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IBM-Anwender begrüßen Universalrechner-Ambitionen der Paderborner, aber:


06.06.1980 - 

Skepsis gegenüber Nixdorfs Mainframe- Kompetenz.

MÜNCHEN - CW-Bericht, Manfred Hasenbeck . Nixdorfs Engagement im Universalrechner-Geschäft (siehe CW Nr. 20 vom 16. 5.1980) wird von IBM-Anwendern überwiegend positiv aufgenommen. "Vor allem DOS/VS-Benutzer werden nach der kalten Dusche mit den Systemen /38 und 4300 eine

verstärkte Konkurrenzsituation auf dem Mainframe-Parkett begrüßen," meint der DV-Chef eines Frankfurter Bankhauses, gibt jedoch gleichzeitig zu bedenken, "daß kaum einer mit fliegenden Fahnen das Hersteller-Lager wechseln wird". IBM-Anwender in der von Nixdorf angesprochenen Größe seien "von Natur aus skeptisch" und würden vorerst abwarten, bis sich "abenteuerfreudige Kollegen" die Hörner abgestoßen hätten. (siehe auch Kolumne "Höhenrausch", Seite 7).

"Bärenstark dieser Nixdorf-Einstieg", jubelt der DV-Leiter eines Frankfurter Schallplattenkonzerns. Allerdings bezweifle er, daß die Paderborner bereits jetzt den notwendigen Support im Universalrechner-Bereich bieten könnten. Als Ex-Nixdorfer wisse er, daß sein ehemaliger Brötchengeber nicht über die erforderliche Manpower im Groß-DV-Geschäft verfüge.

Der Leiter des neuen Nixdorf Geschäftsbereichs "Kompatible Informationssysteme (C. I. S.)", Gerd Wagner, weist derartige Behauptungen zurück: "Der Vorwurf fehlender Unterstützung mag sicherlich bei Anwendern berechtigt sein, die uns noch immer das MDT-Etikett anhängen wollen. Aber bereits heute wird fast die Hälfte unseres Gesamtgeschäfts im System-Verbund abgewickelt." Wagner gibt allerdings zu, daß Trainingsmaßnahmen im Service-Bereich "seit längerem voll im Gange sind", seine Mannschaft die Universalrechner-Kenntnisse "entsprechend vertiefen" muß und dringend neue Software-Spezialisten für EDOS/VS gesucht werden.

Allein die Tatsache, daß Nixdorf ins Mainframe-Geschäft einsteigt, wird sich nach Ansicht von Jörgen Weickert, DV-Chef bei der Blue Bell GmbH in Dreieich, bereits positiv auf den "IBM-Dunstkreis" auswirken. Da Nixdorf für den Marktführer ein durchaus ernst zu nehmender Gegner sei, erwarte er, daß die Stuttgarter künftig etwas vorsichtiger agieren werden. Als langfristiges Problem bei den Paderbornern sieht Weickert ebenfalls die fehlende Universalrechner-Erfahrung: "Es genügt einfach nicht, eine amerikanische Software-Firma zu kaufen und deren Produkt in Deutschland anzubieten, wenn das

Know-how noch nicht auf die deutsche Mannschaft übertragen worden ist."

Als zweitrangig bezeichnet andererseits ein Münchner DV-Leiter den angekündigten Paderborner Rechner: "Das System steht und fällt mit der Software." Erweise sich diese als gut, gebe es gute Absatzmöglichkeiten für die Maschine.

Weniger Erfolg prophezeit der DV-Chef eines Heidelberger Elektro- und Energie-Konzerns den Paderbornern bei Benutzern, die bereits IBM-Nestwärme spüren durften. Der kleine und mittlere IBM-Anwender würde zwar interessiert nach Westfalen blicken, jedoch nach wie vor ängstlich an der Mutterbrust verweilen, weil er nicht über das erforderliche Know-how verfüge, um sich abnabeln zu können. Das "große Zittern" vermutet er indessen in verstärktem Maße bei Mainframern der "zweiten Garnitur" wie Siemens, Honeywell und Univac.