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EDV-Leiter stellt Frieden mit den Fachabteilungen her:


25.04.1980 - 

Siros lichtet den Auswertungsdschungel

NÜRTINGEN (je) - Seit mehr als einem Jahr ist die Nürtinger Karl M. Reich Maschinenfabrik GmbH (Markenzeichen: "Holz Her"), Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen, Elektrowerkzeugen und Geräten der Verbindungstechnik Anwender des "Schnellen Informations- und Retrieval-Systems" (Siros), das das Bensheimer Softwarehaus Ton Beller vertreibt.

EDV/Org-Leiter Klaus-Peter Reutter, dessen Team aus einem Systemprogrammierer, drei Programmierern und zwei Operatoren besteht, berichtet über die Entscheidungsgrundlagen und Erfahrungen im Zusammenhang mit Siros. Seine Darstellung - und dies betont er ausdrücklich - "soll kein Werbeschreiben sein."

Konventioneller Abteilungsfrust

Welcher EDV-Leiter kennt nicht den Appetit der Fachabteilung nach ständig in Form und Aufbau wechselnden Auswertungen? Diesem bei Änderung und Erweiterung der betrieblichen Organisations-Struktur sicherlich gerechtfertigten Auswertungsbedarf steht der konventionell organisierte und in der personellen Kapazität ewig knappe Programmierbetrieb meist hilflos und mit langen Wartelisten gegenüber. Frustration und ein gestörtes Vertrauensverhältnis zwischen Fachabteilung und EDV sind Folgen zumal von Problemlösungen, die zum Realisierungszeitpunkt schon überholt sind.

Hinzu kommt das in vielen historisch gewachsenen EDV-Abteilungen fehlende betriebswirtschaftliche Hintergrundwissen, das aufwendige Programmvorgaben und Programmiererbetreuung zur Folge hat. Hier können Informations-Pakete die schlimmsten Engpässe beseitigen.

Ausgangslage unserer Entscheidung für Siros waren folgende Überlegungen:

1. Bei keinem bekannten DB-System ist zum Zeitpunkt der Installation ein Auskunftssystem implementiert. Zur zeitaufwendigen Selbstverwaltung kommt das Um- und Neuschreiben von Auswertungsprogrammen.

2. Der Einsatz von teuren EDV-Spezialisten wie System- und Anwendungsprogrammierer soll sich auf die programmtechnisch schwierige Basisdatenverarbeitung konzentrieren. Auf diesem Basisgerüst wird weitgehend mit einem Auswertungspaket Problemlösung betrieben; bei geeigneten Partnern in den Fachabteilungen auch von diesen.

3. Die Anwendung muß ohne spezielles und durch kostenintensive Schulung erworbenes Fachwissen betrieben werden können. Insbesondere systembezogene Probleme wie Umwandlung und Katalogisierung von Programmen müssen ausgeklammert sein, auch aus Gründen der RZ-Kapazität.

4. Für die Übergangszeit von DBOMP auf ein neueres DB-System (Relationale Technik, Tabellen) muß eine kostengünstige Schnittstellenlösung zur Verfügung stehen.

5. Ein infrage kommendes Auskunftssystem soll im Ein- und Ausgabebereich alle bekannten Speicherungsformen einschließlich aller drei Arten VSAM und Alternate Index unterstützen sowie modular ausbaufähig sein.

6. Auch Lösungen mit gehobenem Niveau müssen einfach realisierbar sein. Ein Nur-Listengenerator kam nicht infrage.

7. Das Paket mußte in der erforderlichen Ausbaustufe kostenmäßig unter 30 000 Mark liegen.

Ohne zeitaufwendige Vor- und Paralleluntersuchungen jedoch nach eingehender Prüfung fiel unsere Entscheidung zugunsten von Siros nicht zuletzt auch deshalb, weil hier erstmalig ein ausländischen Produkten vergleichbares deutschsprachiges Paket zur Verfügung stand.

Zwölf Monate - zwölf Anwendungskreise

Seit März 1979 beschäftigt sich ein Organisator ausschließlich mit Siros. Inzwischen sind rund zwölf Anwendungskreise entstanden, begonnen bei einem universell einsetzbaren Vertriebs-Auskunftssystem mit Absatz- und Umsatzanalysen bis hin zur umfangreichen und stetigen Veränderungen unterliegenden Provisionsabrechnung oder einer zolltechnischen Lösung des Nachweises des Zolltarifsprungs.

