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15.06.2007

Softline kauft Maily

Cancom hat seine Distributions-Tochter Maily an den Softwarehändler Softline verkauft. Dieser hat aber bereits eine eigene Großhandelstochter.

Von Dr. Ronald Wiltscheck

Den Fachhandel bedient Softline über den eigenen Distributor Trade Up. Diesem ging es mehrere Jahre nicht sehr gut, deshalb wurde die Schweizer Niederlassung vor zwei Jahren verkauft. Aber auch Softline selbst hatte einige Probleme und verkaufte vor anderthalb Jahren seine Filiale in Großbritannien. In den vergangenen 18 Monaten scheint sich nun der Softwarehändler so weit erholt zu haben, dass er sich in der Lage sah, die Cancom-Tochter Maily zu übernehmen.

Denn durch diesen Kauf verdoppelt die Softline-Gruppe ihren Jahresumsatz nahezu. Nach Angaben von Cancom hat Maily im vergangenen Jahr etwa zehn Millionen Euro umgesetzt (siehe dazu auch den Artikel auf Seite 11). Maily bedient in Deutschland derzeit 5.500 Fachhändler. Distributionsverträge mit Adobe, F-Secure, Symantec und CA verdeutlichen die gute Marktpräsenz der Sindelfinger.

Von der Akquisition von Maily verspricht sich Softline Synergien im Einkauf, in der Lagerhaltung und im Vertrieb. Diese sollen sich bereits positiv auf das Ergebnis des Geschäftsjahres 2007/2008 auswirken. Der Softwarehändler wird seine beiden Großhandelstöchter zur einer Softline-Distributionsgruppe zusammenfassen. Diese soll künftig jeden zweiten deutschen Fachhändler bedienen. Auf jeden Fall ist durch die Maily/Trade-Up-Fusion Deutschlands größter Softwaredistributor entstanden.

Maily-Geschäftsführer Markus Kürschner behält vorerst seine Position, ihm zur Seite wird aber der Trade-Up-Geschäftsführer Guido Wöhrlin-Braaz gestellt. Diesem obliegt nun die Aufgabe, die Geschäftsführung der unternehmensübergreifenden Softwaredistribution der Softline-Gruppe fortzuführen und deren strategischen Ausbau zu forcieren.

Synergien erwünscht

Kürschner hingegen wird nicht operativ in die Geschäfte der Trade Up GmbH eingreifen. Beide Unternehmen bleiben auch vorerst bestehen, über mit der Fusion einhergehende Entlassungen wollte sich Softline nicht auslassen, genauso wenig wie über den Kaufpreis für die Maily GmbH, die derzeit etwa 30 Mitarbeiter beschäftigt - also weitaus mehr als Trade Up.

Nur so viel ließ Softline-Vorstand Dr. Lars Schneider verlauten: "Nach intensiven Prüfungen zahlreicher Beteiligungsmöglichkeiten haben wir mit dem Kauf von Mai-ly einen wesentlichen Schritt nach vorn gemacht. Gleichzeitig ist diese Akquisition der Auftakt zu weiteren Zukäufen, die wir im IT-Hersteller- und -Dienstleistungsbereich planen."

Offenbar hat Schneider hauptsächlich den Wertzuwachs der Softline-Aktie im Sinn: "Unsere Aktionäre haben uns in schwierigen Zeiten begleitet und die Neuausrichtung beschlossen. Jetzt und in den nächsten Monaten werden wir ihnen darüber berichten, dass und wie wir ihre Beschlüsse umsetzen. Davon werden die Aktionäre nachhaltig profitieren."

Wie es mit dem Softline-Distributionsbereich weitergeht, bleibt unklar. Werden Maily und Trade Up definitiv verschmelzen? Wird einer der Namen endgültig verschwinden? Werden Mitarbeiter entlassen? Man wolle die Reaktion aus dem Fachhandel dazu abwarten, hieß es dazu lapidar aus der Softline-Zentrale in Offenburg. ChannelPartner hält Sie über diese spannende Fusion weiter auf dem Laufenden.