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23.11.1990 - 

Beim Ergebnis 1991 "schwarze Null" im Visier

SNI will mageres US-Geschäft mit einem Partner aufpolieren

MÜNCHEN/PADERBORN (CW) - Ein ausgeglichenes Betriebsergebnis ist das vorrangige Ziel der Siemens Nixdorf Informationssysteme AG (SNI) für das erste Geschäftsjahr 1990/91. Danach ist eine Ausweitung des noch schwachen US-Geschäftes geplant. Dies gab Vorstandschef Hans-Dieter Wiedig bekannt.

Am 1. Oktober 1990 fiel der Startschuß für das aus dein DI-Bereich von Siemens und der Nixdorf Computer AG entstandene neue Unternehmen. Obwohl erst wenige Wochen seitdem ins Land gegangen sind, zeigt sich SNI-Chef Wiedig jetzt schon zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Die Zusammenführung der beiden Unternehmenskulturen bereite weniger Probleme als erwartet, wenn auch die gesamte Integration, deren Kosten sich auf rund 100 Millionen Mark belaufen sollen, noch gut ein Jahr dauern werde.

Optimistisch äußerte sich Wiedig auch zum finanziellen Verlauf des Geschäftsjahres 1990/91. Obwohl Nixdorf tiefrote Zahlen in das neue Unternehmen eingebracht hat 1989 war ein Verlust von einer Milliarde Mark ausgewiesen worden, für das Rumpfjahr 1990 hüllt man sich in Stillschweigen -, strebt der SNI-Chef zum 30. September 1991 bei einen, Umsatz von rund 13 Milliarden Mark ein ausgeglichenes Betriebsergebnis an. Immerhin gelang dem DI-Bereich von Siemens im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von 26 Prozent auf 7,1 Milliarden Mark. Mit dem hinzugekommenen Geschäftsbereich Peripherie- und Endgeräte (PE) steuerte Siemens insgesamt 1,7 Milliarden Mark zur SNI bei. Die Ertragslage, so Wiedig, sei ebenfalls deutlich verbessert worden. Man habe allerdings von der Schwäche der anderen europäischen Computer-Hersteller profiliert.

Noch hegt Wiedig keinerlei Ambitionen, sich am derzeitigen Ausverkauf der europäischen Computerindustrie zu beteiligen. Manch einer der Computerhersteller ist bekanntlich auf der Suche nach "strategischen Allianzen" beziehungsweise einem neuen Eigentümer, doch der SNI-Chef erklärte, erst das eigene Unternehmen ordnen zu müssen, ehe man weitere Schritte machen könnte.

Außerdem ist die SNI selbst auf der Suche nach einem Partner. Geplant ist nämlich, in absehbarer Zeit die Präsenz auf dem US-Markt zu verstärken, die sich bislang noch auf den Einzelhandels-Sektor beschränkt. Dort hatte Nixdorf vor allem 1988 ein gutes Jahr, als man innerhalb weniger Monate unter anderem Großaufträge von der US-Warenhauskette Montgomery Ward und dem Handelsunternehmen Marshall Field an Land ziehen konnte. Das US-Geschäftsvolumen beläuft sich derzeit auf 300 bis 400 Millionen Mark. Um auf dem schwierigen amerikanischen Markt voranzukommen, so Wiedig, müsse man sich aber mit einem starken Partner zusammentun. Auch Kooperationen in einzelnen Marktsegmenten sei man nicht abgeneigt.

Zur gleichen Zeit vermeldete die Siemens AG für das abgelaufene Geschäftsjahr eine "günstige geschäftliche Entwicklung", die den Konzernumsatz um vier Prozent auf 63,3 Milliarden Mark und den Konzerngewinn nach Steuern um sechs Prozent auf 1,67 Milliarden Mark habe ansteigen lassen. Der Elektronikkonzern will nun zum zweiten Mal hintereinander die Dividende erhöhen. Nach der Anhebung von 11 Mark auf 12,50 Mark pro 50-Mark-Aktie im vergangenen Jahr wollen die Münchner nun 13 Mark aus, schütten,

Schwachstelle im Konzernergebnis ist einmal mehr der Geschäftsbereich Halbleiter. Zwar konnte Siemens die Produktion von 1-Megabit-Chips auf 40 Millionen Stück verdoppeln, doch zahlte sich dies durch den rapiden Preisverfall nicht aus. Ein 1-Megabit-Chip kostet heute gerade noch sieben bis acht Mark, nachdem man vor knapp einem Jahr noch 30 Mark bezahlen mußte. Durch die ungünstige Preisentwicklung mußte dieser Bereich wieder größere Verluste als im vergangenen Geschäftsjahr hinnehmen. Der Fehlbetrag soll sich in dreistelliger Millionenhöhe bewegen. *