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Der CP-Querschläger


10.09.2013 - 

So geht Technik – wir sind ja nicht blöd!

ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil von ChannelPartner. Regelmäßig berichtet unser Autor über das, was einem kleinen Reseller in der großen ITK-Landschaft widerfährt. Manchmal überspitzt, aber immer auf den Punkt gebracht. Der Querschläger lebt und arbeitet als Fachhändler in Rheinland-Pfalz.
Diesmal beschäftigt sich der Querschläger mit den typischen Media-Markt-Kunden, die immer öfter mit ihren Smartphones die Preise vergleichen ("Showrooming").

Zur Meldung über angebliche Störsender in Elektrofachmärkten, mit denen der Preisvergleich der Kunden per Smartphones unterbunden werden soll, hat sich auch der "Querschläger", unser schreibender Fachhändler, Gedanken gemacht. (Beteiligen Sie sich auch bitte an unserer Umfrage zu diesem Thema.)
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"Kopfschmerzen, müde Füße, Störsender: Einkaufen in einem der großen Märkte ist ja so geil."
"Kopfschmerzen, müde Füße, Störsender: Einkaufen in einem der großen Märkte ist ja so geil."

Ein Störsender in Elektromärkten gegen Preisvergleiche ist ja grundsätzlich eine lustige Idee. Es erinnert mich jedoch an ein kleines Kind, das sich die Augen zuhält, weil es glaubt, man könnte es dann nicht sehen.

Wäre ich un-blöd und wüsste, wie Technik geht, hätte ich vorher in den grauesten Kanälen nachgeschaut und den billigsten Kandidaten auf meinem Zettel. Mit meinem zielgruppengerechten frechdummen Grinsen über meinem Trainingsanzug würde ich dann den gestörten Markt meiner Wahl aufsuchen, um das dortige Personal – falls vorhanden und ansprechbar – in den Billigwahn zu treiben.

Jetzt wäre ich derjenige, der stört. Und zwar die heile Welt der dortigen Verkaufsexperten, die auf die Umsatzziele der Marktleiter getrimmt wurden, um deren "Kickback" zu sichern.

Man könnte dort fragen, warum XY das gleiche Teil billiger anbietet. Wieso die Einkäufer dort ein wenig mehr auf Draht sind. Warum ich diesen Farbkopierer hier kaufen soll, wenn ich ihn von Amazon frei Haus geliefert bekomme und sogar noch Bonuspunkte dazu. Wieso eigentlich Kabel und anderes Zubehör so schweineteuer sind und die Reparaturdauer regelmäßig in die Monate geht. Und warum man jede Menge Geld für tapetengroße Werbung ausgibt, aber keines für einen Technischen Redakteur, der die Fakten checkt und das irreale Marketing-Geschwurbel herausstreicht.

Die neudeutsche Antwort könnte sein: Dass muss so! Werbung muss laut sein, wird erzählt, zumindest für die Zielgruppe mit IQ bis 90. Je besser die Bildung, desto geringer der Umsatz – ist halt so.

Zielgruppenfremde passen hier nicht rein. Für die gäbe es dann "Erlebniskaufen", eine Marketingwort-Hülse aus den Neunzigern. Das Erlebnis in den Märkten steht aber schon fest: Die Kohle ist weg!

Neue Erkenntnisse, Erfahrungen oder unvergessene Augenblicke – Fehlanzeige. Kopfschmerzen vom Hintergrundmusikgedudel, müde Füße und ein vertrödelter Samstag. Einkaufen in einem der großen Märkte ist ja so geil.

Mein Fazit: Wer die Online-Büchse der Pandora einmal geöffnet hat, wird – wie beim Original – Schwierigkeiten haben, sie wieder zu schließen. Störsender sind eher lächerlich und peinlich – aber sicher keine Lösung.

Bis demnächst, Euer Querschläger!
(Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.)

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