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INA-Erhebung deckt die Schwächen auf

SNI-Kunden hoffen auf eine Fortsetzung der 8870-Serien

25.01.1991

MÜNCHEN (hv) - Eine Marktbefragung der Anwendergruppe INA dokumentiert die Unzufriedenheit der 8870-Anwender: Mangelhafte Verarbeitungs- und Druckgeschwindigkeiten sowie Support-Schwächen geben Anlaß nur Klage.

Trotzdem hoffen viele Midrange-Kunden noch immer, daß Siemens Nixdorf die Rechnerreihe entgegen den Ankündigungen nicht sterben läßt. Sie wollen ihre Software auch in Zukunft nutzen.

Unter den Nixdorf-Anwendern weiß derzeit niemand so recht, welche Pläne die Münchner SNI AG nach dem Auslaufen der 8870-Rechnerserie verfolgt. Max Pfefferle, Vorsitzender des Interessensverbandes der Nixdorf-Anwender (INA): "Wir erhalten darüber genauso viele Informationen wie die Anwender - nämlich keine!"

Die INA hat im vergangenen Oktober 5000 von insgesamt mehr als 35 000 Anwendern der 8870-Rechner nach Hardware-, Software- und Serviceproblemen befragt.

Darüber hinaus wurden Informationen über die Zufriedenheit der SNI-Kunden mit dem Support der einzelnen Geschäftsstellen und über die Wechselbereitschaft der Anwender in eine andere Systemumgebung eingeholt. Geantwortet haben 415 Unternehmen.

Durchschnittlich 37 Prozent von Benutzern der Modelle M7 bis M75 planen demnach in nächster Zeit einen Systemwechsel. Ursachen für diese Entschlossenheit sind in erster Linie Mängel in den Bereichen Verarbeitungs- und Druckgeschwindigkeit. Als Ausweichumgebungen wurden gleichermaßen PC-Netzwerke, proprietäre Midrange-Umgebungen wie die AS/400 von IBM, aber auch Unix-Lösungen angegeben.

Einen einheitlichen Trend gibt es dabei nach Angaben des INA-Vorsitzenden nicht: "Man kann aus der momentanen Unzufriedenheit nicht ableiten, daß diese Anwender dem Siemens-Nixdorf-Konzern abhanden kommen."

Die Kundenbindung an SNI sei bei Anwendern der M-Klasse nach wie vor groß, obwohl 23 Prozent den Nixdorf-Support mit der Note vier und schlechter beurteilen.

Diese Anwender scheuen jedoch den Wechsel in eine andere Systemumgebung wegen der aufwendigen Umstellungsphase und den zu erwartenden finanziellen Belastungen. Außerdem besteht bei einem Drittel nach wie vor die Hoffnung, daß SNI ein Nachfolgemodell herausbringen wird, auf dem die vorhandene Software mit besserer Effizienz weiter genutzt werden kann.

Auch die Anwender der Quattro-Systeme /25 bis /75, die mit dem Betriebssystem Niros 7.0 arbeiten, sind nicht zufrieden. 72 Prozent der befragten Firmen beklagen die langsame Verarbeitungsgeschwindigkeit. Bisher beträgt die Quote der Umstiegswilligen noch 25 Prozent, doch die Marktbeobachter erwarten eine weitere Zunahme. Derzeit rechnet noch die Hälfte dieser Quattro-Anwendergruppe damit, daß SNI die 8870-Linie fortsetzen wird - für viele ein Grund, den Rechnern erst einmal treu zu bleiben. Die Aussteiger aus dieser Rechnerklasse entscheiden sich größtenteils für eine Unix-Umgebung, während PC-Netzwerk-Lösungen auf wenig Interesse stoßen.

Im Vergleich zur M-Serie fallen die Benotungen der Quattro-Maschinen /25 bis /75 besser aus. Kritisiert werden Schwächen beim Support, langsame Reaktionszeiten und ein unzureichender Informationsfluß im Hause SNI.

Als dritte Gruppe hat der Nixdorf-Interessenverband Anwender der Quattro-Systeme Q10 bis Q80 befragt. Nur 16 Prozent dieser Anwender spielen mit dem Gedanken, in eine andere Systemumgebung zu wechseln. Allerdings klagt auch diese Gruppe über Schwierigkeiten mit ihren Rechnern. Entsprechen die Mängel der kleineren Modelle Q10 bis Q40 in etwa denen der 8870-Quattro-M-Reihe, so tauchen bei den größeren Maschinen neue Probleme auf.

Neben der Verarbeitungsgeschwindigkeit ist es vor allem der Spooler, der diesen Anwendern zu schaffen machen. Oft genannt werden auch Probleme mit dem Betriebssystem, die nach der Einführung einer neuen Version aufgetaucht sind. Als Alternativen wurden bei den größeren Rechnern Unix-Systeme, bei den kleineren Maschinen PC-Netzwerke angegeben.