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15.09.1989 - 

Ex-Norsk-Data-Chef über die Zukunft der Minicomputer-Industrie:

Skar sieht Nobodies in die Pleite schlittern

OSLO (IDG) - Können die Minicomputerhersteller dem Druck der PC- und LAN-Anbieter standhalten? Der frühere Norsk-Data-Chef Rolf Skar analysiert in einem Gespräch mit der "COMPUTERWORLD Norge" die Gründe für das Scheitern des norwegischen DV-Produzenten. Hier das Skar-Interview im Wortlaut:

CW Norge: Hätten Sie nicht viel früher ausscheiden sollen?

Skar: Wahrscheinlich hätte ich Norsk Data verlassen sollen, als wir auf dem Höhepunkt waren, als wir vor zwei Jahren unser 20jähriges Bestehen gefeiert haben. Damals hatte ich das vage Gefühl, in der Gesellschaft nicht viel mehr erreichen zu können. Aber zur damaligen Zeit hätte ein derartiger Schritt mißverstanden werden können. Falls mir irgend jemand wegen irgend etwas Vorwürfe machen könnte, dann, daß ich die Gesellschaft nicht schon vor acht Wochen verlassen habe - eine unbedeutende Zeitspanne im Vergleich zu den 22 Jahren, die ich Norsk Data angehörte.

CW Norge: Was lief schief mit Norsk Data?

Skar: Die Sache ist komplizierter als sie von den Medien bislang dargestellt wurde. Die Entwicklung der Computerindustrie verläuft in Schüben. Wir hatten die Minicomputerwelle, und Norsk Data war ein Teil davon. Jetzt haben wir die PC- und Netzwerkwelle - mit DV-Herstellern, die einen vollständig neuen Typ repräsentieren. Norsk Data hat nicht wie IBM oder DEC eine ausreichend große Kundenbasis, die es der Gesellschaft ermöglicht, mit Gewinn zu offenen Systemen überzugehen. Die größte Gewinnspanne erreicht man natürlich mit dem Verkauf von proprietären Systemen.

Unsere Verluste wären indes erheblich geringer ausgefallen, wenn wir schon viel früher zu Unix übergegangen wären, wenngleich es keinen Weg gegeben hätte, mit allen Beschäftigten weiterzumachen. Der Personalabbau war unumgänglich. Ganz nebenbei: Es ist naiv anzunehmen, daß Norsk Data die Ressourcen hat, selbständig offene Systeme zu entwickeln. Das Unternehmen muß die Kosten für Forschung und Entwicklung mit anderen teilen.

CW Norge: Stimmen Sie mit denen Überein, die sagen, Norsk Data bestehe nicht mehr?

Skar: Eher würde ich sagen, daß das Minicomputersegment nicht mehr besteht. Die Aufteilung der Gesellschaft in mehrere Einheiten ist für mich die einzig mögliche Lösung für die schwierigen wirtschaftlichen Probleme.