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19.02.1982 - 

Datenverarbeitung, die aus dem kühlen Norden kommt:

Skandinavische Hersteller geben sich die Ehre

Im Small-Business- und Mikro-Computermarkt haben die Skandinavier ihre Startlöcher verlassen. In Teilbereichen stellen einige Unternehmen bereits ernsthafte Konkurrenz zu etablierten Computerbauern dar. Größtes Problem der Nordländer auch hierzulande: Sie sind in der DV-Branche noch relativ unbekannt. Nordische Unternehmen zeichnen ihr Selbstportrait.

Tandberg

OSLO - Die Tandberg Data A/S wurde im Jahre 1979 gegründet. Gesellschafter sind mit 49 Prozent der Staat Norwegen und mit 51 Prozent die Siemens A/S, Norwegen. Im Jahre 1980 erfolgte die Gründung der Tandberg Data GmbH mit Sitz in Dortmund. Zuvor waren die Vertriebswege weltweit neu gegliedert und auch in Europa dem OEM-Markt angeglichen worden. Gesellschafter der GmbH sind zu 50 Prozent die norwegische Tandberg Data A/S und zu 50 Prozent die Deutsche Siemens AG. Das Unternehmen beschäftigt heute etwa 300 Mitarbeiter.

Die Produktpalette von Tandberg umfaßt Videocomputer (Anteil etwa 40 Prozent), Bildschirmterminals (etwa 40 Prozent) sowie Magnetbandkassetten (etwa 20 Prozent). Bereits das erste Geschäftsjahr (1980/80) verlief erfolgreich. Tandbergs eigene Zielsetzungen und Erwartungen wurden übertroffen, was nicht zuletzt auf die gute Abstimmung zwischen Entwicklung, Produktion, Marketing und den Bedürfnissen des Marktes zurückzuführen ist. Das Unternehmen erwartet, daß auch die weitere Geschäftsentwicklung diesen Trend bestätigen wird.

Mit entscheidend für den Erfolg von Tandberg sind das technische Know-how und die konsequent ergonomische Produktpolitik.

L.M.Ericsson

STOCKHOLM - Bis Anfang 1981 war Datasaab Tochter des schwedischen Saab-Scania-Konzerns, dessen Schwerpunkte im Bereich der Flugzeug-, Automobil- und Lkw-Produktion lagen. Datasaab produziert eine breite Palette von Datenverarbeitungsanlagen, interaktiven Systemen, wie zum Beispiel Patientenüberwachungs- und Verkehrsleitsystemen über IBM- und Univac-kompatible Terminals bis hin zu den Dialogcomputern Serie D 16.

Im Rahmen einer Neuordnung der industriellen und technologischen Aktivitäten der schwedischen Industrie wurde die Tochtergesellschaft Datasaab Anfang 1981 von Saab-Scania-Konzern ausgegliedert und vom schwedischen Konzern L.M.Ericsson übernommen. Dabei ist L.M.Ericsson heute mit 90,5 Prozent an der Datasaab AG beteiligt, 9,5 Prozent der Anteile hält die schwedische Behörde für das Fernmeldewesen.

Mit der Integration von Datasaab in den Verbund des L.M.Ericsson Konzerns eröffnen sich für Datasaab einige neue interessante Perspektiven. L.M.Ericsson gehört zu den großen skandinavischen Konzernen und offeriert weltweit. Produktionsstätten existieren unter anderem in den USA, in Lateinamerika und verschiedenen Ländern Europas. Dar über hinaus ist das Unternehmen in über 40 Ländern mit eigenen Niederlassungen vertreten L.M.Ericsson beschäftigt zirka 66 000 Mitarbeiter weltweit und hat 1980 einen Umsatz von 2,8 Milliarden US-Dollar getätigt. Der Konzern produziert und vertreibt eine breite Palette von Anlagen der Kommunikationstechnologie, unter anderem komplette Fernsprechnetze, Fernschreibanlagen, Übertragungssignalanlagen, Betriebsdatenerfassungsgeräte, Zeiterfassungsgeräte, Überwachungsanlagen und vieles mehr. Starke Forschungsaktivitäten entwickelt der L.M.Ericsson-Konzern zum Beispiel im Bereich der Glasfibertechnologie, eine für künftige Netzwerktechniken relevante Entwicklung.

Im Rahmen der Produktpalette des L.M.Ericsson-Konzerns wird ihre Tochter Datasaab für den gesamten Bereich der Bürokommunikation verantwortlich sein. Vom intelligenten Terminal über Ausrüstungen der Datenfernübertragung auf herkömmliche und neue Art und Weise bis hin zu selbständig oder im Verbund arbeitende Computeranlagen.

