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15.09.2008 - 

Drittes Standbein

Software AG will expandieren

Die Software AG will sich künftig noch unabhängiger vom Softwaregeschäft für Großrechner machen. Nachdem sich das Unternehmen mit der WebMethods-Übernahme im vergangenen Jahr ein zweites Standbein verschafft hat, soll nun mit den Dienstleistungen ein dritter Geschäftsbereich aufgebaut werden. Der Bereich "Professional Services" soll als Global Consulting Service weltweit Beratungsdienstleistungen für die hauseigenen Produkte anbieten, sagte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Streibich.

Die Software AG will sich künftig noch unabhängiger vom Software-Geschäft für Großrechner machen. Nachdem sich das Unternehmen mit der WebMethods-Übernahme im vergangenen Jahr ein zweites Standbein verschafft hat, soll nun mit den Dienstleistungen ein dritter Geschäftsbereich aufgebaut werden. Der Bereich "Professional Services" soll als Global Consulting Service weltweit Beratungsdienstleistungen für die hauseigenen Produkte anbieten, sagte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Streibich.

Karl-Heinz Streibich, Chef der Software AG, begrüßt Kanzlerin Merkel auf der CeBIT 07
Karl-Heinz Streibich, Chef der Software AG, begrüßt Kanzlerin Merkel auf der CeBIT 07
Foto: Software AG

Dazu werden aus allen Einheiten die Dienstleistungen ausgegliedert und ein separater Bereich geschaffen. Ab Oktober wird der McKinsey-Partner Holger Friedrich als neues Vorstandsmitglied diesen Bereich verantworten. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die Beratung der Kunden bei der Implementierung von serviceorientierten Architekturen (SOA) und bei der Modernisierung von Altsystemen.

Mittelfristig werde der Geschäftsbereich WebMethods einen größeren Umsatzbeitrag leisten als das ETS-Segment mit den Großrechnern und Datenbanken. Im Bereich WebMethods gewinne man neue Kunden, während das ETS-Geschäft mit den Bestandskunden wachse, so Streibich. Derzeit steuert der Geschäftsbereich Enterprise Transaction Systems (ETS) noch rund 55% zum Umsatz bei.

Zudem bekräftigte der Vorstandsvorsitzende die Mittelfristziele. Bis 2010, spätestens 2011, soll der Umsatz auf 1 Mrd EUR steigen. Im Geschäftsjahr 2007 waren Einnahmen von 621,3 Mio EUR erzielt worden. Für das laufende Jahr hat sich das Unternehmen eine Umsatzsteigerung von währungsbereinigt 24% bis 27% vorgenommen. Auch künftig wird alle fünf Jahre eine Verdopplung des Geschäftsvolumens angestrebt, so dass spätestens 2016 mit einem Umsatz von 2 Mrd EUR weltweit zu rechnen sei.

Besondere Wachstumschancen sieht Streibich, der seit Oktober 2003 an der Unternehmensspitze steht, in Branchen, in denen ein hohes Transaktionsvolumen anfällt. Als Beispiele nannte der Manager Banken und Versicherungen sowie Telekommunikation und Logistik.

In den nächsten Quartalen werde das Wachstum mit den Partnern der Software AG die größten Impulse beisteuern. Dabei handelt es sich um "Firmen, die auf Basis unserer Technologie Gesamtlösungen für den Kunden vermarkten". Auch setze man weiterhin auf Zukäufe. "Wir haben permanent Firmen auf dem Radarschirm, so dass permanent von uns mit Akquisitionen zu rechnen ist, aber wir sind nicht unter Druck." Der zweitgrößte Software-Hersteller Deutschlands sei in der Lage, einen Zukauf in der "Größenordnung von WebMethods bar zu finanzieren", so Streibich.

Die Software AG hatte das amerikanische Software-Unternehmen WebMethods Ende Mai 2007 zum Preis von 546 Mio USD übernommen. Als Akquisitionsziele in Frage kämen in erster Linie Ergänzungen des Portfolios und eine Verstärkung im Bereich Professional Services könnte in einigen Ländern sinnvoll sein. Das Unternehmen selbst sei durch die Software AG Stiftung, die rund 30% des Aktienkapitals hält, vor einer feindlichen Übernahme geschützt.

Zur Frage der geografischen Expansion verwies Streibich auf den zu Jahresbeginn aufgenommenen Direktvertrieb in Brasilien. Zuvor war bereits der Aufbau eigener Vertriebsstrukturen unter anderem in Japan und Südafrika erfolgt. "Durch den Direktvertrieb holen wir fünf- bis zehnmal mehr aus dem Geschäft raus als es die früheren exklusiven Vertriebspartner in den 5 Ländern gemacht haben." Dieser Effekt erstrecke sich über rund zwei Jahre nach dem Einstieg, dann setze sich die normale organische Wachstumsrate fort. Insgesamt ist die Software AG in 70 Ländern vertreten. (Dow Jones/rw)