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01.12.2006

SOA wird zum Geschäftsmodell

Mit dem Konzept der Service-orientierten Architektur (SOA) hat sich die IT-Branche ein eigenes Konjunkturprogramm geschaffen.

Dass Service-orientierte Architekturen Unternehmen agiler und flexibler machen können, gehörte auch im abgelaufenen Jahr zur Standardargumentation der Protagonisten. Welchen Preis Kunden dafür zahlen müssen, lässt sich oft nur erahnen. Kaum einer der ohnehin raren Großanwender gab an, wie viel Geld tatsächlich in die so harmlos klingenden "upfront investments" geflossen ist. Viel besser hört sich da schon an, dass man in der Anwendungsentwicklung die Summe x gespart, oder den Entwicklungsprozess für neue Produkte um den Faktor y verkürzt habe. Schwer messbar ist der Erfolg insbesondere dann, wenn Unternehmen mit SOA vorrangig Integrationsziele verfolgen, wie dies etwa die Deutsche Post tut.

Eines aber zeichnete sich 2006 deutlich ab: Mit der Anzahl der installierten Softwareservices steigt die Komplexität der IT-Infrastruktur. Das erschwert umfassende Sicherheits- und Steuerungskonzepte. Wenn neben Services aus dem eigenen Haus auch solche aus externen Quellen eingebunden werden sollen, wird die Sache noch komplizierter. Und das ist nur eine von vielen zusätzlichen Herausforderungen an das IT-Management. Ganz allgemein wachsen mit einer SOA die Anforderungen an wirksame Governance-Mechanismen und -Werkzeuge. Wer schon mit der klassischen IT-Governance seine Probleme hatte, wird es mit SOA nicht leichter haben.

Die Softwarehersteller haben den Bedarf erkannt und ihre Portfolios systematisch um ausgefeilte Governance-Tools ergänzt. Vor allem Service-Registries und -Repositories spielten dabei eine zentrale Rolle. So richtete beispielsweise die Software AG ihre Wachstumsstrategie komplett auf die SOA-Produktpalette aus. Wie schon oft in der IT-Historie spricht vieles dafür, dass die Branche mit SOA eine Art Perpetuum mobile geschaffen hat: Einmal in Gang gesetzt, verursacht es stets neuen Bedarf an einschlägigen Produkten und Services. Auch die IT-Dienstleister springen auf den Zug auf. Accenture etwa steckt in den nächsten drei Jahren 450 Millionen Dollar in seine SOA-Bemühungen, HP will 500 Millionen Dollar investieren. IBM hat laut eigenen Angaben allein im Jahr 2006 eine Milliarde Dollar in die Entwicklung von SOA-Lösungen gepumpt.

Wenn Unternehmen künftig aus eigenentwickelten und zugekauften Services "Composite Applications" bauen wollen, dürften sie dabei verstärkt auf externe Hilfe zurückgreifen, lautet ein Kalkül der Servicelieferanten: Mit den Gestaltungsoptionen steige der Bedarf an Strategie- und Prozessberatung. Nach Erhebungen von IDC gaben Kunden im Jahr 2006 weltweit bereits rund 8,6 Milliarden Dollar für IT-Dienstleistungen in SOA-Projekten aus. Bis 2010 soll die Summe auf 33,8 Milliarden Dollar steigen. Das Umsatzpotenzial für SOA-Produkte und -Services schätzt IBM-Manager Ray Harishankar auf 160 Milliarden Dollar im Jahr 2008. Sind diese Zahlen auch nur halbwegs realistisch, dann entwickelt sich SOA zumindest für einige Anbieter zum tragfähigen Geschäftsmodell. (wh)