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06.04.2001 - 

Herbe Einbußen für mittelständische ERP-Anbieter

Soft M und Bäurer weisen für 2000 Verluste aus

MÜNCHEN (CW) - Die Soft M AG hat im Geschäftsjahr 2000 herbe Umsatz- und Gewinneinbußen erlitten. Von 102 auf 88,9 Millionen Mark gingen die Einnahmen des ERP-Anbieters zurück. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf minus 2,3 Millionen Mark. 1999 hatte Soft M noch einen Gewinn von 11,1 Millionen Mark ausgewiesen.

Als Begründung für das schlechte Ergebnis nannte Hannes Merten, Vorstandsvorsitzender der Soft M AG, vor allem die rückläufigen Umsätze aus dem Hardwaregeschäft. Soft M vermarktet seine Software auf IBMs I-Series 400 (früher: AS/400) und bietet dazu betriebswirtschaftliche Standardsoftware an. Hier sei die Nachfrage im vergangenen Jahr stark gesunken, da viele Firmen ihre Ausrüstung bereits zur Jahr-2000-Umstellung aufgestockt hätten. Lieferprobleme beim Hardwarepartner IBM - verursacht durch Modellwechsel und die Verlagerung der Produktion nach Irland - hätten die Situation noch verschärft. Außerdem seien mit Hardware wegen des wachsenden Konkurrenzdrucks generell nur noch geringe Margen zu erzielen.

Nachfrage zurückgegangenAber auch die Nachfrage des Mittelstands nach betriebswirtschaftlicher Standardsoftware hat laut Merten seit der Umstellung auf das Jahr 2000 deutlich nachgelassen und dem Konzern einen Rückgang im Lizenzgeschäft von 16,6 auf 14,9 Millionen Mark beschert. Zudem wirkten sich die Verluste der Tochtergesellschaften in Düsseldorf und Frankfurt am Main sowie zusätzliche Investitionen in Marketing, Vertrieb, Entwicklung und hardwarenahe Services negativ auf das Konzernergebnis aus.

Um wieder in die schwarzen Zahlen zu gelangen, wollen die Münchner das Softwarelizenzgeschäft stärker ankurbeln. Angepeilt ist hier eine 15-prozentige Umsatzsteigerung auf 17,1 Millionen Mark im laufenden Jahr. Bis zum Jahr 2002 soll dieser Bereich sogar um 40 Prozent wachsen. Auch im Beratungsgeschäft, in dem Soft M im vergangenen Jahr 38 Millionen Mark erzielte, erhofft sich das Unternehmen Mehreinnahmen - vor allem durch eine Forcierung der Marketing-Aktivitäten. Dagegen werde der Anteil des Hardwaresegments von 36 Millionen Mark am Gesamtumsatz in diesem Jahr konstant bleiben und langfristig zurückgehen.

Für die Zukunft gibt sich Vorstandschef Merten verhalten optimistisch. Im Geschäftsjahr 2002 strebe Soft M einen Umsatz von 120 Millionen Mark an. "2001 wird durch Konsolidierung nach der vorherigen Boomphase gekennzeichnet sein. Jetzt bereiten wir uns auf Wachstum im Jahr 2002 vor." Erfolg verspricht sich der Firmenlenker vor allem von der ERP-Lösung "Soft M Suite", die ab April für die AS/400-Plattform auf den Markt kommt. Im AS/400-Segment hält Soft M eigenen Angaben zufolge einen Marktanteil von derzeit zehn Prozent. Im vierten Quartal soll das Financials-Modul (Rechnungswesen, Buchhaltung) erstmals auch für Windows NT/2000 zur Verfügung stehen. Weitere Module - etwa für Customer-Relationship-Management (CRM), Supply-Chain-Management (SCM) und E-Business sowie die Einführung der Softwaresuite für Linux-Server - sind für das kommende Jahr vorgesehen.

Der Mittelstand ist nach Ansicht von Merten nach wie vor ein Wachstumsmotor, da dieser Markt noch eine verhältnismäßig geringe ERP-Durchdringung - von derzeit 45 bis 60 Prozent - aufweise. Nachholbedarf bestehe vor allem in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie im Handel. Zudem seien mittlerweile viele Systeme, die im Fahrzeugbau oder der Kunststoffindustrie im Einsatz sind, veraltet, was zu zusätzlichen Investitionen führen werde.

Zurückhaltung bei ÜbernahmenUm die Ausgaben des Unternehmens in Zukunft gering zu halten, setzt Merten weiter auf eine "konservative Akquisitionspolitik". "Es kann aber durchaus sein, dass wir in diesem Jahr keine Akquisition tätigen werden", so der Vorstandschef.

Auch die Bäurer AG hat im Geschäftsjahr 2000 ein unerwartet hohes Defizit verbucht. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) fiel von minus 1,6 Millionen Euro im Jahr 1999 auf minus 10,7 Millionen Euro. Vor allem die neuen Aktivitäten im Ausland hätten sich dabei als "große Verlusttreiber" erwiesen, sagte Vorstandschef Heinz Bäurer Donnerstag vergangener Woche in Stuttgart. Den Umsatz konnte das Unternehmen um 72 Prozent auf 83,4 Millionen Euro steigern.