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21.02.1997 - 

Interview

"SNI wird die Diskussion im Markt mitgestalten"

21.02.1997

CW: Sie sprechen vom Durchbruch des User Centered Computing. Woran machen Sie den Erfolg fest, was können Sie als meßbare Größe vorweisen?

Pagé: Ich könnte Ihnen auf Anhieb zehn Firmen nennen, die Siemens-Nixdorf als ihren strategischen Partner für die Gesamt-DV betrachten und nicht als jemanden, der nur Boxen verkauft.

CW: Fühlen sich die Kunden besser aufgehoben, weil Sie immer mit den Marktführern marschieren, also Intel und Microsoft?

Pagé: Ja, auch das, völlig richtig. Früher haben wir uns manchmal aus der Ingenieurstradition heraus gegen solche Marktführer gestellt und uns oft in eine aussichtslose Position manövriert. So etwas ist natürlich dann wenig erfolgreich.

CW: Ihr Kollege Robert Gogel, ebenfalls Mitglied der Geschäftsführung, hat in einem Vortrag zum Projektgeschäft festgestellt, daß man sich die Frage stellen muß, wo die Margen herkommen. Wo kommen die Margen bei SNI her?

Pagé: Vom Produktimage, Qualität vorausgesetzt. Mit Qualität alleine erzielen Sie keine Margen, entscheidend ist das Image im Markt.

CW: Und das ist bei Siemens-Nixdorf festgelegt.

Pagé: Allgemein zu teuer, oder wie?

CW: Ja.

Pagé: Das habe ich erwartet, halte es aber nicht für gerechtfertigt, denn unsere Produkte bestehen auch im Preiswettbewerb. Das Image ist also noch zu verbessern.

CW: Wie?

Pagé: Indem wir nicht nur, wie früher, brav unsere Produkte herstellen, sondern Positionen beziehen und damit die allgemeine Diskussion im Markt mitgestalten. Darauf kommt es jetzt an.

CW: Aber das erreichen Sie doch nicht damit, daß Sie Microsoft-Programme auf Intel-Prozessoren laufen lassen, das tun alle anderen auch.

Pagé: Aber zum Beispiel das Thema Netzwerk-Computer interpretieren wir auf eine eigene, für uns typische Art. Daß wir die Geräte modular aufbauen und an den Arbeitsplatz flexibel anpassen, sie also mit Videotelefon ausstatten und dergleichen.

CW: Für IBM sind Netz-PCs nur dazu da, die alten dummen Terminals abzulösen, mehr sollen sie gar nicht leisten.

Pagé: Na ja, da unterscheiden wir uns eben. Wir sagen, wenn wir denn schon in ein neues Zeitalter eintreten, dann wollen wir nicht ein dummes Terminal durch ein anderes ersetzen. Wir möchten die Technik dazu benutzen, den Arbeitsplatz neu zu gestalten.

CW: Zurück zu den Margen.

Pagé: Nehmen Sie unsere Software-Initiative Comunity, die bewußt für den großen Microsoft-Markt positioniert ist. Darüber hinaus bietet Comunity aber etwas, was Microsoft heute nicht hat und nach unserer Einschätzung auch für eine ganze Zeit noch nicht haben wird. Das heißt, Comunity führt Microsoft ernsthaft in professionelle IT-Umgebungen hinein.

CW: Was wurde bisher erreicht?

Pagé: Wir haben im vergangenen Jahr angefangen, mit Microsoft darüber zu sprechen. Damals kannten die uns gar nicht. Mittlerweile sitzen wir als geachtete Gesprächspartner in deren Labors. Microsoft hat vorgeschlagen, Comunity auf den Microsoft Developer Days zu präsentieren, nicht wir.

CW: Auch ein Imagegewinn.

Pagé: Mein Ziel ist es ganz klar, SNI im nächsten Jahr in den USA bekannt zu machen.

CW: Wie gut ist denn die Zusammenarbeit mit Siemens? Als Außenstehender hat man den Eindruck, daß Mutter und Tochter enger zusammengerückt seien.

Pagé: Wenn Sie eine ehrliche Antwort hören möchten: noch zäh. Aber das finden Sie in vielen Unternehmen nach einer Strukturierung in eigenständige Bereiche. Die einzelnen Firmenglieder konzentrieren sich auf ihre Bereichsziele. Für das ganze Haus Siemens geht es jetzt darum, die Teile wieder zu vernetzen.

CW: Liegen die Schwierigkeiten nicht auch darin begründet, daß beide Unternehmen unterschiedliche Traditionen mitbringen, also SNI in einer schnellebigen Welt agiert, während Siemens doch eher bürokratisch . . .

Pagé:... nein, das gilt nicht durchgehend. Eine KWU hat sicher eine andere Kultur als beispielsweise der Bereich Kommunikationstechnik, der uns sehr nahe steht. Es gibt im Haus Siemens viele Bereiche, die uns ähneln. Die Frage ist jetzt: Welches Maß an Vernetzung brauchen wir, um unsere Kunden in einem Projekt optimal bedienen zu können? Daran arbeiten wir.