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29.10.1976 - 

Die Bewag, Berlin, setzt Transac-Terminals, im Kundendienst ein:

Sofortauskunft vom Sachbearbeiter

Rechnerauswahl, das hieß - im "Vor-vor-Ort-EDV-Zeitalter" - Zykluszeiten vergleichen, in Betriebssysteme einsteigen, Compiler testen. Rechnerauswahl, das machte die "Crème de la Crème" vom EDV-Leiter an aufwärts: Der Operator wurde nicht gefragt. Mit dem Terminal-Computer wurde alles anders.

BERLIN - Mit dem Schlagwort "Jedem Sachbearbeiter seinen Bildschirm" akquirieren die Hersteller von Datenendgeräten in neuen Gefilden: Dem Abteilungschef gilt ihre Aufmerksamkeit. Dabei rücken arbeitswissenschaftliche Aspekte in den Vordergrund. Es interessiert nicht so sehr der "Rechner hinter dem Bildschirm" - über den der Bediener so gut wie nichts zu wissen braucht -, es interessiert der Bildschirm selbst; wie er gestaltet ist, wie mit ihm "verkehrt" werden muß. So kann es nicht verwundern, wenn sich heutzutage Benutzer für eine bestimmte Datenstation, die im Büro-Umfeld des Sachbearbeiters stehen soll, deshalb entscheiden, weil sie geräuscharm ist und wenig Wärme abgibt - wie im Falle der Berliner Elektrizitäts-Werke AG, Berlin - kurz Bewag. Die dort für die Terminalbeschaffung zuständigen Mitarbeiter Alfons Raasch und Günter Göttling halten nämlich die erwähnten Kriterien für ausschlaggebend. Sie entschieden sich übrigens für Systeme des französischen Herstellers Transac.

18 000 Telefonanfragen täglich

Die Bewag setzt ihr EDV, deren Kernstück eine Univac 1108 ist, unter anderem dafür ein, sofort Antwort auf Anfragen und Reklamationen geben zu können. Das Berliner Stromversorgungsunternehmen mit mehr als 1,2 Millionen Kunden, darunter rund eine Million Haushalte (praktisch ist jeder Westberliner, direkt oder indirekt, Bewag-Abnehmer) stand ferner vor dem Problem, eine Lösung für den Änderungsdienst zu finden. Sie heißt - das ist heute fast selbstverständlich "Datenbank". Alle erforderlichen Kunden-Stammdaten sowie die letzten Kontenbewegungen sind auf Platte gespeichert. Pro Tag gehen im Schnitt 18 000 telefonische Anfragen ein. Alle 1,2 Sekunden wird über das Bewag-Kunden-Informations-System "BEKIS" Auskunft erteilt.

48 Bildschirme, 6 Konzentratoren

Für den Sachbearbeiter-Dialog stehen insgesamt 48 Transac TK 12-Bildschirmplätze zur Verfügung, für die 6 Transac T 10/40-Datenstationen als Vorschaltrechner fungieren (Front-End). Für die Bewag war wie gesagt wichtig, daß die Wärmeetwicklung der Transac-Terminals gering ist (60 Watt). Zudem arbeiten sie ohne Gebläse, so daß Geräusch und Zugluft entfallen - was davon kommt, daß die Zeichengenerierung, wie überhaupt das gesamte Terminal-Prozessing, im Vorrechner abläuft.

Mit dem Schirm leben

Auf den ersten Blick mögen die genannten Kriterien als nicht sonderlich gravierend erscheinen. Aus der Sicht der Sachbearbeiter, die den ganzen Tag an den Schirmen sitzen, sind sie alles. Hinzu kommt, daß die Tastatur frei verschiebbar ist, so daß die jeweils günstige Sitzposition gewählt werden kann. Schließlich sind die Abmessungen des Displaygehäuses kleiner als bei Gerätetypen, die auch die gesamte "Intelligenz" in Form von Speicher-Einschüben aufnehmen müssen. Nicht zu vergessen, daß auf der Zentralrechnerseite eine Lastverteilung dadurch erreicht werden kann, daß bestimmte Routinearbeiten im "Transac-Front-End" ablaufen können.

Auslastungsgefälle nivelliert

Gravierendster Vorteil: Die Arbeit läßt sich unter den Sachbearbeitern besser verteilen. Über eine Telefon-Rundschaltung kann immer derjenige eine Datenbank-Abfrage starten, der gerade frei ist, egal welcher Dateibereich angesprochen wird. Jeder Name, jede Kundennummer, jede Anschrift (letztlich alles, was als Suchbegriff in Frage kommt) ist von jedem Bildschirm-Arbeitsplatz aus abrufbar - ein Auslastungsgefälle zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen gibt es nicht.