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30.01.2008

SOA trifft Business-Process-Management

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Service-orientierte Architekturen in Verbindung mit verbesserten Geschäftsprozessen stehen bei vielen Ausstellern im Mittelpunkt.

Dass sich Service-orientierte Architekturen (SOA) kaum losgelöst von Geschäftsprozessen umsetzen lassen, gehört fast schon zu den Binsenweisheiten in der Fachszene. Auf der CeBIT 2008 demonstrieren etliche Softwarehersteller, wie der Brückenschlag zwischen Business und IT im Kontext einer SOA gelingen kann. Die 2007 erstmals organisierte Sonderausstellung "SOA World" in Halle 3, Stand C45, firmiert in diesem Jahr unter "SOA BPM World" (siehe Kasten). Einige Schwergewichte im SOA-Markt, darunter Oracle und Bea Systems, sind nicht oder nur über Partner auf der CeBIT vertreten. Auch kleinere Spezialisten wie Iona und Progress Software leisten sich keinen eigenen Messeauftritt.

IBM

Das wahrscheinlich breiteste Angebot in Sachen SOA präsentiert IBM in Halle 2, Stand A10. Der IT-Konzern stellt unter anderem das Konzept "SmartSOA" vor. Im Kern gehe es darum, SOA-Projekte einfach und zuverlässig zu machen, werben die Marketiers. Dazu werde unnötige Komplexität in den Vorhaben beseitigt. An sechs Demopunkten erläutern IBM-Experten zudem typische Einstiegspunkte in eine Service-orientierte Architektur.

Dabei geht es beispielsweise um einen SOA-Start über Prozesse und "Anwendungskonnektivität" mit den Produkten "Websphere Enterprise Service Bus" sowie der "Filenet P8 Platform". Am Einstiegspunkt Anwendungsmodernisierung stehen die "Rational Software Development Tools" sowie die ARC-Methode (Analysis & Renovation Catalyst) des Geschäftsbereichs Global Business Services im Mittelpunkt. Darüber hinaus zeigt der Hersteller ein Websphere-Portal als Einstieg in das Thema InformationsManagement. Demopunkte für die Szenarien "Governance" sowie "Infrastrukturmodernisierung" ergänzen das Informationsangebot. Am Infostand "Starter Pack" stellt IBM ein IT-Werkzeug vor, das kleinen und mittelständischen Unternehmen den Zugang zu Service-orientierten Architekturen erleichtern soll.

Das Thema Business-Process-Management präsentiert der Hersteller an vier weiteren Demopunkten. Mitarbeiter erläutern, wie Unternehmen mit IBM-Methoden und -Lösungen wie "Component Business Modeling" oder "Websphere Business Fabric" neue Geschäftsanwendungen erstellen können. Am Informationsstand "Identify the project" zeigt Big Blue, wie sich Kandidaten für SOA-Initiativen identifizieren sowie technische und organisatorische Fähigkeiten im Zusammenhang mit Unternehmenszielen bewerten lassen. Unter dem Motto "Transform to a Service-oriented Enterprise" geht es um das Zerlegen und Kategorisieren von einzelnen Komponenten der Geschäfts- und IT-Funktionen. Ein SOA Governance Framework präsentiert der Anbieter am Infopunkt "Governance of Business Processes".

SOA BPM World

Die Sonderausstellung SOA BPM World in Halle 3, Stand C45, macht den Zusammenhang zwischen Service-orientierten Architekturen (SOA) und Business-Process-Management (BPM) deutlich. In Fachvorträgen, Fallstudien und Podiumsdiskussionen können sich Besucher über die verschiedenen Facetten des Themas informieren. In den Präsentationen geht es unter anderem um das Design und die technische Umsetzung von SOA und BPM, SOA-Governance sowie das Gestalten von Services. Best Practices und eine erfolgskritische Betrachtung von SOA-Projekten runden das Programm ab.

