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01.03.1996 - 

Konzern arbeitet erstmals mit Franchise-Konzept

SNI lagert PC-Trainingsgeschaeft in eine Tochtergesellschaft aus

Die einen zentralisieren, die anderen dezentralisieren. Waehrend IBM seine Bildungsgesellschaft nach drei Jahren Eigenstaendigkeit wieder in den Mutterkonzern zurueckgeholt hat, probiert Siemens-Nixdorf mit einem Teil des Trainingsgeschaeftes den umgekehrten Weg. Die PC-Schulung wird in ein eigenstaendiges Unternehmen ausgegliedert, vertrieben werden die Angebote ueber Franchise-Partner. Damit wolle man, so Geschaeftsfuehrungsmitglied Friedrich Froeschl bei der Eroeffnung der Com-Zentrale in Muenchen, auf mittelstaendische Unternehmer setzen und nicht "auf Marketing und Vertrieb in unserem Neuperlacher Haus, das seit fuenf Jahren keinen Kunden mehr gesehen hat".

Udo Dierk, Mitglied der Com-Geschaeftsfuehrung, schaetzt den PC- Trainingsmarkt auf etwa 400 Millionen Mark. Davon entfielen auf unabhaengige lokale Anbieter 76 Prozent, auf regionale 19 und auf die klassischen DV-Hersteller lediglich fuenf Prozent. Dierk rechnet damit, dass das Volumen in den naechsten drei bis vier Jahren auf 600 bis 700 Millionen Mark steigen wird. Sein Unternehmen peile ehrgeizige zehn Prozent Marktanteil an. Fuer Froeschl ist der PC-Schulungsmarkt von "strategischer Bedeutung", nachdem sein Unternehmen beim PC-Verkauf im Kalenderjahr 1995 sowohl wert- als auch stueckzahlenmaessig die Nummer eins in Deutschland geworden ist.

Das Produkt- und Serviceangebot der Com ist laut Dierk auf den Bedarf von mittelstaendischen Firmen und Endanwender im Soho-Sektor (Small office, home office) ausgerichtet. Es setzt sich aus PC- Training und Dienstleistungen, Produktivitaetsanalysen sowie Innovations- und Trend-Centern zusammen.

Fuer die Produktivitaetsanalysen verwendet Com ein PC-gestuetztes Werkzeug, das die Anwendungsdefizite an den PC-Arbeitsplaetzen ermitteln helfen soll. Die Trend- und Innovations-Center sind als Experimentierraeume fuer den Umgang mit Multimedia, Online- Kommunikation etwa im World Wide Web sowie computerunterstuetztem Lernen einschliesslich Teletutoring geplant.

Mittelstaendische Unternehmen, die bei Com einsteigen wollen, muessen nach Dierks Darstellung zunaechst etwa 200000 Mark in die Einrichtung und das technische Equipment investieren. Die Einstiegsgebuehr betraegt 50000 Mark. Darueber hinaus sind jedes Jahr sieben Prozent vom Umsatz fuer die laufende Betreuung und zwei Prozent fuer die Hilfe beim Marketing faellig.

Bei der Praesentation in Muenchen hatte die Com-Geschaeftsfuehrung ein Programm mit rund 80 Themen parat, das von Windows- Grundlagenseminaren bis hin zu Spezialkursen fuer Frauen reicht. Die als Richtwerte zu verstehenden Preise liegen zum Teil pro Trainingstag unter 200 Mark, was selbst fuer eine SNI-Tochter ueberraschend wenig ist. Trotzdem ist Dierk ueberzeugt, Qualitaet liefern zu koennen, denn die Trainer muessen ein Assessment-Center durchlaufen. Zudem werden sie neben einem Grundhonorar je nach Anzahl der Teilnehmer einen Bonus erhalten.