Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

20.09.1996 - 

Kolumne/

"SNI verstärkt den Druck"

Welche Illusionen Peter Pagé hegte, als er beschloß, dem siechen Softwaregeschäft von SNI neues Leben einzuhauchen, bleibt sein Geheimnis. Mag sein, daß er der Software AG samt ihrer "Visionäre" einfach überdrüssig geworden war oder daß er hoffte, in einem Weltkonzern Dinge anstoßen zu können, die ihm früher versagt geblieben sind.

Sicher hat sich Pagé nicht bewußt gemacht, welche Altlastenprobleme dabei auf ihn zukommen würden. Mindestens 20000 Kunden arbeiten noch heute mit verschiedenen Versionen der Nixdorf-Anwendungssoftware Comet - überwiegend auf proprietären Rechnern der 8870/Quattro-Reihe, zum Gutteil aber auch auf Unix- Rechnern von SNI und deren Wettbewerbern. Viele dieser Anwender - wir sprechen von kleinen und mittelgroßen Betrieben - sehen noch immer keine Alternative zu ihrem Comet, das über eine Funktionsvielfalt ohnegleichen verfügt, dabei aber softwaretechnisch den Anschluß verpaßt hat.

Wer nun glaubt, SNI sollte aus dieser Marktsituation Kapital schlagen können, wurde in den letzten Jahren eines Besseren belehrt. Schwächen in Service und Support stellten die Kunden vor harte Prüfungen. Außerdem brachte es SNI nicht fertig, ein adäquates Unix-Pendant für Comet aus dem Hut zu zaubern und den Kunden damit einen Weg in die Zukunft zu weisen.

Was als "ALX-Comet" über die Ladentische ging, erwies sich als lückenhafte Alternative, mit der sich weder Softwarepartner noch Anwender ernsthaft beschäftigen mochten. Heute verstärkt SNI den Druck, um den Markt wieder in den Griff zu bekommen. Mit dem zweifellos guten Argument, ältere Comet-Versionen seien für einen Wechsel in das Jahr 2000 nicht präpariert, zwingen die Münchner ihre Kunden nicht nur auf ein einheitliches Software-Release - möglichst unter Unix oder NT.

Diese Rechnung wird kaum aufgehen. Sicher, die Comet-Kundschaft hat sich in der Vergangenheit als leidensfähig erwiesen. Ob sie allerdings Unsummen dafür ausgeben wollen, um ihre veraltete Anwendungssoftware in eine modernere Hardware- und Betriebssystem- Welt zu überführen, darf bezweifelt werden. Da ist ein Wechsel auf ein modernes Unix- oder NT-Äquivalent wahrscheinlicher - das allerdings gibt es bei SNI noch nicht zu kaufen.