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13.06.1997 - 

Produktservice soll in fünf Tochtergesellschaften überführt werden

SNI-Mitarbeiter wehren sich gegen Auslagerung

Für das Management ist die Sache klar: Der IT Service ist zu teuer und nicht konkurrenzfähig. SNI-Chef Gerhard Schulmeyer: "Wir können gegen kleinere Unternehmen wie Compunet einfach nicht konkurrieren. Die sind nämlich nicht tarifgebunden."

ITS besteht insgesamt aus den vier Säulen Systemintegration, Systemoperations, Systemservice sowie Produktservice und machte im vergangenen Geschäftsjahr mit 4500 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,7 Milliarden Mark. Bei der aktuellen Auslagerung geht es jedoch nur um den Produktservice. Zu dieser Gruppe gehören vor allem Techniker im Außendienst, die Serviceleistungen für PCs, Selbstbedienungssysteme, Kassensysteme und Drucker anbieten.

Diesem Bereich soll es laut Schulmeyer nicht besonders gutgehen: "Wir verlieren hier sehr viel Geld; das sind Millionenbeträge." Das Gegenteil behaupten die Arbeitnehmervertreter. "Der Produktservice hat im letzten Jahr ein Plus von 250 Millionen Mark geschrieben", so Betriebsrat Mathias Christlhuber. Richtig sei, daß es in den anderen Service-Abteilungen Probleme gebe, beispielsweise in der wenig lukrativen Mainframe-Wartung.

Ungeachtet dieser Einschätzung hat der Betriebsrat eigenen Angaben zufolge mit der ITS-Leitung darüber gesprochen, wie die Leistung des Produktservice-Bereichs zu verbessern sei. Dabei wurde eine Reduzierung des Betriebskosten-Stundensatzes von 169 auf 120 Mark beschlossen.

Otto Müller, der stellvertretende Konzernbetriebsratschef, ist überzeugt, daß die Techniker bei weiteren Optimierungsmaßnahmen unter die 100-Mark-Grenze kommen. Die muß auch dringend erreicht werden, denn die Konkurrenz bewegt sich auf diesem Preisniveau. Auch Christlhuber gibt zu, daß die Overheadkosten zu hoch sind, sieht aber wie sein Kollege Müller noch ein großes Verbesserungspotential.

Nach Auffassung des Unternehmens ist eine Lösung, die die Wettbewerbssituation verbessert, innerhalb der vorhandenen tariflichen Möglichkeiten von SNI nicht umzusetzen. Aber selbst in den fünf Tochtergesellschaften seien die Arbeitsplätze sicher, versucht Schulmeyer die Gemüter zu beruhigen. Die betroffenen Beschäftigten müßten allerdings "konkurrenzfähig sein wollen". Die Betriebsräte befürchten indes, daß die fehlende Tarifbindung in den neuen Tochtergesellschaften dazu führe, daß die Mitarbeiter dann eine reguläre Arbeitswoche mit 40 Stunden statt wie bisher 35 Stunden hätten.

Weitere Verschlechterungen erwarten die Arbeitnehmervertreter bei der Aus- und Fortbildung, da die einzelnen Gesellschaften sicher ihr Augenmerk zunächst nicht auf dieses Gebiet richten werden. Zudem argwöhnt Alfons Daiderich, Betriebsrat in München-Perlach, daß die Outsourcing-Welle weiterrollen wird: "Allein in der SNI kam es seit dem 1. Oktober 1990 zu 60 Outsourcing-Verträgen." Angesichts der guten Auftragslage des SNI-Service-Geschäfts muß diese Perspektive allerdings niemanden schrecken.