Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

03.11.1995

SNA Meets TCP/IP/Dole erntet Fruechte der Dezentralisierung Per SNA-Server den Host von Steuerung der Clients befreit

Von Juergen Hoffmann* Die Hamburger Dependance des Frischfruchthaendlers Dole hat die urspruenglich direkte Verbindung der PCs zu einer AS/400 aufgeloest. Statt dessen uebernahm ein zwischengeschalteter SNA-Server die Kontrolle der PC-Kommunikation und die Rolle des Gateways zum Host. Das Ergebnis waren eine deutliche Entlastung der AS/400 und die Schaffung der Voraussetzungen fuer einen flexiblen Ausbau. Im Frischfruchtmarkt gibt es weltweit nur wenige echte Marken. Dole ist die groesste von ihnen. Das Geschaeft der amerikanischen Dole Food Company ist die Erzeugung, der Transport und die Vermarktung von hochwertigen Fruechten, Gemuese, Trockenfruechten und Nuessen. Dole ist der groesste Ananasvermarkter der Welt, der zweitgroesste Anbieter von Bananen und einer der fuehrenden Importeure von Zitrusfruechten aus Suedamerika. Gut 160 Produkte umfasst das Sortiment, das Dole dem Lebensmittel-Einzelhandel bietet. Der Konzern, der in den vergangenen Jahren exorbitant vom Trend zu gesunder Ernaehrung profitierte, beschaeftigt weltweit rund 45 000 Mitarbeiter und erzielte 1994 einen Jahresumsatz von 3,8 Milliarden US-Dollar (1987: 1,8 Milliarden, 1992: 3,4 Milliarden). Knotenpunkt der nordeuropaeischen Handelspartner fuer den Frischfruchtbereich ist die Dole Fresh Fruit Europe am Stadtdeich in Hamburg. Hervorgegangen ist sie aus der 1863 in Hamburg gegruendeten Firma Ph. Astheimer & Sohn. Ihr Umsatz ist von 301 Millionen Mark 1987 auf nahezu 600 Millionen im Jahre 1994 gestiegen. Das regionale Headquarter Frischfrucht Nordeuropa betreut die Maerkte Deutschland, Oesterreich, Schweiz, die Benelux-Staaten sowie Osteuropa und die skandinavischen Laender. Loeschhaefen fuer diese Region sind Hamburg, Antwerpen, Rotterdam, La Spezia, Sheerness, Port Vendres und Genua. Moderne Kommunikation und Arbeitsplaetze, an denen alle notwendigen Daten einfach und komfortabel zur Verfuegung stehen, sind in einem Konzern solch internationalen Zuschnitts erfolgsentscheidende Faktoren. Daher traf die Konzernleitung in den USA 1994 die Entscheidung, weltweit ein einheitliches PC-basiertes Kommunikations- und Office-System einzufuehren. Zunaechst aber muss in jeder der weltweiten Regionalzentralen ein optimal ausgelegtes System stehen. Das nahm sich Ende 1994 auch die Dole Fresh Fruit Company Europe in Hamburg vor. Die Ausgangslage: In Hamburg war eine AS/400 installiert, ausgestattet mit einem Token-Ring-Anschluss. Rund 70 PCs hingen mit individuellen Leitungen direkt an diesem Zentralrechner. Ein Netzwerk gab es nicht. Das aenderte sich jedoch mit einem Auftrag an den Hamburger Microsoft-Solution-Provider Basman Informatik. Das Unternehmen installierte fuer die PC-Integration ein Netzwerk auf Ethernet- Basis mit Microsoft-NT-Servern. Die Clients stattete Basman mit Windows 3.11 aus. So koennen die Mitarbeiter am Stadtdeich auf ihren PCs mit MS-Office-Produkten wie Excel oder Word Tabellenkalkulation und Textverarbeitung durchfuehren sowie Dateien weltweit versenden. Fuer die weitere Verbindung zur AS/400 engagierte Dole den Solution-Provider-Partner Blue Communications Software. Mitarbeiter