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04.03.2008 - 

Podiumsdiskussion auf der CeBIT 2008

SOA und BPM – ein ungleiches Paar?

Wie relevant eine Kombination aus Service-orientierten Architekturen (SOA) und Business-Process-Management in der Praxis ist, diskutierten Experten im CeBIT-Forum SOA BPM World.

SOA und Business-Process-Management gehören zusammen. Das predigen Analysten und Verfechter Service-orientierter Architekturen schon seit einigen Jahren. Immer mehr Softwarehersteller schaffen mit ihren Tools eine Verbindung beider Welten. Doch wie relevant ist diese Verbindung tatsächlich? Wie weit sind Unternehmen in Sachen Prozessorientierung, und welche Vorteile bringt eine SOA-Integration? In der von CW-Redakteur Wolfgang Herrmann moderierten Podiumsdiskussion auf der CeBIT prallten die Meinungen aufeinander.

Für Jakob Freund, Gründer der Community BPM-Netzwerk.de, ist die Sache klar: "Das BPM/SOA-Duo ist die richtige Vision, aber wir stehen noch ganz am Anfang." Auch Daniel Liebhart vom Schweizer IT-Dienstleister Trivadis glaubt an eine sinnvolle Kombination beider Welten: "SOA stellt Standards und Techniken zur Verfügung, die eine direkte Umsetzung von grafisch modellierten Prozessen in ausführbaren Code erlauben." Dadurch ließen sich Geschäftsprozesse und Geschäftsregeln nahtlos in die unterstützenden Informationssysteme einbinden. Liebhart: "Wird nun der Prozess oder die Geschäftsregel geändert, so werden die Informationssysteme dank SOA automatisch auf den aktuellen Stand gebracht. Mit SOA findet BPM endlich die vollständige Durchdringung in einem Unternehmen."

Stefan Tilkov, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters innoQ Deutschland, hielt dagegen: "Die Bedeutung der Synergie zwischen SOA und BPM wird überschätzt. Die wenigsten Unternehmen haben heute Prozessmodelle, die so formal sind, dass sie sich - selbst nach einer Transformation - für die Ausführung eignen." Nach seiner Meinung werden nur wenige BPM-Plattformen dem Anspruch gerecht, einen Business-Analysten zur Modellierung ausführbarer Prozesse zu befähigen. Tilkov: "Eine SOA, die sich als Rechtfertigung nur auf BPM verlässt, wird ihre Ziele kaum erreichen."

Eine andere Sicht vertrat Sven Schnägelberger vom Kompetenzzentrum für Prozess-Management: "Das notwendige Zusammenspiel zwischen SOA und BPM hat wenig mit vorhandenen oder fehlenden Funktionalitäten zu tun. Es geht vor allem um die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Business und IT auf Basis einer gemeinsamen Sprache: der Prozesse." Eine SOA ohne Prozess-Management werde den in vielen Unternehmen immer noch vorhandenen Graben zwischen IT und Business nur noch verbreitern.

In der Praxis ist eine direkte Verbindung zwischen SOA und BPM heute eher selten, räumte Liebhart ein. Die Brücke zwischen klassischen BPM-Ansätzen und ausführbaren Prozessen, die mit Hilfe der Business Process Execution Language (BPEL) beschrieben sind, sei noch nicht stabil. Sehr wohl aber realisierten Unternehmen bereits Daten- und Schnittstellenplattformen, die in BPM formulierte Geschäftsprozesse direkt umsetzten.

Unterm Strich sei SOA immer noch ein IT-Thema, argumentierte der Trivadis-Experte: "Schließlich sprechen wir von einer Standardarchitektur für IT-Systeme. Der Nutzen einer SOA für ein Unternehmen besteht in Standardisierung, Flexibilisierung und Kostenersparnis." SOA mache bestehende und neue Anwendungen durch die Trennung der Logik in statische Services und dynamische Prozesse und Regeln überhaupt erst "BPM-ready". Liebhart: "Der Graben zwischen der fachlichen und der technischen Welt schließt sich langsam. Die Instrumente für eine Brücke sind heute vorhanden." Wie schnell Unternehmen sie nutzten, bleibe indes abzuwarten. (wh)