge für Kauf, Miete oder Leasing von Hard- oder Saftware in den letzten Jahren klarer geworden, was darauf zurückzuführen wäre, daß die Hersteller allgemein vorsichtiger taktieren, wie Sigmund Braun, DV-Leiter der Chase Bank in Frankfurt aus eigener Praxis berichtet? Oder aber existieren immer noch Kontrakte, bei denen, so Sieghard Rotter, EDV-Chef bei Gervais Danone in München, von antiquierten Vorstellungen ausgegangen wird, die meist mit Einschränkungen für den Käufer verbunden sind? Bei der Wiveda Wigesa Apothekergenossenschaft in Planegg ist das Vertragsverhältnis "von einem großen Vertrauen zum Marktführer geprägt" - in der Hoffnung, daß die Verträge "nicht bis in letzter Konsequenz angewendet werden", wie DV-Leiter Rolf Gude die in IBM gesetzten Fair-Play-Erwartungen seines Unternehmens schildert.

Rolf Gude,

EDV-Leiter der Wiveda-Wigesa, Vereinigte Apothekergenossenschaften e. G., Planegg

Uns als Anwender von EDV-Anlagen mit den ständig abzuschließenden Verträgen drückt hier besonders der Schuh. Wir sind in der Hauptsache IBM-Kunden, haben aber auch Fremdperipherie installiert. Das Überprüfen von EDV-Verträgen im juristischen Sinn bedeutet einen Dauerkontakt zu unseren Anwälten. Das Vertragsverhältnis zur IBM ist von einem großen Vertrauen getragen. Uns ist es nicht möglich, jede Änderung der Verträge juristisch zu überprüfen. Wir vertrauen daher, daß die Verträge nicht bis in letzter Konsequenz angewendet werden. Falls wir einmal negative Erfahrungen in der Anwendung von Vertragspunkten gewinnen würden, wäre das bisher fruchtbare Zusammenarbeiten mit der IBM gestört. Wir hoffen auf die bisher gezeigte kulante Haltung des Marktführers.

Wir wissen, daß im Behördenbereich unterschiedliche Verträge angeboten werden, die aber auch nachteilige Konditionen des Anwenders zur Folge haben. Anfang der 70er Jahre bemühten wir uns, ähnliche Vertragsgestaltungen wie die der Behörden zu erhalten, sind aber auf massiven Widerstand gestoßen.

Bei den Verträgen zur Peripherie gehen wir nur kurze, überschaubare Laufzeiten ein, so daß wir für diesen Bereich der Meinung sind, das Risiko zu mindern.

Sigmund Braun,

DV-Leiter der Chase Bank in Frankfurt

Wir haben früher, als wir noch Anfänger waren, unsere Verträge in die Rechtsberatung gegeben. In der letzten Zeit war dies allerdings nicht mehr erforderlich, denn ich bin der Meinung, daß die Verträge klarer geworden sind und sich heute kaum noch problematisch darstellen. Es gibt inzwischen mehr Erfahrungen auf diesem Gebiet als beispielsweise noch vor etwa zehn Jahren, als die EDV wesentlich diffiziler war. Außerdem sind die Hersteller vorsichtiger geworden, weiI die Systeme, mit Ausnahme der Großanlagen, schneller ausgewechselt werden können, als es früher der Fall war.

In unserem Haus trifft die generelle Vertragsentscheidung der stellvertretende Direktor der inneren Verwaltung, der gleichzeitig die gesamte Organisation leitet, unter Rücksprache mit seinen jeweiligen Vorgesetzten. Die eigentliche Entscheidung ist jedoch eher eine Synthese aus Gesprächen zwischen dem Direktor der inneren Verwaltung, dem Leiter der Systemabteilung und dem DV-Leiter.

Wenn heute zum Beispiel ein neues Datensystem eingeführt wird, ist eine rechtliche Prüfung kaum noch notwendig.

Mit Ausnahme von Kleinigkeiten haben wir bislang grundsätzlich noch keine Probleme mit EDV-Verträgen gehabt. Unsere Verträge können wohl ausschließlich als sogenannte Schubladenverträge bezeichnet werden, die einmal formal abgeschlossen, nicht mehr in Erscheinung treten.

Sieghard Rotter, EDV-Leiter, Gervais Danone, München

Innerhalb der letzten Jahre haben sich die EDV-Verträge über Kauf, Miete oder Leasing von Hardware und Software aus der Sich des Anwenders gewandelt. Diese Aussage bezieht sich vorwiegend auf die Vertragsdetails, die dem Anwender bei Vertragsabschluß mehr Flexibilität in einigen vom Markt oder von der technologischen Entwicklung bestimmten Punkten einräumt.

Im wesentlichen bezieht sich die vom Anwender gewünschte Flexibilität auf die Freistellung der Entscheidung bei Vertragsabschluß für Hardware in den Finanzierungsfragen. Gemeint ist damit, daß es ohnehin bei der derzeitigen technologischen Entwicklung schwierig ist, die richtige Hardware mit einer sinnvollen Ausstattung termingebunden zu disponieren. Der Markt ist heute einmal durch eine hohe Lieferbereitschaft für bestimmte Geräte gekennzeichnet, aber im Gegensatz dazu auch durch eine recht langfristige Disposition oder Lieferbereitschaft (siehe am Beispiel der 43er Serie des Marktführes).

Jeder Vertrag wird in unserem Haus unter Einschaltung der Rechtsabteilung abgeschlossen. Er kann nicht allein vom Fachbereichsleiter entschieden werden, obwohl seine Entscheidung dabei sehr maßgeblich ist. Der EDV-Leiter entscheidet im fachlichen Rahmen unter Berücksichtigung der jeweiligen Aufgabenstellung. Die rechtliche Prüfung der Verträge fällt in die Kompetenz der Rechtsabteilung. Ein weiteres Mitspracherecht hat der Bereichsleiter Finanzen.