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15.11.2016 - 

Windows Insider werden

So bekommen Sie Windows Updates früher

Schwerpunkte? Keine - er interessiert sich vielmehr für (fast) alles, was mit IT, PC, Smartphone und Elektronik zu tun hat. Dabei geht es aber meist nicht um die Technik nur um der Technik willen, vielmehr stehen Nutzen und sinnvolle Anwendung im Vordergrund.
Bei Windows 10.0 ist nicht Schluss. Für "Insider" liefert Microsoft vorab ständig neue Upgrades mit verbesserten Funktionen. Auch Sie können davon ohne lange Wartezeiten auf Finalversionen profitieren.
Windows Testversionen schon vor Release ausprobieren.
Windows Testversionen schon vor Release ausprobieren.
Foto: Rawpixel.com - Shutterstock.com

Wer gehofft hatte, nach dem Anniversary Update Ende Juli würde Microsoft im Herbst analog zum vergangenen Jahr eine weitere große Aktualisierung für Windows 10 bereitstellen, wurde enttäuscht. Das hat das Unternehmen schon früh in einem Blogbeitrag bekanntgegeben: „Das Anniversary Update wird das letzte Feature-Update im Jahr 2016 sein, zwei weitere werden voraussichtlich 2017 folgen“, heißt es darin. Einen Ausblick auf die zukünftigen Funktionen können wir Ihnen trotzdem schon geben.

Denn Microsoft führt sein Insider-Programm aus der Testphase vor dem Marktstart von Windows 10 fort. Jeder Interessierte kann hier die Vorabversion herunterladen, verwenden und so zukünftige Funktionen ausprobieren. Unseren Erfahrungen nach laufen die verschiedenen Insider Previews meist ohne Probleme, produktiv sollten Sie sie dennoch nicht nutzen. Der Grund leuchtet sofort ein: Microsoft behält sich in den Nutzungsbedingungen für diese Testversionen weitreichende Eingriffsrechte vor. So heißt es in der Datenschutzerklärung: „Wenn Sie die Software und Dienste des Programms installieren und verwenden, erfasst Microsoft Daten zur Nutzung derselben sowie über die verwendeten Geräte und Netzwerke. Beispiele für erfasste Daten: Name, E-Mail-Adresse, Einstellungen und Interessen, Standort, Browser-, Such- und Dateiverlauf, Daten zu Anrufen und SMS, Gerätekonfigurations-und Sensordaten, Sprach-und Texteingaben sowie Anwendungsnutzung.“ Auf solch einem System haben insbesondere persönliche Daten sowie Passwörter zum Einloggen in Clouddienste sowie für Mails nichts zu suchen.

Das bedeutet aber nicht, dass Sie die Vorabversionen und damit die neuen Features der beiden für 2017 geplanten großen Windows-Updates – intern als Nachfolger des Anniversary Updates („Redstone“) mit „Redstone 2“ und „Redstone 3“ bezeichnet“ – nicht nutzen sollen. Im Gegenteil, nur eben ausschließlich in einer Testumgebung. Dazu benötigen Sie keineswegs einen zusätzlichen Computer: Auch ohne haben Sie gleich drei verschiedene Installationsmöglichkeiten, wie der Kasten im Einzelnen erläutert.

Die Datenschutzerklärung des Insider-Programms hat es in sich: Microsoft sammelt in den Previews so viele Daten, dass Sie die Vorabversionen von Windows nur zu Testzwecken verwenden sollten.
Die Datenschutzerklärung des Insider-Programms hat es in sich: Microsoft sammelt in den Previews so viele Daten, dass Sie die Vorabversionen von Windows nur zu Testzwecken verwenden sollten.

Microsoft veröffentlicht jeden Monat mehrere Vorabversionen

Die jeweils neueste Version, das Release-Datum, die wichtigsten Neuerungen und Infos zu den davor veröffentlichten Vorabversionen fasst Microsoft in einem Blog zusammen. Ein Blick hinein zeigt, dass zuletzt pro Monat jeweils zwei bis drei neue Vorabversionen zur Verfügung gestellt wurden. Wenn Sie diesen Artikel lesen, ist eine neue Insider Preview also durchaus wahrscheinlich.

Der Build von Mitte Oktober 2016 gestattet es beispielsweise, die Einstellungen für Touchpads für die 3-und 4-Finger-Gesten anzupassen, etwa zum Aufrufen von Cortana oder des Action Centers. Schon in der Version davor konnte man die App-Liste im Startmenü ausblenden, außerdem wurden die Foto-App aktualisiert und die Bedienung der Windows-Registry erleichtert. Kurz davor hatte Microsoft im Build 14936 zudem neue Erweiterungen für den Browser Edge eingeführt und das Windows Subsystem für Linux (WSL) auf den neuesten Stand gebracht.

Schon Ende September war im Build 14931 die native Unterstützung von USB Audio 2.0, der Versand von SMS über den PC mit Skype Preview und aktuelle Verkehrsinformationen in der Karten-App eingebaut worden. Davor wartete Build 14926 mit einer nützlichen Funktion im Browser Edge auf: Mittels „Snooze“ lassen sich geöffnete Tabs über die Erinnerungsfunktion von Cortana in einen Schlummermodus versetzen. Der Tab und die darin geöffnete Website erscheinen erst zum gewünschten Zeitpunkt wieder; davor bleibt er geschlossen. Außerdem stehen auch hier einige neue Erweiterungen für Edge zur Verfügung, und man kann die Favoriten nun als HTML-Datei exportieren und verarbeiten. Im gleichen Build für Windows Mobile wurden die WLAN-Einstellungen an die der Desktopversion angepasst, zudem lässt sich das Smartphone nun per WPS (WiFi Protected Setup) schneller mit dem Funknetzwerk verbinden.