Die deutsche Datasaab GmbH wurde Ende 1974 als hundertprozentige Tochter der Datasaab AB Stockholm gegründet und präsentiert sich heute mit fünf Geschäftsstellen und 18 Servicestützpunkten im ganzen Bundesgebiet. Die Zentrale in der Bundesrepublik Deutschland hat ihren Sitz in Düsseldorf. Im Jahre 1980 betrug der Umsatz zirka 31 Millionen Mark mit einem profitablen Abschluß. Das Umsatzwachstum belief sich von 1979 bis 1980 auf etwa 40 Prozent.

Namic

OSLO - Namic A/S wurde im Jahre 1971 in Oslo gegründet. Nach einem Start auf dem einheimischen Markt mit DV-Beratung und Programmierungsaufträgen ist Namic heute ein intereuropäisches Softwarehaus mit Verkaufsniederlassungen in England (Namic Ltd.), Frankreich (Namic Sarl.) und Deutschland (Namic GmbH, Delmenhorst). 1981 hatte das Unternehmen einen Umsatz von 5,5 Millionen Mark.

Namic hat sich im wesentlichen mit RZ-bezogener Software beschäftigt. Auf dem deutschen Markt sind die Namic-Pakete für Job-Accounting/RZ-Kostenverrechnung (Comput-a-Charge), Bandarchiv-Verwaltung (Valu-Lib) und RZ-Ablaufsteuerung (DCMS-Data Center Management System) bei vielen Industrieunternehmen, Banken, Versicherungen und Verwaltungen installiert. Beispielsweise wird DCMS von Mannesmann, Audi, SKF, DVG Hannover, Bayrische Raiffeisen Zentralbank, Colonia, Allianz Leben, Vereinigte Versicherungsgruppe und ADAC eingesetzt, um die Jobsteuerung im RZ übersichtlich und effizient zu gestalten. Die deutschen DCMS-Benutzer haben eine Benutzergruppe gegründet.

Andere Namic-Produkte sind Abend-Aid und DOS-Abend-Aid für die Dumpanalyse in den IBM-Installationen MVS und VS 1 beziehungsweise DOS/VS (E). Abend-Aid zählt heute 400 Installationen in Europa - davon 100 in Deutschland, während DOS-Abend-Aid erst seit Februar 1982 auf dem Markt ist. Mit Abend-Aid werden die heiklen zeit- und ressourcenaufwendigen IBM-Dumps vermieden: Anstatt 50 bis 500 Seiten mit hexadezimalen Informationen bei einem Programmfehler für die Fehleranalyse zu bekommen, gibt Abend-Aid dem Programmierer vier bis acht Seiten Analyseergebnisse mit der Fehlerursache im Klartext.

NCGEN, ein Report-Generator für IBM OS und DOS, Siemens BS1000 und BS2000, Honeywell Bull GCOS und Univac OS 1100 und VS9, ist ein von Namic entwickeltes Produkt zur Erstellung von Listen, Matrizen und grafischen Darstellungen.

Comput-a-Charge, Valu-Lib, DCMS und Abend-Aid werden durch Namic unter Lizenz der amerikanischen Softwarehersteller Value Computing und Tomark vertrieben.

Nokia

HELSINKI (pi) - Mit einem Umsatz von 1,1 Milliarden Dollar im Jahre 1980 ist Nokia nach eigenen Angaben Finnlands größtes Privatunternehmen. Über 50 Prozent des Umsatzes stammen aus ihren Tätigkeiten im Ausland. Ein wichtiger Geschäftszweig bei Nokia ist die Elektronik. Nokia Electronics stellt Systeme für die Industrieautomation und Telekommunikation her.

Das Hauptgewicht liegt im Bereich der Datenverarbeitung auf der Entwicklung und Produktion von Minicomputern und Datenterminal-Ausrüstung. Spezialisiert sind die Finnen auf Bankterminalsysteme, Point-of-Sale-Systeme, dezentralisierte Bildschirmterminal-Systeme und Minicomputer (Mikko).

Von der Erstentwicklung Mikko I, der für die industrielle Automatisierung sowie Steuerung von Endgeräten konzipiert wurde, sind bislang rund 1500 Stück verkauft worden. 1980 ging der vierte Rechnertyp Mikko IV in Serie. Ab Anfang 1982 soll der neueste Mikro-Mikko-Rechner produziert werden. Mehr als 60 finnische Unterlieferanten liefern Teile für diese Rechnerserie. Die skandinavischen Länder sind ein natürliches Absatzgebiet für die Nokia Rechner. Mit der in England gegründeten Tochtergesellschaft wurde die erste Phase der Aktivitäten außer halb Skandinaviens eingeleitet. Im Frühjahr 1981 erfolgte die Gründung von Nokia Data bei der Nokia GmbH in Deutschland.

Besonders stolz sind die Firmen auf ihre Video-Display Terminals (Datensichtgeräte). Sie sollen dem neuesten technischen und ergonomischen Stand entsprechen und zu einigen Computern von IBM, Honeywell und Datapoint kompatibel sein.

