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01.11.1991 - 

Betreuungskonzept verunsichert User

SNI: Drei-Klassen-Support bei der Fremdprodukt-Palette

MÜNCHEN (CW) - Nixdorf- System-Anwender leben in unruhigen Zeiten. Auf der Jahreshauptversammlung des EDV-Anwenderkreises e. V. (EAK) in Weikersheim indes war davon kaum etwas zu spüren, obschon SNI-Marketing -Leiter Rudolf Gröger nicht unwesentliche Details über die Produktpolitik verlauten ließ.

Wer von der Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG (SNI) eine einzige Strategielinie fordere, den müsse er enttäuschen, nordet User-Integrator Gröger die Kunden aus der Nixdorfschiene auf das SNI-Breitband ein. Ihre Vielfalt bemesse sich vielmehr an Kundengruppen und Anwenderinteressen. Oberstes Ziel sei es, Nutzer in einem turbulenten Markt mit veränderten Strukturen bei ihrem Geschäftsverläufen zu unterstützen. Das Marktgeschehen prägten künftig besonders vielfältige Allianzen zwischen einst harten Konkurrenten. Für SNI selbst bedeute dies den Schulterschluß mit neuen Partnern, etwa mit SAP. Direkter Support für First-level-Produkte

Facettenreich wie die Produktpalette aus unterschiedlichsten Systemhäusern, auf die sich der Ex-Nixdorf-Anwender wohl bald einzustellen hat, sind auch die Supportgepflogenheiten. Drei Klassen von Unterstützung findet der Kunde nämlich vor: Direkten SNI-Support erhält er sowohl für "First-level-Produkte" als auch bei "Logo"-Ware, also Software-Fremdprodukten mit SNI-Gütesiegel. Im letzteren Fall hilft der neue Anbieter jedoch nur bei gravierenden Störanfällen mit eigenen Ressourcen weiter. Bei "vermittelter Software" schließlich steht der Kunde mit einem fremden Vertragspartner in Kontakt. SNI ist nur behilflich, dieses Produkt zum Anwender weiterzureichen. In welche Kategorie die SAP-Software R/3 gehört, ist noch offen. Bei der Frage, wie sich das Support-Konzept umsetzen läßt, wird dem einen oder anderen Anwender allerdings etwas mulmig.

Trotz der Öffnung zu Markt und Mitbewerb setzt SNI weiterhin auf eigene Produkte wie "Comet" oder "Alexander" (ALX). Die Botschaft ist bekannt: Top 2 wird weiterentwikkelt, Master 5 "maintainiert" und Top 1 eingestellt. ALX-Chefentwickler Gernot Neumann-Mahlkau ließ die Anwender in Weikersheim wissen: "Zur Systems stellen wir neue Anwendungen vor. "

Der EDV-Anwenderkreis e. V. in Weikersheim versteht sich bundesweit als selbständige, nichtkommerzielle und unabhängige Interessenvertretung mittelständischer DV-Anwender. Sein Angebot an die Mitglieder - zumeist mit Nixdorf-Systemen ausgerüstet - umfaßt eine Reihe von Fachveranstaltungen und Arbeitskreisen. "Anders als große Unternehmen müssen sich mittlere Firmen für ihre Anliegen gemeinsam stark machen", meint Vorsitzender Rüdiger Brand. Den kleineren Unternehmen, so zeigt das Treffen in Weikersheim, fällt der Diskurs mit eloquenten Marketiers über die Zukunft ihrer Systeme nicht immer leicht.

Gröger bittet wie bisher schon bei rund 2000 Nixdorf-Anwendern, auch weiterhin um Verständnis: SNI sei eben noch kein Konzern mit gemeinsamer Identität, müsse aber schnellstens einer werden. Mängel bei Personal, Organisation und Support, die die Presse gehörig ausschlachte, hin oder her - Siemens-Nixdorf stehe weiterhin zu Kunden mit Paderborner Rechnern. Vertrauen in die Treue seiner Klientel beschert Gröger offenbar eine bundesweite SNI-Umfrage bei rund 16 000 Nixdorf-Anwendern mit "gutem Ergebnis". Veröffentlicht sind die Zahlen jedoch noch nicht.