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02.06.2000 - 

Übernahme von Systec soll Know-how und Kontakte sichern

Softmatic schreibt neues Comet-Kapitel

MÜNCHEN (gfh) - Ende des Monats wird die Comet-Schmiede Q4.IBS stillgelegt. Die Softmatic AG, Norderstedt, will nun die Gelegenheit ergreifen, die heimatlos gewordenen Anwender auf die eigene Plattform zu holen. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen den Comet-Spezialisten Systec AG für 16,72 Millionen Mark in Aktienwährung gekauft.

Softmatic ist keineswegs das erste Unternehmen, das versucht, Comet zu beerben. Bereits Siemens hatte als SAP-Partner nach der Fusion seiner IT-Tochter mit Nixdorf versucht, den größeren Comet-Anwendern das R/3-System schmackhaft zu machen. Baan sah beim Erwerb von Q.4 IBS ebenfalls das eigene System als natürlichen Nachfolger des betriebswirtschaftlichen Pakets von Nixdorf - ohne Erfolg. Auch Mittelstandsspezialist J.D. Edwards konnte bislang nicht von dem Abbröckeln der Comet-Gemeinde profitieren.

Softmatic-Chef Gerhard Brunnbauer glaubt sich durch den Kauf von Systec weit besser gerüstet als seine Konkurrenten. Systec ist ein langjähriger Comet-Spezialist, der 150 Anwender betreut. Anders als die großen Konzerne versteht das Unternehmen nach Meinung von Brunnbauer die Bedürfnisse dieser mittelständischen Klientel, mit der Siemens-Nixdorf nie zurande kam. Außerdem sei es Systec gelungen, mehr als 20 der wichtigsten Comet-Spezialisten von Q.4 IBS ins Boot zu holen, unter ihnen den Chefentwickler der Software. Nach der Auflösung von Q.4 liege die Wartungs- und Supportkompetenz für Comet ohnehin eher bei Systec als beim Softwareeigner Comet AG.

Systec-Vorstand Karl-Heinz Claes sieht sein Unternehmen bereits als Anlaufstelle bei technischen Problemen mit Comet - insbesondere für die 23 Firmen, die wie Systec in der W-net-Vereinigung der Comet-Werksvertretungen organisiert sind.

Der Systec-Chef hofft, bei den hilfesuchenden Werksvertretungen auf offene Ohren zu stoßen, wenn er ihnen empfiehlt, auf ein moderneres Paket umzusteigen.

Dieses soll "Diamant@" heißen und im Herbst dieses Jahres auf den Markt kommen. Gegenüber Konkurrenzsystemen etwa von Navision hat es nach Angaben der Softmatic-Geschäftsführung den Vorteil, dass das Basissystem für Rechnungswesen "Diamant" funktionell ähnlich aufgebaut ist wie Comet. Diese Eigenschaft macht den Anwendern wie den Werksvertretungen den Umstieg vergleichsweise einfach. Letztere profitieren auch davon, dass bei Diamant mit Visual Basic und C++ technische Wege beschritten werden, für die keine Werksvertretung zusätzliches Know-how aufbauen muss. Als wichigsten Konkurrenten sieht Softmatic den dänischen Anbieter Navision, der sich schon länger um die Comet-Basis bemüht. Dem Unternehmen ist es eigenen Angaben zufolge gelungen, rund 500 Comet-Anwender für sein Produkt zu gewinnen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die acht Vertriebspartner, die aus früheren Zeiten über Comet-Know-how verfügen. Die Kenntnis beider Systeme ist insbesondere in der Umstiegsphase von zentraler Bedeutung.

Keinen Erfolg hatte bislang J.D.Edwards in seinen Bemühungen, Comet-Kunden auf die moderne Architektur von "Oneworld" zu locken. Das soll sich aber jetzt gründlich ändern, so Samir Memar, Geschäftsführer der SAM GmbH aus Kreuth - ein Comet-Integrationspartner von J.D. Edwards. Wegen der Jahr-2000-Umstellung der Comet-Kundschaft habe sich die Abbildung von Comet (in der Version 3.3) auf Oneworld verzögert. Jetzt sei es so weit: An diese Software könnten sich Anwender schnell gewöhnen, weil die Prozesse exakt denen von Comet nachgebildet seien.