Nokia Electronics wird nach eigenen Angaben 1982 rund 2100 Mikkro-Computer und 6500 Terminals herstellen. Mit der Hard- und Software-Entwicklung sind derzeit über 150 Mitarbeiter bei Nokia und ihr angeschlossenen Lieferanten beschäftigt.

Kongsberg

OSLO - Die Aktiengesellschaft Kongsberg Vaapenfabrikk wurde 1814 gegründet. Sie gehört dem norwegischen Staat. Der Unternehmensbereich Datenverarbeitung hatte zunächst nur eine Funktion innerhalb der eigenen Firma, entwickelte sich aber zunehmend zu dem heute eigenständigen Unternehmenszweig. Die Produktionsschwerpunkte des norwegischen DV-Herstellers liegen auf den Gebieten Numerische Steuerungen sowie. Echtzeitsysteme für Produktionskontrolle, Auftragsabwicklung und Materialsteuerung.

In den letzten Jahren entwickelten die Norweger in Zusammenarbeit mit Messerschmitt-Bölkow-Blohm ein interaktives grafisches System und boten es auf dem internationalen Markt an. Dieses System "SysScan" setzt sich aus den Komponenten manuelles Digitalisierungsgerät und automatisches Digitalisierungssystem "KartScan" zusammen.

Für die interaktiven Arbeitsplätze werden nach Angaben von Kongsberg der Vektor-Refresh-Bildschirm - Graphic 7 - von Sanders und als Rechner die VAX 11/750 und 11/780 von Digital Equipment eingesetzt. Das System wird besonders auf den Gebieten Kartografie, Vermessung, Versorgung sowie Tiefbau ein gesetzt.

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit MBB wurden zusätzliche Systemprogramme sowie kundenbezogene Anwendungsprogramm, entwickelt, deren Vertrieb bei Kongsberg liegt. Um diese Aufgaben erfüllen zu können, richtete der norwegische Hersteller in München-Unterhaching ein Service- und Entwicklungszentrum ein. Ein komplettes Rechenzentrum sowie die gesamte SysScan-Peripherie stehen sowohl den eigenen Entwicklungsingenieuren als auch den Kunden für die Lösungen ihrer anwendungsspezifischen Probleme zur Verfügung.

Norsk Data

OSLO - Norsk Data wurde 1967 gegründet. Der Erfolg des Unternehmens beruht unter anderem auf der Qualifikation seiner Mitarbeiter. Hieraus resultiert eine Produktinnovation, die Norsk Data zum Partner zahlreicher Großkunden werden ließ.

Norsk Data ist heute mit Niederlassungen in England, Frankreich, Benelux, Bundesrepublik Deutschland und USA vertreten. Das Jahr 1981 verlief für das Unternehmen positiv. Weltweit, einschließlich der Aktivitäten von 27 Vertriebs- und Service-Büros, stieg der Umsatz um 41 Prozent auf 153 Millionen Mark. Der Auftragseingang verlief mit einer Steigerung von 35 Prozent auf 161 Millionen Mark positiv. 49 Prozent des Umsatzes werden exportiert.

Traditionell war Norsk Data in den Bereichen den Datenverarbeitung tätig, die der ursprünglichen Architektur der Systeme am weitesten entsprach. Es handelte sich unter anderem um Prozeßkontrolle, Forschung und Entwicklung sowie Ausbildung. Ab 1974 begann eine Orientierung in Richtung universal einsetzbarer Computer für den kommerziellen Einsatz.

Micronic

STOCKHOLM - Die Entwicklung und Vermarktung mobiler Datenerfassungsgeräte ist Schwerpunkt der schwedischen Micronic AB. Mit diesen Geräten hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge innerhalb der letzten vier Jahre 50 Prozent des deutschen und 90 Prozent des skandinavischen Marktes für sich gewonnen. Der weitaus größte Marktanteil wird hierbei in Filialbetrieben und bei der Außendienstauftragserfassung erwirtschaftet. Das Anfang der 70er Jahre gegründete Unternehmen beliefert ganz Europa und Skandinavien mit seinen Produkten und hat vor wenigen Monaten eine Repräsentanz in den Vereinigten Staaten eröffnet.

Mit knapp 50 Mitarbeitern meldet Micronics einen Umsatz von 45 Millionen schwedischer Kronen, umgerechnet knapp 20 Millionen Mark.

Die Grundkomponenten der Erfassungsgeräte werden bei Facit gefertigt, Entwicklung, Vermarktung und Programmierung jedoch erledigen die Stockholmer selbst. Neben diesem seit 1977 bearbeiteten Produktschwerpunkt liefer Micronic auch Peripheriegeräte, Lesestifte, Datenempfänger und Anlagen zur Funkübertragung.