Wie sich RFID-Technik mit Hilfe einer SOA in bestehende IT-Systeme einbinden lässt, erläutern IBM-Experten am Beispiel Honda Italia. Der Demopunkt "Smart Banking" präsentiert eine Reihe von IT-Lösungen für Banken, beispielsweise die End-to-End-Integration von Geschäftsprozessen am Beispiel einer Baufinanzierung. Unter dem Motto "Versicherungsbetrieb der Zukunft" erfahren Besucher, wie sich eine einheitliche Geschäftsvorfallbearbeitung in einer SOA umsetzen lässt.

IDS Scheer

Um Geschäftsprozesse dreht sich auch der Messeauftritt von IDS Scheer in Halle 4, Stand E38. Das Saarbrücker Softwarehaus stellt die "Aris Business Performance Edition" vor, die mehrere Produkte umfasst. Sie soll Unternehmen den Weg zu einer SOA ebnen. Ein Kernbestandteil ist der "Aris SOA Architect", der am 1. April 2008 auf den Markt kommt. Technische Abläufe ließen sich damit aus betriebswirtschaftlichen Prozessstrukturen ableiten, wirbt der Hersteller.

Durch eine um fachliche Serviceaspekte erweiterte Methodik könnten Unternehmen mit dem Tool Service-Architekturen umfassend beschreiben, planen und verwalten. Die Software orientiert sich unter anderem am Oasis SOA Reference Model. Services werden dabei anhand verschiedener Kriterien in Kategorien eingeordnet. Benutzer können sich fachliche und technische Services in speziellen "Views" anzeigen lassen.

Ilog

Geschäftsregeln im Rahmen von SOA und BPM stehen bei Ilog im Mittelpunkt. Der Softwarehersteller präsentiert sein Angebot im SOA-Bereich von IBM in Halle 2, Stand A10. Insbesondere beim SOA-Einstiegspunkt Business-Process-Management setzt Ilog an. In einer Demo erläutern Produktexperten, wie Business-Rules-Management-Systeme (BRMS) Unternehmen dabei unterstützen, die Flexibilität und Wiederverwendbarkeit ihrer SOA zu verbessern und zugleich komplexe Entscheidungen zu automatisieren.

Dahinter steht die Erfahrung, dass viele Unternehmen in Sachen Business-IT-Alignment noch Nachholbedarf haben und die Vorteile einer SOA deshalb nicht ausnutzen. Mit Geschäftsregel-Management-Systemen können Fachanwender die Regeln, sprich die Entscheidungslogik innerhalb einer SOA, selbst bearbeiten und pflegen. Der Umweg über die IT-Abteilung, die traditionell für die Regeleingabe verantwortlich ist, entfällt. Nach der Vorstellung von Ilog modellieren Business-Analysten die Regeln, für die Pflege zeichnen Business-Teams verantwortlich. Die reine Verwaltung hingegen obliegt der IT.

Microsoft

Der weltgrößte Softwareanbieter behandelt das Thema SOA sowohl auf der BPM SOA World als auch am eigenen Messestand (Halle 4, Stand A26). Im Mittelpunkt stehen Produkte rund um den "Biztalk Server", den Microsoft als Kernbestandteil seiner Oslo-Initiative sieht. Zum Thema BPM zeigt der Hersteller unter anderem Geschäftsprozesse mit Office als Frontend.

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1852951: SOA - wie sag ich´s meinem Chef?

1849999: Die zwölf SOA-Todsünden;

593074: SOA und BPM wachsen zusammen.

www.computerwoche.de/soa-expertenrat

Aus der Sicht der Microsoft-Strategen unterstützt die gesamte Produktpalette das SOA-Paradigma. Die SOA-Fähigkeit beginnt demzufolge schon auf der unteren Ebene mit den Entwicklungswerkzeugen in Visual Studio. Auf der nächsthöheren Stufe umfasse sie Server-Produkte wie "SQL Server", Biztalk Server und "Office Sharepoint Server". Am oberen Ende des Stacks sieht der Hersteller Client-Systeme und Anwendungen, die von Web- und Smart-Clients bis hin zu Office Business Applications (OBA) reichen.

