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02.03.1984 - 

Konsolidierungsphase in der US-Programmierindustrie:

Software-Anbieter kämpfen ums Überleben

NEW ORLEANS (VWD) - Zeichen einer beginnenden Konsolidierung Im Softwaresektor In den USA glauben Industriebeobachter zu erkennen. Sie ziehen ihre Schlüsse aus dem verlangsamten Wachstum einiger großer Unternehmen und der Tatsache, daß eine wachsende Zahl kleiner Konkurrenten "sich in aller Ruhe aufkaufen läßt".

Viele der mehr als 500 Unternehmen, die sich an der Softwaremesse für Personal Computer in New Orleans beteiligen, seien sich darüber im klaren, daß sie im nächsten Jahr wahrscheinlich nicht mehr dabeisein werden. Nach Ansicht von Softwareberatern werde es 1984 und 1985 zu einer "Flurbereinigung" kommen.

Diese eher trübe Beurteilung einer Branche, die gegenüber Umsatzzuwachsraten einzelner Unternehmen von 100 Prozent per annum nur "ein müdes Lächeln übrig" hat, überrascht nur auf den ersten Blick. Sicher haben die Anbieter von PC-Software im vergangenen Jahr die Umsätze mehr als verdoppelt und insgesamt 1,3 Milliarden Dollar um gesetzt. In den nächsten sechs Jahren könnte das Umsatzwachstum Jahresraten von 34 bis 39 Prozent erreichen, was für 1989 auf einen Gesamtumsatz von 8,4 Milliarden Dollar schließen lasse. Andererseits gibt es zur Zeit mehr als 5000 US-Softwareunternehmen, und die große Mehrzahl davon kämpft um lediglich 28 Prozent des Gesamtmarktes. Etwa 38 Prozent des Softwareumsatzes des vergangenen Jahres wurde von einem halben Dutzend großer Hardwareproduzenten unter Führung von IBM und Tandy bestritten. Weitere 34 Prozent entfielen auf 17 führende unabhängige Softwareunternehmen.

Außerdem kommen große Unternehmen wie CBS und Readers Digest neu an den Markt. Gleichzeitig bieten Softwareunternehmen, die bisher nur für Mainframe arbeiteten, jetzt auch PC-Programme an. Zum -ersten Mal geraten im Bereich Bürosoftware die Preise unter Druck. So sah sich Visicorp kürzlich dazu veranlaßt, den Preis für das Basis-Vision-Programm auf 95 Dollar von ursprünglich 495 Dollar zurückzunehmen. Vor allem neue Unternehmen versuchen, über niedrigere Preise "ein Stück des Kuchens zu ergattern".

Der erwartete Ausscheidungsprozeß wird Wallstreet-Spekulanten und Venture-Capital-Anleger wahrscheinlich viel stärker treffen, als Kleinaktionäre. Wenn die Industrie ein "hartes Jahr" hat, dürfte es für Softwareunternehmen, die an die Börse gehen wollen, relativ schwierig werden. Öffentlich werden wenige Softwareunternehmen bereit sein, zu beurteilen, wer von ihnen am ehesten "anfällig" ist. Im "kleinen Kreis" dagegen ist man sich einig: Es ist Visicorp, deren einziges "heißes" Produkt, das Finanzprogramm Visicalc, im vergangenen Jahr durch die Markteinführung des Lotus 1-2-3 Absatzeinbußen hinnehmen mußte. Visicorp sehe sich außerdem hohen Fixkosten gegenüber, da man 35 bis 50 Prozent Royalties an den Entwickler von Visicalc, die Software Arts Inc., abführen müsse. Dan Fykstra, Chairman der Visicorp, gab zu, daß das Lotus-Programm harte Konkurrenz für Visicalc darstelle. Ob Visicorp bereits rote Zahlen schreibt, wollte der Chairman allerdings nicht mitteilen.