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11.12.2015 - 

Open Source oder SaaS?

So finden Händler das richtige Shopsystem

Wilfried Beeck schreibt über E-Commerce, die Zukunft des Handels und Strategien für den KMU-Markt. 1992 war er Mitgründer der Intershop AG, die er 1998 erfolgreich an die Börse führte. Seit 2002 entwickelt sein Unternehmen ePages eine Onlineshop-Software für KMUs.
Onlineshop-Lösungen gibt es viele. Doch wie wählen angehende Shopbetreiber die für ihren individuellen Bedarf passende Software aus?

Bei der Vielzahl an Shopsystemen im Markt kann ein Online-Händler schnell den Überblick verlieren. Die Entscheidung wird zusätzlich erschwert durch die unterschiedlichen Ansätze, die die verschiedenen Softwareanbieter verfolgen. Im Segment der kleinen und mittleren Unternehmen haben sich vor allem zwei Lösungen etabliert: Open Source und cloudbasierte Software as a Service (SaaS). Beide unterscheiden sich in vielen Punkten grundlegend voneinander. Für Shopbetreiber ist es daher entscheidend, die Vor- und Nachteile beider Systeme zu kennen.

Vor dem Start eines Onlineshops müssen grundlegende Fragen geklärt werden.
Vor dem Start eines Onlineshops müssen grundlegende Fragen geklärt werden.
Foto: Rawpixel.com - shutterstock.com

Installationsaufwand

Für die Einrichtung eines SaaS-Shopsystems sind keine Programmierkenntnisse erforderlich. Die meisten Systeme bieten digitale Assistenten für die Konfiguration. Der Händler kann daher direkt starten. Open-Source-Software hingegen muss erst installiert werden, zum Beispiel durch den Shopbetreiber selbst. Verfügt er nicht über das technische Know-how, kann er eine Agentur mit der Installation beauftragen, was mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

Kosten

SaaS-Lösungen sind in der Regel für einen monatlichen Betrag erhältlich. Dabei kann man meist in einem niedrigen Tarif starten und bei Bedarf in einen höheren Tarif wechseln, wenn mehr Leistung oder weitere Features benötigt werden. Open-Source-Angebote sind meist kostenlos und damit auf den ersten Blick sehr attraktiv. Jedoch ist der Aufwand für Installation, Wartung und Erweiterung schwer kalkulierbar.

Individualisierbarkeit

Die meisten SaaS-Angebote stellen Designvorlagen zur Verfügung, die der Onlinehändler nach Bedarf für seinen Shop anpassen kann. Zusätzlich buchbare Design-Services können bei der optimalen Gestaltung für Händler hilfreich sein, wenn sie wenig Design-Know-how haben.
Open-Source-Lösungen punkten hingegen mit einem frei verfügbaren Quellcode. Dieser ist vom Shopbetreiber oder seiner Agentur beliebig veränderbar. Der Onlineshop kann damit absolut individuell an den spezifischen Anforderungen des Händlers ausgerichtet werden.

Skalierbarkeit

Beim Start eines Onlineshops ist oft nicht sofort abzusehen, wie sich das Wachstum entwickeln wird. SaaS-Nutzer können bei wachsender Anzahl der Bestellungen nahtlos in ein größeres Paket wechseln oder bei komplexeren Anforderungen zu individuellen Enterprise-Lösungen migrieren.
Shopbetreiber mit einer Open-Source-Software rüsten bei Bedarf selber auf oder planen von Beginn an Ressourcen für weiteres Wachstum ein.

Die Wahl des richtigen Shopsystems hängt stark von den Wünschen des Shopbetreibers und der Größe des Shops ab.
Die Wahl des richtigen Shopsystems hängt stark von den Wünschen des Shopbetreibers und der Größe des Shops ab.
Foto: Stasique - shutterstock.com

Sicherheit

Die Daten und die Software eines SaaS-Shopsystems liegen beim jeweiligen Provider. Dies reduziert das Risiko auf ein Minimum, da die Daten vom Hostinganbieter gesichert werden und die Software laufend überwacht wird. Open-Source-Software ist in dieser Hinsicht problematisch, da eventuell auftretende Sicherheitslücken im Quellcode offenliegen und potenziellen Angreifern bekannt sind. Wenn sich Open-Source-Nutzer aktiv auf dem Laufenden halten, können sie die Lücke eigenständig schließen.

Updates

Nutzer einer Software-as-a-Service-Lösung profitieren von regelmäßigen und kostenfreien Updates, die automatisch vorgenommen werden. Die Rechtssicherheit ihres Shops ist somit gewährleistet. Bei Open-Source-Angeboten liegt die Verantwortung beim Shopbetreiber. Er muss sich über rechtliche Änderungen und verfügbare Updates eigenständig informieren und diese selbstständig integrieren.

Anbindungen

Cloud-basierte Shop-Systeme bieten dem Online-Händler zahlreiche Anbindungen an externe Dienste, wie beispielsweise Zahlungs- oder Logistikpartner. Diese sind entweder vorinstalliert oder separat über einen App Store erhältlich. Die automatische Aktualisierung spart dem Onlinehändler zusätzlichen Aufwand. Der Vorteil von Open-Source-Angeboten liegt in der großen Entwicklergemeinde, die laufend neue Applikationen hervorbringt.

Fazit

Ein für alle Händler passendes Shop-System gibt es nicht. Vielmehr hängt die Wahl stark von den Wünschen des Shopbetreibers und vor allem auch von der Größe des Onlineshops ab. Für kleinere Onlinehändler mit einem geringen Budget und wenig technischem Know-how sind SaaS-Shopsysteme meist die bessere Wahl. Hier erhalten sie für geringe Kosten eine Komplettlösung, die es ihnen erlaubt, sich ganz auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.

Gleichzeitig ist die Gefahr von externen Angriffen auf ein Minimum reduziert.
Open-Source-Angebote hingegen sind vor allem für größere Händler geeignet, die über ausreichend Ressourcen verfügen, den Shop selber zu installieren und zu warten oder eine Agentur hierfür zu beauftragen. Diese Händler haben oft sehr spezifische Anforderungen an ihren Onlineshop, die sie mit einer individuellen Open-Source-Lösung optimal umsetzen können. (bw)

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