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21.01.1994

SNI-Jahre zaehlen doppelt

Es gibt Dinge zwischen Himmel und Lehmschicht, die Trauerwein nie verstehen wird. Dazu gehoeren die Institutionen Aufsichtsrat und Mitarbeiterinformation. Der Workgroupmund laesst in einem Aufsichtsratswitz einen Vertreter dieser Gattung sagen: "Wo ich bin, ist nichts, aber ich kann nicht ueberall sein." Aufsichtsraete, so kann man es auch ausdruecken, werden dafuer bezahlt, gerade nichts zu sehen. Den Managern im Vorstand soll ganz bewusst die Moeglichkeit genommen werden, fuer eigene Versaeumnisse geradezustehen. Das koennte schlecht sein fuer die Moral im Unternehmen. Womit wir bei der Mitarbeiterinformation waeren, dass also ein Vorstandsvorsitzender seinen "lieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern" etwas formell und schriftlich eroeffnet, was diese ueber die Buschtrommel ohnehin wissen, nur eben nicht, wie ihnen die Botschaft verkauft werden soll. Aufmerksame CW-Leser werden bereits gemerkt haben, dass Sebastian nicht nur vor sich hin meditiert. Das Haus Siemens liefert Anschauungsstoff vom Allerfeinsten. Hans-Dieter Wiedig, Vorsitzender des Vorstandes der Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG, blickt auf SNI-Jahre zurueck, die "doppelt zaehlen", was es ihm geboten erscheinen lasse, frueher als mit dem Aufsichtsrat abgesprochen in selbigen zu wechseln. Jahre doppelt zaehlen: Waere das nicht eine Grundlage, die Abfindungen fuer Mitarbeiter neu zu berechnen, von denen sich SNI trennen muss? Doch in diesem Fall haette Wiedig ja mit demselben Recht die Formel "Ein SNI-Jahr gleich vier Vorstandsjahre" auf sich anwenden koennen - und dann waere er schon laengst nicht mehr da. Diesem unmoeglichen Gedanken laesst sich gleichwohl einiges abgewinnen. Trauerwein fragt: Dauert es auch entsprechend laenger, womoeglich ewig, bis SNI den Turnaround geschafft hat?