Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

09.02.1996 - 

1995 war kein gutes Jahr fuer das Softwarehaus

Software-AG-Chef Schnell zieht sich aus dem Vorstand zurueck

"Wir brauchen eine Verjuengung des Vorstandes, also den ohnehin naturgemaess notwendigen Generationswechsel und damit den endgueltigen Wechsel von der Gruendergeneration zu rein angestelltem Management", erklaerte Schnell seinen Angestellten. Der bisherige Erfolg seines Unternehmens verleite ihn nicht zu der "Ueberheblichkeit", zu glauben, er koenne auch den laufenden Wandel zu einer "notwendig neuen Software AG" besser als andere gestalten.

Eine neue Handschrift scheint die Software AG tatsaechlich noetig zu haben: Im CW-Gespraech liess Schnell durchblicken, das Geschaeftsjahr 1995 sei nicht besonders erfolgreich verlaufen.

Geradezu dramatisch klingt denn auch sein Schreiben: "Es gibt fuer jeden Menschen in seinen Faehigkeiten, Wuenschen und Neigungen eine Zeit des notwendigen Wandels, die man bei entsprechender Selbstkritik erkennen sollte. Ich moechte nicht erst ausscheiden, wenn ich drastische Fehler gemacht habe, die ich bedauern muss. Da ich glaube, jetzt noch genug Urteilsfaehigkeit zu besitzen, um mich selbst mit meinen Staerken und Schwaechen ansehen zu koennen, habe ich, wie Sie sehen, konsequent geplant, auch wenn ich zugestehen muss, dass die Wandlungsprozesse mir und meiner Ungeduld zu langsam vonstatten gehen."

Das Schreiben Schnells kommt zu einer Zeit, in der das Darmstaedter Softwarehaus offenbar mehr denn je einen grundlegenden Wandel benoetigt. Die Geschaefte der Hessen liefen im vergangenen Jahr nicht optimal. Zuverlaessige Zahlen kann Schnell jedoch noch nicht nennen. Man werde nicht darum herumkommen, bestimmte Produkte auszumustern.

Welche das sein werden, vermag der Firmengruender noch nicht zu sagen. Man untersuche derzeit den Marktbedarf, das eigene Know-how und die bestehenden Kundenverpflichtungen. "Wir koennen nicht einfach sagen, ein Produkt ist nicht profitabel, wir lassen es fallen. Wir muessen zusammen mit dem Kunden herausfinden, wie er ohne Schmerz migrieren kann."

Fuer Schnell ist die Zusammenarbeit mit Microsoft bei der Portierung von OLE auf andere Betriebssystem-Plattformen absolut strategisch. Auch will sich das Unternehmen staerker im Applikationsgeschaeft engagieren. Voraussichtlich werden neben branchenspezifischen Loesungen fuer Finanzwirtschaft und Industrie weitere Maerkte erschlossen.

Nicht ganz eindeutig sind Schnells Aussagen zu seiner kuenftigen Rolle im Unternehmen. Zum einen betont er, er wolle keinen grossen Einfluss auf die Software AG haben und die Verantwortung an juengere und dynamischere Mitarbeiter abgeben: "Ich will nicht die graue Eminenz im Hintergrund sein, die nach wie vor alle Faeden in der Hand haelt." Andererseits erklaert er: "Ich werde bestimmt immer Ideen haben. Aber die muessen umgesetzt werden. Und dazu muss man Leute ueberzeugen. Wenn man Menschen findet, die in gleicher Weise denken und arbeiten wie man selbst, ist das von Vorteil."