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03.11.1995

SNA Meets/TCP/IP/SNA- und TCP/IP-Datenverkehr unterstuetzen: Eine Client-Server-Architektur ueber Desktop-DLSw erreichen

Von David Carew-Jones*

Der Internetworking-Markt bewegt sich in Richtung Konsolidierung von SNA und TCP/IP, um die Kosten fuer den Betrieb und die Verwaltung von Multiprotokoll-Netzen zu reduzieren. Eine Loesung stellt hier Desktop Data Link Switching dar. Diese Technologie verkapselt SNA direkt auf dem Desktop in TCP/IP und reduziert damit die Zahl der Netzprotokolle.

In den letzten zwei Jahren haben bedeutende Router-Hersteller wie Proteon, Bay Networks, 3Com und Cisco das von IBM vorgeschlagene Data Link Switching (DLSw) angenommen. Viele technische Hindernisse sind bereits ueberwunden, und die einschlaegigen Anbieter fuehren nun die ersten DLSw-faehigen Produkte ein. Freilich birgt auch diese Technologie nicht nur Vorteile: Das Aufruesten von Netzen zur Unterstuetzung von DLSw kann sich recht kostspielig gestalten.

Das muss aber nicht sein, wenn echte DLSw-Unterstuetzung in Desktop- Produkte (Emulationen) integriert wird. Damit sind die Anwender in der Lage, ihre PCs direkt mit demjenigen DLSw-Router zu verbinden, der dem SNA-Host am naechsten gelegen ist. Fuer Waehlverbindungen sind keine Zwischen-Router oder Gateways mehr noetig. In Zweigstellen ohne DLSw-Router muss nur ein Router - und zwar der am naechsten zum Ziel-Host oder Midrange-Rechner gelegene - DLSw unterstuetzen. Alle anderen brauchen nur Standard-IP-Router zu sein.

Ersatzloesungen weisen Funktionsdefizite auf

Mit der zunehmenden Nachfrage nach Zugriff auf verteilte Client- Server-Architekturen ueber TCP/IP-WANs sind die IT-Abteilungen mehr und mehr gefordert, sowohl SNA- als auch TCP/IP-Datenverkehr zu unterstuetzen. Viele Unternehmen stellen deshalb ihre SNA- Implementierung um.

Ein erster Loesungsansatz fuer dieses Problem bot sich in Form von tn3270 und tn5250. Obwohl diese Alternativen zur "echten" SNA die Nutzung von TCP/IP-Netzwerken fuer den Zugriff auf Host-Anwendungen erlauben, fehlen ihnen die Funktionalitaet und die Priorisierungssteuerung der SNA, da sie eher auf dem Telnet- Standard als auf SNA basieren.

Auch Waehlnetzprotokolle wie zum Beispiel das Point-to-point- Protokoll (PPP) und die Verfuegbarkeit Desktop-basierter WAN- Protokolle (wie TCP/IP) ermoeglichen den Fernzugriff sowie remote LAN-Knoten. Allerdings setzt Host-Connectivity hier immer noch das Anwaehlen eines Remote-LAN und die Host-Verbindung ueber ein Gateway voraus.

DLSw verkapselt das echte SNA im TCP/IP

Data Link Switching (RFC 1434 und seine Varianten), ein offener Standard, bietet hier wesentlich mehr. So kann der direkt angeschlossene Router, der den Host mit dem TCP/IP-Backbone verbindet, ein IBM-6611-, ein Cisco-7000- mit CIP, Proteon-, Bay- Networks-, Ascom-Timeplex- oder ein beliebiger anderer DLSw-Router sein. Der jeweilige Router laesst sich ueber eine direkte LAN- oder Kabelverbindung anschliessen. DLSw verkapselt echte SNA in TCP/IP, wodurch es Routing-faehig wird und zugleich die SNA-Vorteile behaelt.

Mit Desktop-DLSw sind die Anwender in der Lage, einen DLSw-faehigen Router lokal am Host direkt anzuwaehlen, ohne zusaetzliche LAN- Server, Gateways oder Router durchlaufen zu muessen. Diese Loesung bringt keine Einbussen an SNA-Funktionalitaet wie bei tn3270 und tn5250, sondern erlaubt jede Art von SNA-Verkehr- einschliesslich Peer-to-peer-, Mainframe- und Midrange-Verbindungen.

