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07.08.2015 - 

Gamescom

Smartphones und Tablets bringen mehr Menschen zum Gaming

Computerspiele fristen längst kein Nischendasein mehr. Umfragen zufolge vertreibt sich jeder Zweite in Deutschland die Zeit mit digitalen Spielen. Größter Antreiber dieses Trends sind mobile Games.

Computerspiele gewinnen dank Smartphones und Tablets neue Fans. Davon profitiert die Videospielbranche, wie die Spielemesse Gamescom in Köln zeigt. "Gaming wird immer mehr zu einem Gesellschaftsthema", sagte Jens Kosche, Deutschland-Chef des Spieleverlags Electronic Arts (EA) der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag auf der Gamescom.

Eingang zur Gamescom in Köln
Eingang zur Gamescom in Köln
Foto: Messe Köln

Handy-Spiele zählen zu den beliebsten Apps zum Herunterladen. Der iTunes-Store von Apple und Googles App-Plattform Google Play nähmen 75 Prozent ihrer Umsätze mit mobilen Spielen ein, sagte der Manager. "Das ist eine tolle Möglichkeit, neue Zielgruppen zu erschließen." Durch das Smartphone sei für viele Menschen eine technische Hürde zu den Spielen weggefallen, sagt auch Uwe Bassendowski, der bei Sony Computer Entertainment für die Länder Deutschland, Österreich und der Schweiz zuständig ist.

Marktanalysten hatten zuvor befürchtet, dass der wachsende Anteil an mobilen Spielen den klassischen Markt der PC- oder Konsolen-Spiele verdrängen werde. Davon könne keine Rede sein, sagte Kosche. Er hofft auf einen Werbeeffekt. "Wer ein Spiel einmal auf einem Smartphone erlebt hat, will das auch einmal am Fernseher probieren." Die über 50-Jährigen seien inzwischen eine der größten Zielgruppen für Electronic Arts.

Spiele-Apps auf mobilen Geräten wurden zuletzt immer mehr zum Trend. Auf diese Entwicklung wies auch der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) hin. Vor allem in Actionspiel-Apps böten Chancen, das Wachstum anzukurbeln.

Obwohl die Spiele-Apps neue Fans begeistern, liegen beim Umsatz die klassischen Konsolenspiele noch weit vorn. Der Verkauf von Spielen für die Konsolen sei vom Umsatz her immer noch der größte Markt, sagte EA-Deutschland-Chef Kosche. In Deutschland machten Konsolengames zwei Drittel des Umsatzes aus. Dem Verband BIU zufolge legte der Umsatz mit Konsolenspielen in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent zu. Insgesamt hätten Unternehmen demnach im ersten Halbjahr mit Spielen für PC, Konsole, Handheld, Tablet und Smartphone 534 Millionen Euro umgesetzt.

Neue Spiele für die Playstation 4 von Sony und die Xbox One von Microsoft standen auch auf der Gamescom im Mittelpunkt. Am Donnerstag öffnete die Spielemesse, die noch bis zum Sonntag (9. August) läuft, auch für Privatbesucher. Viele kamen verkleidet als Charaktere aus Videospielen. Im vergangenen Jahr zählte die Messe 335.000 Besucher. Tagestickets waren diesmal schon zwei Wochen vor Messestart vergriffen. (dpa/tc)

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