Rainer Hinney integrierte PCs und AS/400 ueber einen SNA-Server, der das Gateway zum Zentralrechner herstellt und die Kommunikation mit den PCs steuert. SNA-Gateway erhoeht Datendurchsatz beim Host Einen Vorteil nennt Klaus Hoeling, DV-Leiter bei Dole: "Es existiert nur noch eine physikalische Leitung." Der sowohl mit einer Token-Ring- als auch mit einer Ethernet-Karte ausgestattete SNA-Server sorgt fuer eine Entlastung der AS/400 und ermoeglicht es, "dass sich der Zentralrechner auf seine Kernaufgaben konzentrieren kann", so Hoeling. Und das sind bei Dole vor allem Aufgaben rund um das betriebliche Warenwirtschaftssystem, die Bearbeitung von Auftraegen oder die Erstellung von Statistiken. Hinney: "Das ist es, was die AS/400 am besten kann: grosse Datenmengen bewegen." Auf die Frage, welche Vorteile eine AS/400-Anbindung ueber ein SNA- Gateway wie den SNA-Server von Microsoft bringt, verweist Hinney auf die zwei beteiligten Seiten, die des Client und die des Host- Systems: "Auf dem Client ist im Gegensatz zu einer Direktverbindung kein zusaetzlicher Protokoll-Stack fuer die Verbindung zur AS/400 erforderlich." Die Verbindung werde auf dem fuer das LAN gewaehlte Protokoll - zum Beispiel IPX/SPX oder TCP/IP - hergestellt. "Damit wird", so Hinney, "die Client-Station deutlich weniger belastet, und die Systemressourcen stehen fuer andere Anwendungen zur Verfuegung." Da die meisten LAN-Protokolle heute bereits als Protected-Mode-Treiber implementiert seien, das DLC-Protokoll dagegen nur fuer Real Mode erhaeltlich sei, gewinne der Client auch erheblich an Stabilitaet: "Denn gerade die erforderlichen Umschaltungen zwischen Real Mode und Protected Mode sind oft der Grund fuer Rechnerabstuerze." Auf der Host-Seite macht sich nach Ansicht des Hamburger Experten "die Konzentratorwirkung des SNA-Gateways in einem besseren Datensatz bemerkbar, weil das System nur eine Steuereinheit im Hauptspeicher verwalten muss". Bei der Direktverbindung der Clients haette jeder einzelne von ihnen ansonsten eine Steuereinheit erforderlich gemacht. Die Einsparung auf dem Host beziffert Netzspezialist Hinney mit "bis zu 30 Prozent CPU-Belastung". Seiner Erfahrung nach lassen sich dadurch ohne eine teure Aufruestung am Host deutlich mehr Clients anschliessen, "oder die bestehenden Clients koennen besser unterstuetzt werden". Fuer Dole hat diese Architektur eine Reihe von Vorteilen gebracht. Neben der deutlichen Verbesserung der Informationsverarbeitung an den 70 PC-Arbeitsplaetzen steht ein betriebswirtschaftlicher Pluspunkt ganz oben. "Ohne diese Loesung haetten wir eine aufwendige und teure Systemaufruestung vornehmen muessen", meint DV-Leiter Hoeling. "Ausserdem sind wir jetzt viel flexibler geworden." Zum Beispiel koennte Dole sich eine zweite AS/400 ins Haus stellen und diese elegant ueber den SNA-Server steuern. Nach der erfolgreichen Inhouse-Loesung planen die Frischfrucht- Manager von Dole mittelfristig auch den Schritt vor die Tuer. In den Aussenbueros des Unternehmens, die heute noch direkt mit der AS/400 verbunden sind, sollen kuenftig eigene kleine Netze entstehen. Auch diese PC-Netze werden dann laut Hinney mit dem Zentralrechner in Hamburg ueber SNA-Server kommunizieren. *Juergen Hoffmann ist freier Wirtschaftsjournalist in Hamburg- Uhlenhorst.