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06.12.1996 - 

Escom-Abschreibung und Abgabe des Druckergeschäfts spürbar

SNI: Bilanz 1995/96 läßt Handlungsbedarf erkennen

"Wir konnten unsere ursprünglich gesteckten Ziele nicht ganz erreichen", räumte denn auch SNI-Vorstandsvorsitzender Gerhard Schulmeyer zu Beginn der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt am Main ein. Das Unternehmen steigerte seinen Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent von 13,0 auf 13,9 Milliarden Mark. Gleichzeitig erhöhte sich der Umsatz um sechs Prozent von 12,8 auf 13,6 Milliarden Mark. Mit 29 Millionen Mark lag zwar der Gewinn nach Steuern um sechs Millionen über dem des Vorjahres, der Ertrag vor Steuern ging jedoch von 62 auf 52 Millionen Mark zurück. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist damit, wie der vorläufige Jahresbericht ausweist, um 19 Prozent gefallen.

Im internationalen Geschäft erhöhte sich der Auftragseingang von 4,6 auf 5,2 Milliarden Mark, der Umsatz stieg von 4,5 auf 5,1 Milliarden Mark - was in beiden Fällen einer Steigerungsrate von etwa 13 Prozent entspricht. Entsprechend der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung verlief das Inlandsgeschäft von SNI verhaltener. Hier wuchs der Auftragseingang um lediglich vier Prozent von 8,3 auf 8,7 Milliarden Mark. Der Umsatz kletterte um rund zwei Prozent von 8,3 auf 8,5 Milliarden Mark.

Ohne Sondereinflüsse hätte, so Schulmeyer, das Unternehmen einen Gewinn vor Steuern verbuchen können, der mit 133 Millionen Mark mehr als doppelt so hoch gewesen wäre wie der tatsächlich ausgewiesene. Der SNI-Chef erinnerte in diesem Zusammenhang daran, daß das profitable Geschäftsgebiet Hochleistungsdrucker bis zum Zeitpunkt seines Verkaufs an die niederländische Océ-Gruppe (mit Wirkung zum 1. April 1996) nur ein halbes Jahr lang zum Ergebnis beitrug. Während der Deal der Muttergesellschaft Siemens einen Buchgewinn von 356 Millionen Mark einbrachte, fielen für SNI 30 Millionen Mark Profit und 450 Millionen Mark Umsatz weg. Zudem mußte die 12,5-Prozent-Beteiligung an der Mitte des Jahres in Konkurs gegangenen Escom AG abgeschrieben werden, was rund 51 Millionen Mark kostete.

Zusammenfassend nannte Schulmeyer das abgelaufene Geschäftsjahr trotz allem ein "Jahr der Ermutigung". Zum einen sei es gelungen, ungeachtet der schwierigen Marktsituation in Europa weiter zu wachsen und trotz des erneuten Preisverfalls das Ergebnis zu halten. Zum anderen habe SNI als das führende europäische IT-Unternehmen seine Position im Lösungs- und Servicegeschäft deutlich stärken sowie seine Technologiekompetenz ausbauen können. Damit einher gehe die jetzt abgeschlossene Änderung der Organisationsstruktur mit weltweit 250 vernetzt agierenden, gleichwohl aber weitgehend eigenverantwortlich agierenden Geschäftseinheiten. "Wer im SNI-Vorstand mehr als zwei Jahre Firmenzugehörigkeit vorweisen kann, ist schon ein Oldtimer", gab Schulmeyer eine Kostprobe der neuen SNI-Philosophie.

Gleichwohl stehen Vorstand und Management noch eine Reihe von Hausaufgaben bevor. Auch bei einem um die genannten Sondereffekte bereinigten Ergebnis hätte Schulmeyer zufolge die Brutto-Umsatzrendite gerade einmal ein Prozent betragen. Auch die Produktivität pro Mitarbeiter lasse noch zu wünschen übrig, ungeachtet der Tatsache, daß der Konzern mit 34100 Mitarbeitern um neun Prozent weniger Personal als noch vor einem Jahr beschäftigt. Intern seien daher die Weichen mehr denn je in Richtung Kostensenkung gestellt - was allerdings, so der SNI-Chef, oft mehr Zeit koste, als der Preisverfall auf den Märkten eigentlich erlaube.

Eine Ertragsprognose für das laufende Geschäftsjahr wollte Schulmeyer nicht geben. Das Ergebnis soll besser werden, der Personalbestand nach dem Abbau von 1700 Stellen im abgelaufenen Geschäftsjahr per saldo nur noch geringfügig sinken. Die notwendige Produktivitätssteigerung wolle man ausschließlich über Umsatzwachstum erreichen. Hierzu habe man sich intern und ohne es im Budget zu verankern ein Ziel von jährlich zehn Prozent auf die Fahnen geschrieben. Nur dann könne man weitere Restrukturierungsmaßnahmen vermeiden, an denen, so Schulmeyer, "kein Mensch bei uns interessiert ist". Was die eigentliche Umsatzstruktur betreffe, befände sich das Unternehmen auf dem richtigen Weg, sagte Schulmeyer weiter. Gleichwohl sei man noch weit von dem Ziel entfernt, nur noch ein Drittel des Umsatzes im Inland und die Hälfte aller Einnahmen im Dienstleistungs-Business zu erzielen - beides Vorgaben, die der SNI-Chef seit seinem Amtsantritt vor rund zweieinhalb Jahren immer wieder erwähnt. Trotzdem gehöre, so Schulmeyer, das Servicegeschäft neben der PC-Sparte, deren Umsatz um 27 Prozent gestiegen sei und derzeit rund ein Viertel zum Gesamtumsatz beitrage, bereits heute zu den Wachstumsträgern des Konzerns.

Last, but not least kündigte der SNI-Chef noch im laufenden Geschäftsjahr die Gründung eines weiteren eigenen Geschäftsgebiets mit der Bezeichnung IT-Networks an. Es soll für die schlüsselfertige Lieferung kompletter Netzwerke verantwortlich zeichnen und damit künftig einen wesentlichen Teil des IT-Lösungs- und Systemintegrations-Geschäfts von SNI bilden. Sitz der neuen Division ist München, was unter anderem auch daher rührt, daß dort, wie bereits angekündigt, wesentliche Teile des vor kurzem vom Mutterkonzern aufgelösten Bereichs Vernetzungssysteme (VS) integriert werden sollen.