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08.03.2005 - 

Kolumne

SOA - das nächste große Ding?

Service-oriented Architectures (SOA) gelten vielen Branchenbeobachtern als der nächste große Evolutionsschritt in der kommerziellen Datenverarbeitung. So rechnen die Marktanalysten von Gartner damit, dass die meisten Unternehmen schon im Jahr 2007 SOA-fähige Applikationen einsetzen werden. Nicht ausschließlich natürlich, aber die Prognose macht deutlich, welches Potenzial in diesem neuen Designprinzip steckt. Anstatt Anwendungen direkt miteinander zu verbinden, werden sie mit SOA als Service realisiert und nur noch lose gekoppelt. Halten sich die Entwickler an die Designkriterien sind diese Services interoperabel, leicht austauschbar und dynamisch skalierbar.

Das muss sich für Mainframe- oder Client-Server-geschädigte Zeitgenossen paradiesisch anhören, die zu 90 Prozent ihrer Zeit damit beschäftigt sind, entweder Altsysteme zu pflegen oder diese sehr aufwändig mit neuen Applikationen zu verbinden. Zwar gab es viele Versuche, Softwareanwendungen so zu entwickeln, dass ihre Komponenten wiederverwendbar sind und miteinander kommunizieren können, aber bisher haben sie sich nicht auf breiter Front durchgesetzt. Sie galten als zu kompliziert (Common Object Request Broker), zu teuer (Enterprise Application Integration) und ihnen fehlte wohl auch die breite Unterstützung der Herstellerschaft. Das ist mit SOA anders: Die einzelnen Komponenten sind bekannt und schon ab sechs zu verbindenden Systemen ist die lose Kopplung Experten zufolge preiswerter als die Direktverbindung. Vor allem aber wollen Anwender und Hersteller inzwischen unbedingt eine Architektur, mit der sie flexibler auf Veränderungen reagieren können, mit der sich Prozesse schneller über Unternehmensgrenzen hinweg gestalten, verbinden und wieder lösen lassen. Hinzu kommt, dass selbst den Anbietern die eigenen Systeme langsam, aber sicher zu komplex werden. Mit jeder Weiterentwicklung stehen sie heute vor dem Problem der Abwärts- und Seitwärtskompatibilität. Schließlich muss eine neue Version nicht nur zur vorhergegangenen passen, sondern auch zu den anderen Modulen beispielsweise eines Softwarepkets. Auch diese Probleme kann SOA künftig zumindest abschwächen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Hersteller nicht wie so oft in der Vergangenheit ihr eigenes Süppchen kochen.

Wenn schon nicht das ganz große Ding, kann SOA zumindest sehr innovationsfördernd wirken und Anwendern das Leben enorm erleichtern. Dafür muss allerdings das Versprechen der Interoperabilität eingelöst werden. Am liebsten würden wir deshalb der Herstellerschaft zurufen: "Passt auf, das ist wichtig! Vermasselt es nicht wieder."