Snooze heißt die neue Funktion, die einzelne Tabs im Edge Browser schließt und anschließend automatisch per Cortana-Erinnerung zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder öffnet.
Snooze heißt die neue Funktion, die einzelne Tabs im Edge Browser schließt und anschließend automatisch per Cortana-Erinnerung zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder öffnet.

Andere wirklich bemerkenswerte Neuerungen gab es in den übrigen Insider-Versionen seit dem Anniversary Update kaum. Natürlich wurden diverse Fehler und Probleme beseitigt, die Auslieferung der Previews erfolgt nun schneller, die PIN-Authentifizierung wurde ebenso verbessert wie einige andere Anpassungen zur Arbeitserleichterung vorgenommen. Einen Sandbox-Modus will Microsoft vorerst nur für die Enterprise-Version von Windows 10 für seinen Browser Edge bieten. Ob dieser Defender Application Guard auch in die Home-und Pro-Version kommt, blieb zunächst unklar. Immerhin sollen die Consumer-Varianten wieder eine Onedrive-Platzhalter-Funktion wie in Windows 8 erhalten.

Und auf dem Smartphone stehen mehr Optionen zu verpassten Anrufen zur Verfügung, darunter das Antworten per SMS oder das Setzen einer Erinnerung. Zudem sollen die Continuum-Möglichkeiten ausgebaut werden.

Das Windows-Insider-Programm in der Praxis

Voraussetzung für Download und Installation der Vorabversionen von Windows 10 und damit für die vorzeitige Nutzung der neuen Funktionen ist die Anmeldung am Windows-Insider-Programm. So bezeichnete Microsoft die Möglichkeit zum offenen Beta-Test, bei dem jeder Interessierte schon Monate vor dem Erscheinen von Windows 10 die Vorabversionen ausprobieren und testen konnte. Anschließend hat Microsoft das Insider-Programm aber nicht eingestellt, sondern im Gegenteil noch ausgeweitet.

Während die beiden bisherigen großen Funktionsupdates 1511 („Threshold 2“) und 1607 (Anniversary Update beziehungsweise „Redstone“) jeder Windows-10-Nutzer installieren kann, müssen Sie sich für die Nutzung der Vorabversionen, auch Insider Previews oder Insider Builds genannt, unter https://insider.windows.com kostenlos registrieren.

Nach der Registrierung im Windows-Insider- Programm bekommen Sie mit der Einstellung „Schnellanzeige“ immer den aktuellen Build und damit die neuesten Funktionen.
Nach der Registrierung im Windows-Insider- Programm bekommen Sie mit der Einstellung „Schnellanzeige“ immer den aktuellen Build und damit die neuesten Funktionen.

Nachdem Sie diesen Schritt erledigt haben, melden Sie sich an Ihrem Windows-10-Rechner mit dem nun im Insider-Programm hinterlegten Outlook-, Live-oder Hotmail-Konto an. Klicken Sie im Startmenü auf „Einstellungen -> Update und Sicherheit -> Windows-Programm-Programm -> Erste Schritte -> Weiter -> Bestätigen -> Jetzt neu starten“.

Haben Sie die Preview-Konfiguration vorgenommen, stehen drei Vorabvarianten zur Verfügung: Mit der „Schnellanzeige“ bekommen Sie jeweils sofort den neuesten Insider Build und damit alle neuen Funktionen. Die Option „Verzögerte Anzeige“ gibt neue Builds erst dann für Sie frei, wenn diese im „Fast Ring“ bereits ein paar Tage weitgehend problemlos liefen – der „Slow Ring“ steht also für einen sichereren Betrieb. Noch zurückhaltender agiert die erst seit knapp einem Jahr zur Verfügung stehende dritte Möglichkeit: „Release Preview“ verteilt die an sich fertigen Updates der „normalen“ Version von Windows 10, gibt sie mit dieser Einstellung aber ein paar Tage früher frei als üblich. Unsere Empfehlung: Wenn Sie wirklich immer das Neueste ausprobieren möchten, ist die „Schnellanzeige“ die richtige Einstellung.

Die eigentliche Umstellung inklusive Download und Installation der gewählten Vorabversion vollziehen Sie über „Einstellungen -> Update und Sicherheit -> Nach Updates suchen“. Beachten Sie bitte, dass es bis zu 24 Stunden dauern kann, bis die Preview Builds nach dem Umstellen des PCs in das Windows-Insider-Programm zur Verfügung stehen. Das Setup läuft über die Installationsumgebung Windows PE und übernimmt deshalb auch sämtliche Einstellungen, Daten und Programme. Aktualisiert werden die Previews im Übrigen wie üblich über die integrierte Updatefunktion.

Wenn Sie die Vorabversionen einmal leid sein sollten, können Sie das System über die Schaltfläche „Insider Preview-Builds beenden“ in den Update-Einstellungen wieder auf das normale Windows umstellen. Dabei greift der PC auf die bei der Preview-Installation erstellte Kopie des „alten“ Windows im Festplattenordner „c:\windows.old“ zurück.