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29.07.1994

So long, oschu!

Otto Schulte, 60, hatte den Journalistenjob von der Pike auf gelernt, 1960 bis 1965 als Lokalredakteur bei der "Siegener Zeitung". Schon frueh, Mitte der 60er Jahre, kam er mit der damals noch jungen DV-Industrie in Beruehrung. Jeder kannte ihn als "oschu", wie er seine sprachlich virtuosen, bisweiligen bissigen Berichte signierte, so auch in der CW, fuer die er in deren Anfangsjahren (1975 bis 1976) schrieb. Oschu war bei aller Jovialitaet, die er als Branchenkenner ausstrahlte, nicht einfach. Gefragt, was am wichtigsten im Berufsleben fuer ihn sei, nannte er einmal, "sich in diesem manchmal schmutzigen Geschaeft den aufrechten Gang bewahren zu koennen" - verstaendlich, dass er gelegentlich bei Verlegern und Industrievertretern aneckte. ROMs, DUE-Protokolle und ISO-Ebenen waren nicht oschus Welt. Die Essenz seiner Stories gewann er aus dem Verhaeltnis des Menschen zur Technik, der er neugierig und kritisch gegenueberstand. Das half ihm wiederum, zu Menschen schnell Kontakt zu finden. Aeusserlich von kraeftiger Statur, mit einem siegerlaendisch rollenden "R" und einer tiefen Bassstimme, konnte er zur Gitarre und mit selbstgedichteten Liedern auch durch sanfte Toene ueberraschen.

Am 9. Februar 1934 im Siegerland geboren, machte oschu 1960 bis 1965 erste journalistische Erfahrungen als Lokalredakteur bei der "Siegener Zeitung". Von 1965 bis 1966 war er Herausgeber der "Siegerlaender Woche". 1966 bis 1971 arbeitete er als Pressesprecher von Philips in Eiserfeld. 1971 bis 1974 gab er "Daten" heraus, einen eigenen Informationsdienst fuer die DV- Branche. Parallel dazu war er Pressesprecher der "Arbeitsgemeinschaft Mittlere Datentechnik", einem Konsortium mehrerer deutscher MDT-Hersteller. 1975 verlagerte oschu seinen Wohnsitz ins Frankenland. Er bezog einen mittelalterlichen Stadtturm in Sulzfeld am Main und pendelte regelmaessig von dort nach Muenchen. Dort arbeitete er 1975/76 als leitender Redakteur der COMPUTERWOCHE. Danach uebernahm er die Chefredaktion des "BZB Sachmagazins" in Hamburg. 1978 kehrte er an den Main zurueck. Von dort aus betreute er als Chefredakteur von 1983 bis 1991 das Magazin fuer Fuehrungskraefte "Chefbuero". In den letzten Jahren sah man oschu zunehmend seltener. Eine tueckische Krebskrankheit zwang ihn zu laengeren Pausen. Am 11. Juli ist Otto Schulte in Sulzfeld am Main gestorben.

So long, oschu!