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07.11.2007 - 

Kolumne

SOA ja wenn SAP so weit ist

Dass Anwender der Schuh häufig an anderer Stelle drückt, als gemeinhin angenommen, zeigte eine Roundtable-Diskussion, die CW-Redakteure vergangene Woche mit IT-Managern führten. Theoretiker trafen auf Praktiker und mussten sich wieder einmal - über Probleme aufklären lassen, die sie eigentlich für längst gelöst hielten.

Beanstandet wurde etwa die Unfähigkeit großer Hersteller, international agierende Kunden angemessen und überall in gleicher Qualität zu beliefern. "Weltweit konterkarieren die Hersteller die Standardisierungsbemühungen der Anwender, weil sie nicht in der Lage sind, ein vernünftiges Key-Account-Management auf die Beine zu stellen", ärgerte sich ein Diskutant. Wenn man etwa in Deutschland 10 000 PCs ordere, sei entgegen anders lautenden Zusagen keineswegs sichergestellt, dass global die gleichen Modelle zu den vereinbarten Preisen ausgeliefert werden. "Die reden sich damit heraus, dass sie regional aufgestellt sind, und unterbieten sich oft in den Landesgesellschaften selbst", so der erboste IT-Chef. "Solche Lieferanten müssten wir eigentlich aussortieren!"

Ein anderes Problem betrifft das Personal und macht deutlich, warum der Fachkräftemangel sich so stark zugespitzt hat und einige IT-Profis viel mehr Geld einstreichen als andere: "Wir haben in der IT zu wenige Leute, die die Kernprozesse unserer Branche vollständig verstehen", schilderte ein IT-Manager. Sein Unternehmen sei dabei, die IT an diesen zentralen Abläufen auszurichten und die Commodities auszulagern. Voraussetzung für Ersteres sei aber, dass die IT-Profis das Geschäft im Detail kennen. Und das sei überwiegend nicht der Fall.

Intensiv auch die Diskussion um Green IT allerdings stand hier weniger die ethische, von Umweltschutz-Gedanken beeinflusste Fragestellung als die ökonomisch-pragmatische im Vordergrund. "Wenn wir im Betrieb sparen wollen, müssen wir hier ansetzen", sagte ein Teilnehmer, und ein anderer mahnte: "Wir werden irgendwann nachweisen müssen, dass wir nicht verschwenderisch mit der IT umgehen." Ein dritter rechnete vor, wie hoch der Anteil der Energie- an den Betriebskosten insgesamt ist und wie sich diese Gleichung in den nächsten Jahren verändern wird. Kein Zweifel: Strom sparen wird nicht nur auf den Gartner-Charts, sondern auch bei den Anwendern Realität.

Und was ist mit dem Trendthema Nummer eins: Service-orientierte Architekturen? In erster Linie ein Schnittstellenthema, so der Tenor. "Die Thematik begleitet uns schon seit vielen Jahren." Mit entwaffnender Ehrlichkeit sagte einer der Diskutanten: "Wir werden uns nicht eher mit SOA beschäftigen, als bis SAP mit seinen Produkten so weit ist." Für ein Unternehmen, das die Fertigungstiefe in der Entwicklung reduziere und möglichst flächendeckend auf Standardsoftware setze, sei es ein Wahnsinn, selbst ein solches Fass aufzumachen.