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24.09.1999 - 

Interview

"Smartphones werden das Geschäft ankurbeln"

Mit Alan Kessler, President der Palm Computing Inc. in Santa Clara, sprach IDG-News-Service-Journalist James Niccolai

3Com hat angekündigt, seine auf das Handheld-Geschäft ausgerichtete Palm-Division in eine eigene Gesellschaft auszugliedern und an die Börse zu bringen.

CW: Der Palm-Rechner hat einen langen Siegeszug hinter sich. Was ist Ihre Strategie, um diesen Erfolg fortzusetzen?

Kessler: Das Experiment, einen PC auf die Größe eines Palm-Rechners zu schrumpfen, funktioniert nicht. Das PC-Modell bedeutet mehr Speicher, mehr Zeilen Code, größere Betriebssysteme, mehr Giga und mehr Mega. Das stimmt nicht mit der Palm-Idee überein. Richtig ist, herauszufinden, was die Anwender wirklich brauchen.

CW: Wie will Palm der starken Symbian-Allianz mit dem Betriebssystem "Epoc" entgegentreten?

Kessler: Indem wir versuchen, einen Wertvorteil anzubieten, der uns von anderen Firmen unterscheidet. Unser Geschäft wird von 18000 Palm-, 1,5 Millionen Java-Entwicklern, 450 Zusatzprodukten und über 3000 Applikationen unterstützt. Damit können wir eine ganze Menge bieten.

CW: Palm hat kürzlich das Wireless Application Protocol (WAP) in Lizenz genommen, um seine Plattform für Smartphones attraktiv zu machen. Ist dies Teil einer breitangelegten Strategie, neue Märkte zu erobern?

Kessler: Absolut! Wir forcieren das Lizenzgeschäft, und es wird eine ganze Reihe verschiedener Geräte geben, für die wir Palm-OS lizenzieren werden.

CW: Sehen Sie Bedarf, leistungsfähigere Web-Browser in die Palm-Geräte zu integrieren?

Kessler: Wir sehen den Bedarf nach mehr Inhalten. Aber man darf nicht die Bedürfnisse des Anwenders vergessen. Der will keine normale Internet-Seite auf seinen Palm-Rechner laden. Hier setzt unsere Web-Clipping-Technologie an. Mit dem Service "Palm. net" können Internet-Anbieter die Inhalte auf die Palm-Geräte zuschneiden.

CW: Wird WAP in Palm-Rechnern verwendet werden?

Kessler: Indem wir WAP in Lizenz genommen haben, haben wir uns dazu bekannt, es als Teil unserer Plattform zu sehen.

CW: Aber gibt es ein Bekenntnis, es in die Geräte zu integrieren?

Kessler: Wenn WAP in die Plattform integriert wird, bedeutet das, daß es in die Software integriert wird. Die WAP-Technologie wird zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sein.

CW: Können Web-Clipping und WAP nebeneinander existieren?

Kessler: Diese Frage ist schwer zu beantworten. Ich weiß, daß Web-Clipping heute funktioniert. Aber wir unterstützen natürlich auch WAP, um die Richtung der neuen Technologie mitzubestimmen.

CW: Sehen Sie die Smartphones als eine Bedrohung für Ihre Marktposition?

Kessler: Wir haben vier bis fünf Millionen Palm-Geräte verkauft. Es könnten in Zukunft Hunderte Millionen von Smartphones verkauft werden. Das bedeutet großartige Möglichkeiten für unser Lizenz-Business.

CW: Das Plattformgeschäft profitiert, aber leidet nicht das Geschäft mit den Geräten?

Kessler: Wir glauben, daß die meisten Leute eine zweiteilige Lösung bevorzugen. Ein kleines Handy und einen eleganten Palm-Rechner, die problemlos zusammenarbeiten.

CW: Welche Märkte sehen Sie noch für Ihr Palm-OS neben den Smartphones?

Kessler: Einer der wichtigsten Märkte ist für uns das Unternehmensgeschäft. Wir wollen aber nicht durch die Hintertür hinein, sprich, indem sich jemand privat ein Palm-Gerät kauft und dieses dann mit in die Arbeit nimmt, sondern durch die Vordertür. Jedes Unternehmen mit Kundenverkehr kann von unseren Palm-Lösungen profitieren.

CW: Wie werden die Palm-Geräte für das Unternehmensgeschäft zugeschnitten sein?

Kessler: Am wichtigsten ist, den Palm für unternehmenskritische Anwendungen vorzubereiten.

CW: Welche Erweiterungen der Plattform sind im einzelnen wichtig für Unternehmen?

Kessler: Ein bedeutendes Feature ist die Unterstützung von Java. Fast alle IT-Verantwortlichen arbeiten damit. Was wir dazu beitragen können, ist, Java-Applikationen zu entwickeln und Werkzeuge bereitzustellen, damit Unternehmen eigene Lösungen für den Palm entwickeln können.

CW: Es gibt Gerüchte, daß Apple an einem Handheld arbeitet, der auf Palm-OS basiert.

Kessler: Das kann ich nicht kommentieren. Aber ich hoffe es - besser als mit Windows CE, oder.?