Gute Miene zum bösen (WM-)Spiel

So wird Ihr LAN fit für die WM

02.06.2010
Von Paul Hoffmann

Technische Möglichkeiten zur Schadensverhütung oder -begrenzung

Über Firewalls können bestimmte Ports gesperrt werden. Aber Achtung: Manche Firewalls erkennen Streaming nicht. Und was nicht erkannt wird, lässt sich schlecht sperren. Mehr Erfolg kann da schon das Priorisieren von firmeninternem Traffic auf den Switches und Routern bringen, vielleicht sogar mit gleichzeitiger Begrenzung der Bandbreite für Video Streaming. Mess- und Testspezialisten verfügen dazu über Lastgeneratoren, die präventiv und vor allem schrittweise die Grenzen des Netzes ermitteln.

Übermittlung der Videostreams in einem ausschließlich geswitchten Netz

Am Netzeingang hinter der Unternehmens-Firewall wird eine TV- beziehungsweise IPTV-Set-Top-Box installiert (beispielsweise bei T-Home und anderen Service-Providern erhältlich). Bei dem dort ankommenden Videosignal handelt es sich um einen Multicast-Strom, der eine Bandbreite von mindestens 3 Mbit/s erfordert. Dieser Videostrom für das Fußballspiel wird anschließend in das Unternehmensnetz übermittelt. Da im LAN nur Layer 2-Komponenten eingesetzt werden, wird dieser Videostrom von jedem Switch an alle verfügbaren Ports kopiert, so dass das Videosignal von jedem Endgerät empfangen werden kann. Der Switch behandelt ein solches Multicast-Signal wie eine Unicast-Information, die über eine unbekannte Zieladresse verfügt. Dieser Quick-and-Dirty-Lösungsansatz hat natürlich einige Nachteile:

  • Der Multicast-Strom wird von den Switches im Netzwerk auch an solche Ports übermittelt, die nicht das Fußballspiel ansehen wollen. Hierzu gehören beispielsweise Fußball-Muffel, VoIP-Telefone, Überwachungskameras, Drucker, Server usw. Dem Nutzer gehen mindestens 3 Mbit/s Bandbreite verloren.

  • Die über die Schicht 2 gefluteten Multicast-Ströme werden von Routern nicht übermittelt, diese stellen für den Videostream ein unüberwindliches Hindernis dar.

  • Für den Empfang der Videosignale benötigt der Nutzer einen Media Player. Hierfür eignet sich der kostenlose VLC Media Player. Mit der Software lassen sich fast sämtliche Video-Formate sowie Video Codecs wiedergeben, egal ob Film, Video oder gar Streaming über das Internet. Sogar neue Formate wie MPEG- und DivX-Streaming lassen sich mit dem VLC Player betrachten.

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