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24.10.1997 - 

Klagen über häufige Ausfälle und Performance-Probleme

SNI-DV in Münchner Kliniken fehlerhaft

Die betroffenen DV- und Verwaltungschefs klagen über schlechte Performance und zu hohe Ausfallzeiten des Systems. Die neue Klinik-DV KIS umfaßt neben der Hardware unter anderem die Patientenverwaltung, Finanz- und Anlagenbuchhaltung sowie Materialwirtschaft von SNI.

Betroffen von dem "Millionen-Flop" (Original-Ton "Abendzeitung") sind die fünf städtischen Krankenhäuser Harlaching, Neuperlach, Schwabing, Thalkirchen und Bogenhausen. Die Chefärzte in letztgenannter Klinik nahmen die für sie untragbaren IT-Zustände nun zum Anlaß, mit einem Brief an die eigene Krankenhaus-Leitung sowie an ihre Kollegen in den anderen Kliniken Alarm zu schlagen. Von einer "drohenden DV-Katastrophe" ist dort die Rede, von "gewaltigen Ausfallzeiten" und "mangelnder Bedienungsfreundlichkeit" sowie vom "Erreichen der Kapazitätsgrenze" - bei einem System wohlgemerkt, das noch gar nicht vollständig installiert ist. Walter Vorndran, Verwaltungschef im Städtischen Krankenhaus Bogenhausen, bestätigte gegenüber der CW den Inhalt des an ihn gerichteten Schreibens seiner Ärzteschaft, nahm aber Abstand von der "Dramatik", die darin zum Ausdruck komme. Gleiches gilt für Vorndrans Kollegen Harald Bachleitner im Krankenhaus München-Schwabing. Beide Verwaltungs- beziehungsweise DV-Chefs sind derzeit jedoch mit zum Teil "gravierenden Performance-Problemen und inakzeptablen Ausfallzeiten" konfrontiert.

Betroffen sind davon vor allem "ISH-MED" und eine von einem externen SNI-Partner als R/3-Modul zur Leistungsabrechnung der einzelnen Krankenhausstationen entwickelte Komponente. Bei ISH-MED handelt es sich um ein Röntgen-Subsystem, das vertrauliche Patientendaten und Diagnosen in einer nur für die Ärzteschaft zugänglichen Datenbank verwalten soll.

Wie Vorndran berichtet, begann man im Krankenhaus Bogenhausen im November 1996 mit dem "Roll-Out" des Systems. Bisher seien zwar die Mehrzahl, aber noch nicht alle Stationen seines Hauses an KIS angeschlossen.

Während der Implementierungsphase kam es immer wieder zu Systemausfällen und anderen "schwerwiegenden Störungen", zuletzt in Form nicht arbeitender Drucker.

SNI müsse man aber bis dato zugute halten, "daß man an auftretenden Problemen stets mit Hochdruck arbeitet". Der derzeitige Stand des Systemausbaus und dessen Performance gäben jedoch "Anlaß zu Kopfzerbrechen". Schlimmstenfalls müsse man SNI bei Nichterfüllung gewisser Leistungen zum Ende der Auftragsfrist am 31. Dezember 1997 mit den im Vertrag vorgesehenen Konventionalstrafen in Millionenhöhe drohen.

Nach außen hin relativ gelassen gibt man sich bei der zuständigen Siemens Health Services (SHS), in die SNI seine entsprechenden Geschäftsaktivitäten eingebracht hat. Noch bestehende Leistungsdefizite in der Abwicklung des insgesamt rund 26 Millionen Mark umfassenden Auftrages werden "planmäßig bis zum endgültigen Abnahmetermin beseitigt", heißt es in einer schriftlichen Erklärung. Besagte Schwierigkeiten entstanden zum Teil dadurch, daß sich "Teillieferungen verzögerten". Zudem habe SNI zur Erhöhung der Systemkapazität "nach Vertragsabschluß eine höherwertige und weiter ausbaufähige Hardware ohne Aufpreis geliefert".