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Siemens Nixdorf kooperiert mit Matsushita


02.11.1990 - 

SNI erweitert PC-Palette und stellt neue Laptops vor

MÜNCHEN (ciw) - Als erste der zehn neuen SNI-Divisionen hat die "Reseller"-Gruppe mit Rainer Hallauer an der Spitze ihre Pläne veröffentlicht. Zu ihrer Produktpalette gehören neben der MX-, Targon- und der Quattro-Linie vor allem auch PCs sowie die zugehörige Peripherie.

Außerdem hat SNI ein OEM-Abkommen mit Matsushita getroffen, das die Versorgung des deutschen Herstellers mit Laptops sicherstellen soll. Im Gegenzug will die Matsushita Electric Industrial Co. Ltd. (MEI) unter ihrem Label "Panasonic" Desk-Top-PCs und Tower-Modelle in Europa vermerkten, die von der Siemens Nixdorf Informationssysteme AG hergestellt werden.

Erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit wird die Aufnahme von tragbaren Rechnern der Matsushita in die SNI-Produktpalette sein. Die auf Intels 386-Prozessortechnologie basierenden Maschinen sollen nach Angaben des Unternehmens zur CeBIT'91 verfügbar sein.

Schon auf der Orgatec zeigte SNI fünf neue Rechner: drei Desktop- beziehungsweise Tower-Modelle und zwei Portables. Außerdem wurde der Notebook-Computer PCD-2N "Lettersize" für Januar 1991 angekündigt, der aber nach Aussagen von Hallauer noch nicht von Matsushita stammt.

Die Aufrüstung bereitet keine Probleme

Beim PCD-3Tsx handelt es sich wie übrigens bei allen SNI-Desktop- und Tower-PCs um eine sogenannte Slot-CPU-Maschine. Bei diesen Computern wird der Mikroprozessor nicht auf der Hauptplatine aufgebracht, sondern auf einer als Steckkärte konzipierten CPU-Platine. Der Vorteil dieser modularen Bauweise ist, daß sich solche PCs problemlos auf leistungsfähigere CPU-Versionen aufrüsten lassen.

Der PCD-3Tsx verfügt in der Standardkonfiguration über einen mit 16 Megahertz getakteten Intel 80386SX-Chip, über 2 MB RAM (maximal 8 MB auf der CPU-Karte), ein 3?-Zoll-Diskettenlaufwerk mit 1,44 MB und über Festplattlen mit Kapazitäten von 100 oder 200 MB, die eine Zugriffszeit von 25 respektive 20 Millisekunden bieten. Von den neun verfügbaren 16Bit-Steckplätzen sind acht frei. Außerdem ist noch ein 8-Bit-Slot vorhanden.

Als Monitore werden wahlweise 14- oder 12-Zoll-VGA-Bildschirme in schwarzweiß oder Farbe geliefert. Das Betriebssystem gehört nicht mehr zum Lieferumfang: Hier kann der Kunde zwischen MS-DOS 4.01 mit Windows 3.0, dem Desktop Starter Pack, MS-OS/2 oder SCO Unix wählen.

Beim PCD-2B und dem -3Bsx handelt es sich um kompakte Desktop-PCs mit Intels 80286- beziehungsweise 80386SX-CPU. Der kleinere der beiden kann nur bis auf 4 MB auf der CPUKarte bestückt werden, der größere bis auf 8 MB.

Ähnliche Ausrüstungsunterschiede gelten für die Festplatten; während für den 2B Platten mit 40 MB Kapazität und 30 Millisekunden Zugriffszeit verfügbar sind, bietet das Unternehmen für den 3Bsx auch 100-MB-Platten mit 25 Millisekunden. Außerdem ist für den 386er OS/2 und SCO Unix optional, beim kleinen Bruder nicht.

"Lettersize" im Notobook-PC-Format

Der Laptop PCD-2N "Lettersize" entspricht mit einer Größe von 280 x 220 x 50 Millimetern und einem Gewicht von drei Kilogramm den Formatanforderungen an einen Notebook-PC. Der 286-Prozessor ist in CMOS-Technologie ausgelegt und arbeitet mit einer Taktrate von 12 Megahertz. Neben einem Diskettenlaufwerk mit einer Kapazität von 1,44 MB bietet der "Lettersize" eine 20-MB-Festplatte.

Außerdem verfügt er über alle wichtigen Schnittstellen (seriell, paralle) und Ports für den externen Anschluß von Bildschirmen und einer Tastatur. Als Betriebssystem fungiert MS-DOS in der Version 4.01. Vom Stromnetz abgehängt, soll der Kleinrechner mit einem Batteriesatz drei Stunden lang seinen Dienst versehen können.

Die zwei Portables 8810/16 und 8810/20 runden die"AT-Familie" der SNI ab. Beide arbeiten unter MS-DOS 4.01 - im Batteriebetrieb allerdings unterschiedlich lang. Der mit dem 80386-Chip (20 Megahertz) ausgestattete 8810/20 versagt seinen Dienst nach einer, der mit dem 80286 (12 Megahertz) bestückte 8810/16 erst nach 2,5 Stunden. Unterschiede existieren außerdem in der Speicherkapazität und der Zahl der Schnittstellen. Der mit 9,5 Kilogramm recht schwere 120 bietet bis zu 5 MB Hauptspeicher, eine bis zu 80 MB große Festplatte und zwei serielle und eine parallele Schnittstelle sowie einen freien AT-Slot.

600 bis 800 Millionen Mark Umsatz ungepeilt

Der zwei Kilogramm leichtere /16 hat ein serielles und paralleles Interface, seine Harddisk verfügt nur über die Hälfte der Kapazität und der Arbeitsspeicher kann bis auf 4 MB aufgestockt werden. Zum PC-Angebot gehören darüber hinaus noch zwei 486-Rechner, die mit 25 beziehungsweise 33 Megahertz Taktrate arbeiten.

Rainer Hallauer zufolge will man die gesamte PC-Linie im Leistungsumfeld von IBM- und Compaq-Maschinen positionieren - allerdings sollen die Preise für die Geräte deutlich niedriger angesetzt werden. Im übrigen scheint sich bei der SNI das Slot-CPU-Konzept durchgesetzt zu haben. Nixdorf-Motherboard-PCs werden zwar noch produziert und betreut, sollen aber innerhalb der nächsten zwölf Monate aus der Produkt-Palette des Unternehmens verschwinden.

Der frischgebackene Divisions-Leiter erwartet, daß seine Division mit weltweit 550 Mitarbeitern einen Umsatz von 600 bis 800 Millionen Mark erreicht. Die Einnahmen werden seiner Einschätzung nach jeweils zur Hälfte aus Deutschland und Europa kommen, wobei Personal Computer den umsatzträchtigsten Bereich ausmachen dürften.