Ohne den Einsatz von Siros wären diese und andere dringende Lösungen in dem genannten Zeitraum seit März 1979 undenkbar gewesen, oder es hätten andere umfangreiche Basisdatenanwendungen zurückgestellt werden müssen.

Aus der Erfahrung seit März 1979 kann das Fazit gezogen werden, daß mit den realisierten Anwendungen die Spitze eines Anforderungsstaues gebrochen werden konnte. Der Informationsbedarf sowie die Einsatzbreite von Siros sind damit jedoch noch nicht erschöpft.

Im kommenden Jahr steht die Einführung von Siros in der Anwendungsprogrammierung an. Hier soll kostenorientiert bei jeder Neuanwendung oder Änderung die Entscheidung "Konventionelle Programmierung oder Siros?" oder "Konventionell plus Siros (über die Passivschnittstelle)?" gefällt werden. Ein damit verbundenes Umdenken im Programmiererbereich wird erforderlich sein; denn hier kann in vielen Fällen unmittelbar vor Ort die organisatorische Forderung programmtechnisch formuliert werden.

Manual mit Beispielssammlung

Für System-Laufzeitfanatiker ist anzumerken, daß Siros keine Umwandlungs- und Linkzeiten benötigt, weil das System nach erfolgter Syntaxprüfung Maschinencode generiert und das jeweils erstellte Programm sofort ausführt (Einphasen-Compiler). Zu denken ist in diesem Zusammenhang auch an die laufenden kleineren Änderungen: Separate Sortläufe sind bei Einsatz von Siros nicht notwendig, da Siros über eine Sort-Schnittstelle verfügt, die den jeweils installierten Benutzer-Sort aufruft. Beim Sort besteht die Möglichkeit des Anzapfens - äußerst wichtig bei den beliebten Rangreihen- und ABC-Analysen. Für das Lesen und den Sort von 230 000 Datensätzen mit einer IBM 370/125 (512 K) vom Band 3410/11 (80 K) werden für Monatsauswertungen 28 Minuten benötigt bei rund 32 K Hauptspeicher-Bedarf. Diese zeitgünstige und Hauptspeicher-sparende Aussage kann auch für die DBOMP-Schnittstelle (sequentiell Teilestamm/Struktur) gemacht werden.

Schließlich ist die Kundenbetreuung ein nicht unwesentlicher Faktor. Bis jetzt konnten alle anstehenden Anwendungsfragen telefonisch kurzfristig, noch an ein und denselbem Tag geklärt werden. Dank einer guten Dokumentation mit Beispielsammlung halten sich die Fragestellungen bei aufmerksamer Handbuchlektüre in Grenzen.

Ein einfaches Anwendungsbeispiel soll einen Einblick in die Sprachstruktur von Siros geben.

Aufgabenstellung:

Im Rahmen der Materialwirtschaft sind zur Lagerbereinigung alle im Lager befindlichen Teile zunächst mit den Verbrauchsdaten (Datei MAT 102) zu versehen. Die Bestandsdaten sind im Teilestamm gespeichert, werden über die DBOMP-Schnittstelle TSSERQ40 sequentiell selektiert und mit den Verbrauchsdaten zur variablen Auswertung auf Platte (sequentiell) geladen.

Formulierung der Abfrage:

Eine derartige Formulierung ist in zirka 20 Minuten testreif. Die Austestung beansprucht nur geringe Zeit, da durch die variable Anweisung 'NIMM BIS 1000. SATZ' oder

'NIMM JEDEN 50. SATZ' Testquerschnitte oder -umfänge festgelegt werden können. Erfahrungsgemäß sind bei einigermaßen sicherer Beherrschung der Siros-Sprache mit Erstellung der Job-Control-Karten derartige Jobs in etwa einer Stunde übergabereif. Hierzu können Testhilfen beispielsweise in Form von Einzelsatz- oder neuerdings auch feldweisen Hexa-Anlistungen ebenfalls mit Siros erstellt werden.