Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

16.10.1992 - 

Geschäft mit Systemintegration ausgelagert

SNI: Drei neue Business Units sollen mehr Marktnähe bringen

PADERBORN/MÜNCHEN (ciw) - Die Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG (SNI) hat mit Wirkung zum 1. Oktober 1992 die drei Bereiche Personal Computer, Hochleistungsdrucker und Systemintegration in eigenständige Business-Units (BU) umgewandelt. Dabei wird der Geschäftsbereich Systemintegration an die hundertprozentige Tochtergesellschaft Sietec-Consulting GmbH + Co OHG mit Sitz in München übertragen.

Während Hochleistungsdrukker und PCs schon vorher klar abgegrenzte Produktbereiche waren und nun lediglich unabhängiger agieren, wurde die BU Systemintegration neu geschaffen. Sie soll unter der Leitung von Eberhard Reichert (53) "Unternehmen und Behörden bei der Realisierung übergreifender Gesamtlösungen unterstützen" (O-Ton SNI), plattformneutral Systeme integrieren und auch nicht vor Multivendor-Lösungen zurückschrecken. Um zumindest formale Unabhängigkeit vom Hardwarehersteller SNI zu dokumentieren, hat man das Integrationsgeschäft der Sietec Consulting GmbH angegliedert.

Vorerst sind 300 Mitarbeiter eingeplant

Die seit 1989 existierende Gesellschaft fungierte mit ihren Regionalbüros in München, Frankfurt und Toronto als regionale Vertriebsschiene der hundertprozentigen SNI-Tochter Sietec Systemtechnik GmbH & Co OHG, Berlin.

Die neue Sietec Consulting GmbH + Co OHG, München, wird nicht mehr als Tochter der Berliner Sietec firmieren, sondern als Tochter der SNI. Sie teilt sich in die Bereiche Consulting, System Engineering, Generalunternehmerschaft (Realisierung), Dienste und Outsourcing. Wobei letzteres laut Reichert einen "Nukleus" darstellt, in dem zur Zeit nur das Geschäft mit der mandantenfähigen Banksoftware "Kordoba" betreut wird. Die vorerst 300 Mitarbeiter der Gesellschaft kommen aus der alten Sietec Consulting, aus der Supportmannschaft des SNI-Vertriebs und aus dem Bereich Anwendungssoftware und Projekte (AP). Dieses SNI-Interne Softwarehaus war bislang ebenfalls recht erfolgreich im Systemintegrationsgeschäft tätig:

AP-Direktor Rudolf Duschl zufolge realisierte das SNI-interne Softwarehaus von den insgesamt 704 Millionen Mark Umsatz im vergangenen Jahr immerhin 50 Prozent mit eigenständigen Beratungsgeschäften und Integrationsprojekten für Kunden verschiedener Siemens-Geschäftsbereiche (siehe COMPUTERWOCHE Nr. 35 vom 28. August 1992, Seite 1: "Siemens: Gefährliches Defizit der Tochter SNI").

Umsatz im zweistelligen Millionenbereich

Welcher der verschiedenen mit Systemintegration befaßten SNI-Bereiche in Zukunft welches Geschäftsfeld beackert, scheint noch nicht endgültig geklärt zu sein: "Im Rahmen der Gründungsaktivitäten, die ja noch nicht abgeschlossen sind, wird es eine Abstimmung hinsichtlich der Geschäftsfelder geben", erklärt Rainer Drews, Sprecher der Sietec Systemtechnik. Schließlich sei die Systemintegration "ein sehr vielschichtiges Thema", das von mehreren bearbeitet werden könne, "ohne sich gegenseitig ins Gehege zu kommen". Auch Jochen Doering, Leiter der Unternehmenskommunikation bei SNI, drückt sich um eine eindeutige Definition der Zuständigkeit: "Es geht darum, dem Kunden einen kompetenten Ansprechpartner in Sachen Systemintegration zu geben, und das muß man fallweise vernünftig regeln."

Aufnehmen wird die Business-Unit ihre Tätigkeit zunächst mit bereits von anderen Siemens-Bereichen akquirierten Projekten, über deren Anzahl und Art sich Reichert allerdings nicht äußern wollte. In puncto Umsatz hegt er dagegen konkrete Vorstellungen: "Im reinen Dienstleistungsgeschäft - also ohne Hard- und Software - planen wir einen Umsatz im zweistelligen Millionenbereich." Vor der Konkurrenz der anderen Systemintegratoren auf dem deutschen Markt ist dem BU-Chef nicht bange: "Im Projektgeschäft haben wir jahrzehntelange Erfahrung. Außerdem verfügen wir in den Siemens-Geschäftsbereichen über ein immenses Branchen-Know-how, ein Pluspunkt, den in diesem Maße keiner unserer Mitbewerber hat."

"Unternehmerische" Verantwortung für die Units

Die Tätigkeitsfelder und Zuständigkeiten der beiden anderen Business-Units sind dagegen klar: Das PC-Produktgeschäft wird künftig in der in Augsburg angesiedelten Business-Unit PC zusammengefaßt. Ihren Vorsitz übernimmt Walter Rössler (53), der zuvor Geschäftsführer bei Mannesmann-Tally war. Die BU "Hochleistungsdrucker", bisher vertrieblich in der SNI-Division "Special Products und Telecom Systems" aufgehängt, wird von Vertriebsleiter Joachim Milling (59) geführt und ihren Sitz in Poing bei München haben.

Die eingerichteten Units werden nach Angaben des Unternehmens für ihr Geschäft und alle zugehörigen Funktionen - Planung, Entwicklung, Beschaffung, Marketing, Vertrieb und Wartung - "unternehmerisch" verantwortlich sein. Von der Umstrukturierung erhofft sich die angeschlagene SNI eine stärkere Fokussierung auf die jeweiligen Zielmärkte sowie schlankere Strukturen.