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07.05.1999 - 

Münchner liebäugeln mit NT als weiterer Server-Plattform

Soft M sieht im mittelständischen ERP-Markt keine Wachstumsdelle

Von Beate Kneuse* MÜNCHEN - Während klassische ERP-Anbieter wie SAP derzeit im Großkundengeschäft mit einer gewissen Sättigung konfrontiert sind, setzt die Soft M Software und Beratung AG, München, bei ihrer vorwiegend mittelständischen Klientel weiter auf Wachstum. Doch der Wettbewerb dürfte auch hier härter werden.

Erstmals stellte Soft M als börsennotiertes Unternehmen - seit Juli ist der Standardsoftware-Spezialist für AS/400-Umgebungen am Neuen Markt notiert - seine Jahresbilanz vor. Demnach stieg der Konzernumsatz 1998 um 125,7 Prozent von 27,2 auf 61,4 Millionen Mark. Dies sei, so Vorstandschef Hannes Merten, hauptsächlich aus eigener Kraft erfolgt. Sechs Millionen Mark steuerten der Zukauf der Münchner Scheuchl + Partner GmbH, eines Spezialisten für Dokumenten-Management-Systeme, bei. Die Guppeneinnahmen - dort flossen noch die Aktivitäten der 1998 nicht mitberechneten Soft M Software und Beratung Hamburg GmbH und Soft M Software und Beratung Stuttgart GmbH ein - beliefen sich auf 79,5 Millionen und konnten damit gegenüber den 42 Millionen vom Vorjahr um 89,3 Prozent erhöht werden.

Den Löwenanteil des Konzernumsatzes brachte 1998 der Hardwarevertrieb, also der Verkauf von AS/400-Systemen. Er wuchs von sieben auf 36,7 Millionen Mark. Zustande kam dieser beachtliche Sprung durch die Umstellung der Abrechnung. 1998 sei, wie der Soft-M-Chef erklärte, das Value-Added-Reseller-Modell von IBM "umgesetzt worden". Statt der bisher erhaltenen Provisionen fakturiert man jetzt die Hardware-Umsätze direkt mit den Endkunden.

Während die Münchner für besagtes Business im laufenden Jahr aufgrund zunehmender Konkurrenz eher einen Rückgang der Einnahmen erwarten, gehen sie von einem deutlichen Zuwachs in ihren beiden Kerngeschäftsfeldern aus. Im Segment Standardsoftware für die AS/400-Welt, das zusammen mit aktivierten Entwicklungsleistungen in Höhe von drei Millionen Mark auf 10,2 (Vorjahr: 7,8) Millionen zulegte, plant Soft-M-Chef Merten einen Umsatzanstieg auf 16,8 Millionen Mark. Die 1998 erzielten Einnahmen in der Beratungssparte von 17,5 (Vorjahr: 14,5) Millionen Mark sollen auf 43,2 Millionen Mark wachsen. Verbessern konnte Soft M 1998 auch die Ertragssituation. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg um 97,2 Prozent von 3,6 auf 7,1 Millionen Mark. Für das laufende Jahr sind mehr als fünf Millionen Mark Gewinn geplant. Beim Umsatz wollen die Münchner 1999 knapp 100 Millionen Mark erzielen.

Möglicherweise knackt Soft M aber auch diese magische Marke. Denn der Konzentrationsprozeß bei den mittelständischen ERP-Anbietern ist in Deutschland in vollem Gange. "Und diesen gestalten wir aktiv mit", beschrieb Merten etwas süffisant die jüngste Einkaufstour seiner Company. So folgte dem Kauf von Scheuchl + Partner im Dezember 1998 die Übernahme der Schilling Software GmbH, Bremen, eines der härtesten Soft-M-Konkurrenten im Bereich Rechnungswesen auf der AS/400-Plattform. Anfang dieses Jahres angelte sich Soft M das Wiener Unternehmen Wolfgang M. Roser (Umsatz 1998: 2,8 Millionen Mark, 100 Kunden) und gliederte dieses in die neugegründete österreichische Soft-M-Tochter ein. Weitere Akquisitionen, vor allem in Frankreich und den Benelux-Ländern, sind angeblich in Vorbereitung.

Eine Verlangsamung der Wachstumsraten im mittelständischen ERP-Markt befürchtet die Vorstandsriege von Soft M nicht. Merten präsentierte Prognosen des Marktforschungsunternehmens IDC, nach denen der Markt in Westeuropa bis zum Jahr 2001 um jährlich 22 Prozent zulegen wird - von derzeit drei Milliarden auf dann 5,4 Milliarden Dollar (siehe Abbildung). Allerdings konnte er nicht verhehlen, daß der Konkurrenzdruck erheblich sei. Zum einen würden die Großen wie SAP immer mehr in den Mittelstand drängen, zum anderen kämen zunehmend auch kleine- re Konkurrenten wie der däni- sche Anbieter Navision ins Spiel. Auch aus diesem Grund liebäugelt Soft M mittlerweile mit Windows NT als weitere Server-Plattform. Betonte Merten: "Das ist eine zusätzliche Chance für uns. Hier werden wir zu gegebener Zeit aktiv werden.

*Beate Kneuse ist freie Journalistin in München.