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Gutes viertes Quartal lässt Hoffnungen auf eine Trendwende keimen


20.02.2004 - 

Software AG will Integrator werden

FRANKFURT/M. (gh) - Mit überraschend guten Zahlen für das vierte Quartal hat die Software AG (SAG) das von negativen Schlagzeilen geprägte Geschäftsjahr 2003 abgeschlossen. Vorstandschef Karl-Heinz Streibich unterstrich bei der Vorlage des vorläufigen Jahresabschlusses die Notwendigkeit eines Strategiewechsels. Deutschlands zweitgrößtes Softwarehaus will sich künftig weitaus stärker dem Thema Integration widmen.

Die Bilanz des Geschäftsjahres 2003, die Streibich vor Journalisten in Frankfurt am Main zog, konnte sich zumindest für das vierte Quartal sehen lassen: So gelang es der SAG, den Umsatz im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode (120,3 Millionen Euro) mit 117,9 Millionen Euro (minus zwei Prozent, währungsbereinigt plus vier Prozent) stabil zu halten. Die im Produktgeschäft (Lizenzen und Wartung) erzielten Einnahmen legten dabei sogar um zwei (währungsbereinigt zehn) Prozent von 81,7 auf 83,1 Millionen Euro zu. Die Steigerung wurde im Wesentlichen mit den Produkten "Adabas" und "Natural" erzielt, führte der SAG-Chef weiter aus, ohne zusätzliche Details zu nennen. Unter dem Strich kam dabei unter Berücksichtigung von Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 17,0 Millionen ein Ergebnis vor Steuern von 1,9 (20,6) Millionen Euro heraus.

Die Zahlen für das gesamte Geschäftsjahr 2003 sehen nicht wesentlich schlechter aus. So sank zwar der Umsatz um elf (währungsbereinigt vier) Prozent von 475 auf 422,2 Millionen Euro; die Einnahmen aus Lizenzen und Wartung bewegten sich dabei jedoch mit 295,5 (313,9) Millionen Euro etwa auf Vorjahresniveau und konnten währungsbereinigt sogar um drei Prozent zulegen. Restrukturierungskosten in Höhe von 40,8 Millionen Euro ließen allerdings den Gewinn vor Steuern auf 700000 Euro schmelzen, nachdem 2002 noch ein Vorsteuerprofit von 50,7 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatte.

Streibich bezeichnete die im vergangenen Jahr eingeleitete Restrukturierung der SAG als weitgehend abgeschlossen. Man habe ein "Rightsizing" des Unternehmens vorgenommen und dabei die "Diversifizierung an den Rändern deutlich zurückgefahren". Der SAG-Chef beschrieb damit den von ihm initiierten erneuten Strategiewechsel, der die völlige Abkehr von dem von seinem Vorgänger Karl Heinz Achinger stark forcierten Produktgeschäft bedeutet.

Für die Zukunft der SAG definierte Streibich zwei Kerngeschäftsfelder. Zum einen ist dies die Modernisierung der traditionellen Mainframe-Produkte Adabas und Natural beziehungsweise die Migration entsprechender Umgebungen auf Unix oder Linux. Vor allem aber wollen die Darmstädter stärker mit großen Integrationsprojekten auf Basis ihrer XML-Lösungen "Tamino" und "Entire X" wachsen. Beide Plattformen wurden in den zurückliegenden Jahren mit hohem finanziellem Aufwand entwickelt, lassen sich aber, wie Streibich einräumte, als Stand-alone-Produkte immer schwerer verkaufen. Wenn die SAG beispielsweise Tamino als XML-Datenbank anbiete, seien bei dem betreffenden Anwender alle strategischen Entscheidungen in Sachen Konsolidierung und Integration der IT inklusive Herstellerauswahl längst getroffen. Man müsse deshalb weiter oben bei den Geschäftsprozessen ansetzen und versuchen, mehr oder weniger als ganzheitlicher Projektdienstleister aufzutreten. Das Integrationsthema sei "das Thema schlechthin in der IT".

Der SAG-Chef machte deutlich, wo er seine Company in Zukunft (auch) sieht: im Wettbewerb mit etablierten Middleware-Anbietern wie IBM, Bea Systems oder Tibco Systems. Bereits im zweiten Halbjahr 2004 erwarte man sich in diesem Bereich eine Belebung des Geschäfts; mittelfristig solle sich daher auch das momentane Umsatzverhältnis zwischen den Mainframe-Produkten Adabas und Natural (rund 75 Prozent) und den neueren XML-Lösungen (25 Prozent) ändern. Gleichzeitig deutete der SAG-Chef an, dass sich mit der neuen Ausrichtung auch der Dienstleistungsanteil an den Einnahmen erhöhen könnte. Zudem denke man über Partnerschaften nach.

Abb: Die Einnahmequellen der Software AG

Wartung und Dienstleistungen bringen den höchsten Umsatz - aber das Produktgeschäft stabilisiert sich. Quelle: Software AG