Red Hat/JBoss

Der Linux-Distributor Red Hat führt seit der Übernahme von JBoss ein breites Open-Source-Portfolio für Service-orientierte Architekturen im Portfolio. Trotzdem ist Red Hat nicht mit einem eigenen Stand auf der CeBIT vertreten. Zu den Partnern des Unternehmens in Sachen JBoss gehört die Firma Generix in Halle 3, Stand C65/2.

Für das erste Halbjahr 2008 hat Red Hat die "JBoss Enterprise SOA Platform" angekündigt. Sie ist Bestandteil der JBoss Enterprise Middleware und beinhaltet unter anderem die BPM-Engine JBoss jBPM und das Rules-Management-System JBoss Rules. Als Integrationsschicht samt Registry und Repository dient der JBoss ESB (Enterprise Service Bus). Darunter liegt die Enterprise Application Platform mit dem JBoss Application Server als Ablaufumgebung.

SAP

Auf dem SAP-Stand (Halle 4, Stand D12) bildet SOA nur eines von mehreren strategischen Themen. Erwartungsgemäß präsentiert das größte deutsche Softwarehaus seine "Enterprise Service Oriented Architecture" (E-SOA), die auf der Integrations- und Ablaufplattform Netweaver aufsetzt. Ansonsten liegt der Schwerpunkt des Messeauftritts wie schon im vergangenen Jahr auf Lösungen für kleinere und mittelständische Unternehmen. Neben "Business One" und "Business All-in-One" zeigt SAP auch das On-Demand-System für den Mittelstand "Business ByDesign".

Software AG

Bei der Software AG (Halle 4, Stand 12) hingegen spielen SOA-Produkte eine zentrale Rolle. Neben Microsoft ist das Darmstädter Softwarehaus zudem Hauptsponsor der SOA BPM World in Halle 3, Stand C45. Die Software AG betont unter anderem das Thema SOA Governance mit dem kombinierten Registry- und Repository-System Centrasite. Auf der CeBIT präsentiert der Hersteller die Produktvarianten "Governance Edition" und "Enterprise Edition". Nach der Übernahme des Konkurrenten Webmethods führt die Software AG auch eine eigene BPM Suite im Portfolio, die ebenfalls in Hannover zu sehen ist.

Im Bereich Integration und Modernisierung präsentiert der Anbieter unter anderem den "Webmethods ESB" sowie die Produkte "Optimize for B2B", "EntireX" und "Applinx". Das gerade im SOA-Umfeld wichtige Thema Daten-Management erläutern Mitarbeiter anhand mehrerer Adabas-Produkte, darunter das SOA Gateway und das SQL Gateway. In den Vorträgen der Software AG geht es ferner um Business Activity Monitoring und den konkreten Nutzen einer SOA für Unternehmen.

Sun Microsystems

Auch Sun Microsystems präsentiert sein komplettes SOA-Portfolio (Halle 2, Stand B33). In diesem Kontext gibt es Vorträge zu einer ganzen Reihe von Themen, darunter Zahlungsverkehr, E-Commerce, SOA-Governance, Supply-Chain-Management und Master-Data-Management.

Zu den Neuigkeiten am Sun-Stand gehört das Konzept "Mobile SOA". Dahinter verbirgt sich ein Framework auf Basis von Sun Java CAPS (Composite Application Platform Suite), das Services auf mobilen Endgeräten verfügbar machen soll. Mit Hilfe des Systems könnten Unternehmen rasch Services für Mobilgeräte entwickeln und verwalten, verspricht der Hersteller. Das Paket biete ferner ein UI-Framework sowie Funktionen für Communications- und Event-Management.