Durch die Substitution vorhandener Grenz-Router mit DLSw-faehigen Routern (oder deren Aufruestung) koennen Organisationen SNA aus dem WAN entfernen. Der SNA-Verkehr erfolgt in einem SNA-Link-Level- Protokoll (zum Beispiel 802.2) vom Client-PC zum DLSw-faehigen Grenz-Router. Der DLSw-Router entfernt die 802.2-Information, ersetzt diese durch TCP/IP-Information und sendet sie an den DLSw- Ziel-Router. Dabei sind immer noch zwei Stacks auf jedem Client- PC, naemlich der TCP/IP- und der SNA-Link-Level-Stack, sowie zwei Arten von LAN-Verkehr vorhanden.

Auch hier bietet DLSw auf dem Desktop also die geeignete Loesung. Denn echte Desktop-DLSw-Unterstuetzung bedeutet, dass der Client-PC die SNA-Daten in TCP/IP-Header uebertraegt. Nur ein Protokoll kommt aus dem PC: TCP/IP. Der Aufwand des Hinzufuegens und Entfernens von 802.2-Headern und damit -Trailern entfaellt.

Die Abhaengigkeit vom Router beseitigen

Infolgedessen ist die DV-Abteilung in der Lage, die Zahl der unterstuetzten Netzwerkprotokolle zu reduzieren. Die Entscheidung fuer TCP/IP als alleiniges LAN- und WAN-Protokoll verringert damit die Supportkosten und vereinfacht die Netzwerkverwaltung erheblich.

Desktop-DLSw verkapselt SNA direkt auf dem Desktop in TCP/ IP, und dies - verglichen mit 802.2 in herkoemmlichen SNA-Netzen - ohne Leistungsverlust oder Speicherverbrauch. Und da SNA denselben TCP/IP-Stack wie andere Anwendungen auf dem Desktop verwendet, benoetigt jeder Client nur einen Stack, naemlich TCP/IP, fuer den gesamten LAN-, WAN- und SNA-Datenverkehr.

Desktop DLSw erlaubt auch Waehlverbindungen zu Routern sowie PPP- Verbindungen. Und bei Remote-Access-Anwendungen ist es dank dieser Technologie moeglich, direkt mit dem DLSw-Router zu kommunizieren - ohne den Umweg ueber Remote-Access-Server oder Gateways.

Zudem wird die Abhaengigkeit von Routern beseitigt. Dies ist besonders in grossen Netzwerken mit Produkten mehrerer Hersteller wichtig, wo DLSw-Unterstuetzung nicht in der gesamten Organisation zu Verfuegung steht und die begrenzten Faehigkeiten einer tn- basierten Loesung nicht ausreichen.

Desktop-DLSw bietet Administratoren die Flexibilitaet, verschiedenartige Verbindungen zu implementieren und dennoch die Interoperabilitaet innerhalb der Organisation zu gewaehrleisten. Dabei wird das Backbone nicht veraendert. TCP/IP-Router (zum Beispiel WAN Services for Windows NT von Eicon Technology) koennen als "Feeder"-Router fuer die TCP/IP-Uebertragung von angrenzenden LANs an das Backbone dienen. In Bueros mit Desktop-DLSw und Standard-

(TCP/IP-)Router ohne DLSw-Unterstuetzung verwaltet die IT-Abteilung nur einen DLSw-faehigen Router pro SNA-Empfaenger (vgl. Abbildung). Er ist durch einen Kabelanschluss oder ein herkoemmliches SNA-Link- Level-Protokoll wie 802.2, SDLC oder Frame Relay an einem zentralen Ort an den Host angeschlossen.

Das bedeutet, dass die TCP/IP-zu-SNA-Adressierung und Prioritaetswarteschlangen innerhalb der Organisation entfallen. Dies fuehrt im Unternehmen ebenfalls zu einer drastischen Verringerung der Verwaltungskosten, Trainingszeiten - und sogar Reisekosten.

Mit Desktop-DLSw sind Anwender in der Lage, die von SNA- und Nicht-SNA-Anwendungen benoetigte TCP/IP-Bandbreite auf ihre persoenlichen Beduerfnisse zuzuschneiden. Diese Client-basierte Priorisierung beseitigt auch die Notwendigkeit von Customized Queuing am Router und vereinfacht die Verwaltung zusaetzlich. Die Spezifikation dieser Technologie erlaubt zudem die Implementierung von Kundenwuenschen wie Priorisierung und Optimierungstechniken.

*David Carew-Jones ist European Marketing Manager bei Eicon Technology.