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15.02.2006

SOA verlangt andere Beratung

Carsten Nelk 
Wer Service-orientierte Architekturen (SOA) verkaufen und einführen will, braucht Überzeugungskraft und Prozesswissen.

Das Jobangebot sah in den vergangenen Jahren für IT-Absolventen nicht besonders gut aus. Obwohl in der Branche verhaltener Optimismus herrschte, waren die Unternehmen vorsichtig, ja gar ängstlich, wenn es darum ging, neue Mitarbeiter einzustellen. Alles war auf Kostensenkung und Produktivitätssteigerung ausgerichtet. Investitionen in neue Mitarbeiter und die Weiterbildung der bestehenden Mannschaft kamen zu kurz.

Hier lesen Sie …

• warum Service-orientierte Architekturen die Anforderungen an SAP-Profis verändern;

• welche Fähigkeiten heute von SAP-Experten verlangt werden;

• warum Quereinsteiger im SAP-Arbeitsmarkt eine Chance haben sollten.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/go/

569250: SAP-Experten bleiben Mangelware;

565804: Offshoring erreicht SAP-Markt;

564694: Wie SAP und Microsoft Personalpolitik machen.

Dies wird sich nun rächen. Denn die Versäumnisse werden in den kommenden Jahren in vielen Unternehmen Lücken aufreißen. Der Markt zieht wieder an, und der Bedarf an gut ausgebildeten Kräften steigt drastisch. Im SAP-Bereich sind Experten schon jetzt Mangelware.

In dem umfangreichen und spezialisierten Markt ist es für IT-Profis unumgänglich, sich stetig weiterzubilden, um neue Technologien effizient und kostengünstig umsetzen zu können. Aktuelles Beispiel dafür ist die Enterprise Services Architecture (ESA), die SAP-eigene Version einer Service-orientierten Architektur (SOA). Bisher hält sich der Großteil der SAP-Anwender bei diesem Thema noch zurück, doch Interesse besteht, und die Nachfrage wird bis 2007 wachsen, da ESA mehr Flexibilität verspricht. Vor allem aber werden gute Berater benötigt, die den Anwendern die Vorteile näher bringen. Dazu müssen sie sich nicht nur mit der Software, sondern vor allem mit Geschäftsprozessen auskennen.

Nur wer die Prozesse kennt, kann sie auch auf den Kopf stellen

Service-orientierte Architekturen eröffnen Anwendern neue Möglichkeiten, um Abläufe effizienter zu gestalten. Doch nur wer die Prozesse genau kennt und versteht, kann sie auch verbessern und gegebenenfalls auf den Kopf stellen.

Die künftigen SAP-Experten zeichnet betriebswirtschaftliches Wissen genauso aus wie Teamfähigkeit und Führungsqualitäten, wollen sie beim Anwender Gehör finden und erfolgreich Lösungen einführen.

Zudem werden verstärkt Aufträge im Ausland an SAP-Beratungshäuser und Anbieter von SAP-Nischenlösungen vergeben. Diese benötigen flexible Mitarbeiter, die bereit sind zu reisen, mehrere Sprachen beherrschen und in multikulturellen Teams arbeiten können.

Der traditionelle "Nerd" - wenn es ihn denn je gegeben hat - ist hier nicht mehr gefragt. SAP-Entwickler sollten immer noch Spaß am Programmieren haben und IT-affin sein, aber sie sitzen nicht mehr allein im Kämmerlein. Noch tief greifender hat sich das Berufsbild des Beraters gewandelt. Mit dem Modulspezialisten, der Abläufe organisatorisch verbessert, hat das künftige Anforderungsprofil nicht mehr viel gemein.

Unternehmen müssen neue Wege gehen, wollen sie den Mangel an qualifizierten SAP-Experten auffangen. Es gilt, Mut aufzubringen und Fachfremde einzustellen - egal, ob Hochschulabsolventen anderer Fachrichtungen oder Fachkräfte ohne Studium, die vielleicht jahrelang selbst Teil eines Geschäftsprozesses waren. Ein Sachbearbeiter der Buchhaltung beispielsweise kennt sich bestens mit den Abläufen bei der Rechnungsbearbeitung aus. Bei entsprechender SAP-Qualifizierung wird er diese effizient optimieren können. Wichtig ist die Fähigkeit zum logischen Denken, denn Logik ist die Grundvoraussetzung, um Prozesse zu optimieren. Außerdem stehen Teamfähigkeit und Führungsqualitäten ganz weit oben auf der Liste. Alles andere können Unternehmen in Schulungen vermitteln. Das mag sich radikaler anhören, als es ist. Im Normalfall müssen sich auch Experten bei einem Jobwechsel neu in die Materie einarbeiten.

Quereinsteiger sind motivierter als erfahrene Spezialisten

Zudem sind Quereinsteiger, die sich für einen Job als SAP-Berater bewerben, oft wissbegieriger und motivierter als Spezialisten. Teams aus Betriebswirten, Geisteswissenschaftlern, Handwerkern oder Verkäufern denken ganz anders, sind oft kommunikativer und entwickeln neue kreative Lösungen, um Geschäftsprozesse zu verbessern.

Dies funktioniert allerdings nur, wenn Unternehmen ein umfangreiches Schulungsprogramm aufsetzen, das theoretische Wissensvermittlung und Training-on-the-Job verbindet. Dabei kann beispielsweise ein Patenprogramm sicherstellen, dass die Qualität gewährleistet ist und der Kunde den gewohnten Service erhält. (am)