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11.04.2007

So steuert R/3 den Lagerfluss

Was Firmen bei der Einführung von SAPs "Task & Resource Management" (TRM) beachten sollten.

Bisher war die Steuerung von automatischen Lagern eine Aufgabe für Materialflussrechner (MFR). Mit dem Task & Resource Management (TRM) bietet SAP eine durchgängige Lösung für die operative Logistik- und Materialflussabwicklung und will damit den MFR überflüssig machen. Anwender fragen sich nun, wie sie TRM einführen können.

SAP TRM

Das "Task & Resource Management" (TRM) erweitert die Lagerverwaltung im SAP-Modul Warehouse Management (WM). Lagervorgänge und Materialflüsse können so abgebildet werden. Hierzu wurden Datenobjekte für Ressourcen wie Mitarbeiter, Gabelstapler und Fördersysteme angelegt. Ferner lassen sich die Dimensionen eines Lagers nebst Fassungsvolumen, Weglängen und Hindernissen hinterlegen.

Die Steuerung von Lagern - egal, ob manuell oder vollautomatisch - erforderte unterhalb der Lagerverwaltung bisher immer ein System zur Materialflusssteuerung, das die ausführende Ebene schrittweise beauftragte und koordinierte. Für die manuelle Kommissionierung benötigten Firmen Staplerleitsysteme, bei automatischen Lagern waren Materialflusssteuerungen für Fördertechnik und Regalbediengeräte vonnöten.

SAP verspricht ab dem Release R/3 Enterprise (4.7) ein Task & Resource Management, das bis in die operative Logistik- und Materialflussabwicklung reicht. TRM soll eine wegeoptimierte Staplerführung per Datenfunk erlauben und SPS-Steuerungen koordinieren. SPS steht hier für Speicherprogrammierbare Steuerungen

Weniger Aufwand

Die Einbindung des Materialflusssystems in die ERP-Software hat den Vorteil, dass ein separater Materialflussrechner entfällt. Somit müssen Anwender nur noch zwei Ebenen administrieren: das bestandsführende SAP-System und die Steuerungsebene. Zudem vermeidet die Kopplung Datenredundanz, da Lagerplätze und Materialstämme nicht doppelt geführt werden müssen. Datenabgleiche entfallen ebenfalls. Ferner erhalten Anwender so einen genaueren Einblick in den Materialfluss: Wenn die Bestandsverwaltung bis auf Platzebene ausschließlich im Warehouse Management System stattfindet, sind sämtliche Lagerbewegungen und Platz- kapazitäten auch dort sichtbar. Zudem verkürzen sich die Antwortzeiten des Systems: Da die Schnittstelle zum Materialflussrechner wegfällt, gelangen die Transportaufträge direkt an die ausführenden Gewerke.

Einführung ins ERP-System

Wer TRM einführen will, sollte jedoch einiges beachten: Wer das Modul WM (Warehouse Management) zur Verwaltung der Bestände nutzt, sollte sich vorher über die Aufgabenverteilung mit TRM Gedanken machen. Statt alle Prozesse im TRM bewältigen zu wollen, sollten die Kommissionierung, das Verpacken und das Labeling von Sendungen weiterhin im WM stattfinden.

Genauso verhält es sich mit den Aufgaben der unterlagerten Steuerung. In der Regel benutzen Firmen aus dem Anlagenbau bewährte Softwaresysteme, die gut zusammenspielen und auch sinnvoll visualisiert werden. Daher sollten Firmen TRM nur für Transportprozesse verwenden.

Was jedoch fehlt, ist die Anbindung des TRM an die unterlagerte Steuerung. Sowohl die Datenübertragung zu diesen Systemen als auch ein Kommissionierplatz-Management ist nicht vorhanden. Letzteres ordnet Kommissionieranforderungen den Plätzen zu und überwacht deren Kapazität. Wer das Kommissionierverfahren "Ware zum Mann" realisieren will, wird mit TRM nicht glücklich: Prozesse zur Fehlerbehandlung beispielsweise, wenn ein Einlagern wegen Überfüllung eines Fachs nicht möglich ist, muss der SAP-Nutzer selbst realisieren. Ferner mangelt es an einer Anlagensimulation, die den Test von WMS- und TRM-Prozessen unabhängig von der realen Anlage erlaubt und damit die Projektlaufzeit abkürzt. Um nicht doch wieder zu Insellösungen greifen zu müssen, lassen sich die Lücken im TRM durch BADI (Business Add-in)-Programmschnittstellen schließen. Solche Erweiterungen auf eigene Faust zu entwickeln gestaltet sich aufwändig und kann die SAP-Mannschaft des Anwenderunternehmens überfordern.

Dezentrales WMS

Wer sich für TRM entscheidet, dem empfiehlt SAP, ein dezentrales WMS zu prüfen. Durch die Abkopplung der Lagerverwaltung vom SAP-Hauptsystem werden kurze Antwortzeiten und eine hohe Verfügbarkeit des Lagers gewährleistet. Außerdem ist das Lagersystem unabhängig vom Rest des Unternehmens und kann beispielsweise ein höheres SAP-Release fahren.

Noch ein Wort zum Thema Lizenz-Management: TRM zur Steuerung von automatischen Lagern ist, verglichen mit herkömmlichen Lösungsansätzen, kostenneutral, sofern das Unternehmen "SAP LES" (Logistics Execution System) eingeführt hat. Der Nutzen einer TRM-Lösung liegt in der Integration der Transportsteuerung in die SAP-Funktion. (fn)