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Mobilfunk führt zum Bruch zwischen Telia und Telenor


24.12.1999 - 

Skandinavische TK-Ehe wird in Rekordzeit geschieden

STOCKHOLM (CW) - Die Ehe zwischen der schwedischen Telia und der norwegischen Telenor wird geschieden. Überraschend haben die beiden TK-Konzerne nur zwei Monate, nachdem der Bund geschlossen wurde, ihre Trennung angekündigt. Der Grund: Zerrüttung in der Chefetage.

Das Aus von Telia-Telenor könnte ein Fall für das Guiness-Buch der Rekorde sein. Die Scheidung dürfte eine der schnellsten in der Industriegeschichte werden. Nur zwei Monate dauerte der "Bund fürs Leben", nachdem der Fusionsvertrag am 18. Oktober 1999 unterzeichnet worden war.

Dabei standen die Zeichen für die skandinavische Zweckgemeinschaft gut. Als die Schweden und Norweger Anfang des Jahres ihre Absicht zu fusionieren bekanntgaben, fand dieser Plan bei den Analysten Zustimmung. Vor allem deshalb, weil beide Carrier für sich allein als zu klein galten und sich durch den Zusammenschluß zur sechstgrößten Telefongesellschaft in Europa mit 53000 Beschäftigten und 18 Milliarden Mark Umsatz mauserten.

Doch alle wirtschaftlichen Argumente für den Merger halfen nichts. Nachdem es schon im Vorfeld zu Streitigkeiten um den Hauptsitz des Konzerns gekommen war - die Entscheidung fiel letztlich auf Stockholm -, zerbrach die Allianz nun an der Wahl des Hauptstandortes für das Mobilfunkgeschäft.

Rückendeckung vom Wirtschaftsminister

Der Aufsichtsrat votierte nach Stimmengleichheit durch das doppelte Stimmrecht des Vorsitzenden Jan-Ake Kark ebenfalls für die schwedische Hauptstadt. Damit zog Oslo zum zweiten Mal den kürzeren und wurde der Graben zwischen den norwegischen und schwedischen Vorstandsmitgliedern noch tiefer.

Der norwegische Geschäftsführer Tormod Hermansen übte daraufhin öffentlich heftige Kritik an dem Beschluß, die in einer Handgreiflichkeit mit einem Journalisten gipfelte. Im Zuge der Vorkommnisse wurde Hermansen seitens der Schweden zum Rücktritt aufgefordert, ein Ansinnen, das der norwegische Wirtschaftsminister Björn Rosengren jedoch ablehnte. Außerdem verweigerte der Politiker die Zustimmung zum Hauptsitz Stockholm für das Mobilfunkgeschäft.

Das beschlossene Ende der Zusammenarbeit zeigt, wie problematisch der Einfluß der Politik auf solche Allianzen ist, und weckt Erinnerungen an das politisch verordnete, inzwischen aber gescheiterte Bündnis zwischen der France Télécom und der Deutschen Telekom. Im Fall der Skandinavier erweist sich als Fehler, daß beide Unternehmen noch nicht privatisiert sind und deshalb der Kontrolle ihrer Regierungen unterliegen. Damit wird ein großes Handicap der Telia-Telenor-Fusion deutlich: Es hätte bereits im Vorfeld der Vereinigung zu einem Börsengang der beiden Konzerne kommen sollen.